Von Kreisliga bis Champions League: Diese Fußballschuhe verkauft Samuel Burgfeld bald in Cham

„Das soll ein Erlebnis werden.“ So beschreibt Samuel Burgfeld aus Arnschwang den Plan für seinen neuen Pop-Up-Store in der Chamer Innenstadt – darin dreht sich alles um das Thema Fußball. Die Geschichte seiner Firma FTBLBoots begann vor fünf Jahren und brachte ihn in Kontakt mit Profispielern rund um die Welt.
Von außen betrachtet sieht es im Erdgeschoss des blauen Gebäudes zwischen Rosen- und Schuegrafstraße noch ganz unspektakulär aus. Autos sind auf jedem freien Quadratzentimeter vor dem Haus geparkt, an den Fenstern verhindert ein Sichtschutz den Blick ins Innere. Doch hinter den verschlossenen Türen ist gerade einiges in Bewegung. Dafür verantwortlich: Samuel Burgfeld. In neun Tagen (17. März) will er hier erstmals einen Pop-Up-Store eröffnen. Zu kaufen gibt es dort in erster Linie Fußballschuhe.
Betritt man die künftige Verkaufsfläche, fällt neben den Regalen mit Schuhkartons, Fußbällen und Trikots sofort ein künstlicher Rasenteppich auf dem Fußboden auf. Hier soll es eine Torwand geben, erzählt Burgfeld. Trikots, Torwandschießen, dazu eine FIFA-Station und eine Kaffeeecke: Burgfelds Idee für das Geschäft in der Innenstadt geht über den reinen Verkauf hinaus.
Ein enger Zeitplan
„Jeder kann reinkommen, kann den Schuh probieren, kann mit dem Ball ein bisschen spielen und an der Torwand üben“, sagt Burgfeld und führt aus: „Wir wollen einfach mal probieren, wie das ankommt.“ Vier Mitarbeiter gehören zu Burgfelds Team, dazu bekommt er Unterstützung von Freunden. Viel Zeit bleibt nicht mehr bis zur Eröffnung. „Das wird sportlich, aber wir kriegen das hin“, gibt er sich optimistisch.
Wenn man sich mit dem 29-Jährigen unterhält, wird schnell klar: Der frühere Landesligaspieler hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Für die SG Schloßberg geht er in der Kreisliga nach wie vor auf Torejagd. Außerdem besitzt er selbst eine beachtliche Sammlung an Fußballschuhen. Nicht alle davon kommen bei Spielen oder im Training zum Einsatz. Beispielsweise ein Nike-Modell mit der Unterschrift des ehemaligen brasilianischen Weltfußballers Ronaldinho. „Das wäre zu schade“, erzählt Burgfeld.
Trikots von prominenten Kunden
In dem künftigen Laden lehnen eingerahmte Trikots von Profifußballern an den Wänden. Ihnen allen hat Burgfeld mit seiner Firma mittlerweile die Schuhe geliefert. Manche stammen aus der Bundesliga, andere aus dem Ausland.
Fünf Jahre ist es jetzt her, dass Burgfeld seine Leidenschaft mit anderen zu teilen begann. Zunächst via Instagram. Gut ein halbes Jahr später folgte ein Onlineshop. Im Mittelpunkt standen damals ältere, limitierte Schuhmodelle, an die selbst Spieler mit Sponsoring-Verträgen nicht so leicht herankommen.
Heute zählen zu seinen Kunden mehrere hundert Profis rund um die Welt sowie zahlreiche Hobbyspieler. Auch das Sortiment ist in der Zwischenzeit gewachsen und umfasst auch aktuelle Modelle. Die Zusammenarbeit mit beiden Gruppen freut den Mann aus dem Bayerwald. Große Unterschiede in den Anforderungen gebe es dabei wenig. „Jeder Spieler hat da seine Vorstellungen“, sagt Burgfeld, „und am Ende des Tages ist da jeder individuell. Das ist das Schöne.“ Dabei stellt er klar: „Egal ob Profi oder Amateur: Jeder Spieler muss für seinen Schuh bezahlen.“
„Das ist schon ein Traum“
Ob er mit dem Erfolg gerechnet habe? „Nein, damit kann man nicht rechnen, dass das so groß wird.“ Die Erlebnisse der letzten Jahre beschreibt Burgfeld als „eine angefangene Reise, die immer weitergeht“. Ob mit bekannten oder unbekannten Spielern, der Fußball verbinde und das „macht mega viel Spaß.“ Mit dem Laden in Cham nun „ein größeres Ding zu machen, das ist einfach cool. Das ist schon ein Traum.“
Den aktuellen Entwicklungen im Fußball steht er dabei jedoch nicht nur positiv gegenüber: „Der Fußball verändert sich – sowohl im Amateur- als auch im Profibereich. Ich glaube, das ist eine gesellschaftliche Herausforderung, die mir persönlich auch wichtig ist, weil ich da viel engagiert bin.“ Gleichzeitig, sagt Burgfeld, sei der Amateurfußball auch „wichtig für die Gesellschaft. Da kommen Leute zusammen – der Sport verbindet.“ Auf der anderen Seite, im Berufsfußball, sei „sehr viel Geld im Spiel. Ich profitiere auch teilweise davon. Trotzdem sehe ich es kritisch, so ehrlich muss man sein.“
„Wir spielen und wir lieben den Fußball, egal ob Profi oder Amateur. Aber die Herausforderungen sind riesig und die Veränderungen spürbar. Wir müssen aufpassen, dass diese Spalte zwischen Beruf und Amateur nicht zu weit wird“, sagt Burgfeld.
Vorfreude auf Eröffnung
Für ihn steht jetzt erst einmal die Eröffnung des Ladens im Mittelpunkt: „Wir freuen uns drauf, dass die Leute reinkommen, sich ein Bild machen und dann Feedback geben. Ob sie was kaufen oder nicht kaufen, das ist dann sekundär, um ehrlich zu sein.“
Auch was die Zukunft angeht, merkt man ihm eine gewisse Vorfreude an: „Wir sind jetzt nach vier, fünf Jahren lange nicht am Ziel. Uns kennt noch nicht jeder“, sagt er und ergänzt in Bezug auf den weiteren Weg: „Wir schauen, was kommt. Ich glaube, das Wichtigste ist immer die Leidenschaft und der Spaß daran. Das merkt der Kunde, glaube ich, wenn man das transportiert oder versucht zu transportieren.“
Die Eckdaten
Wann und wo: Der Laden eröffnet am Montag, 17. März, und liegt im Erdgeschoss des blauen Gebäudes in der Schuegrafstraße 5. Bis voraussichtlich Ende April soll er von Dienstag bis Samstag geöffnet sein.
Angebot: Verkauft werden Fußballschuhe unterschiedlicher Arten und Hersteller. Auch Trikots, Bälle und Socken sollen erhältlich sein. Darüber hinaus sind eine Torwand, eine FIFA-Station und eine Kaffee-Ecke geplant.
