Zwei Kosovaren vor Gericht: Mit geklautem Rettungsspreizer Tresore geknackt

Einbrecher machen in Getränkemärkten in Regensburg und Riedenburg (Landkreis Kelheim) reiche Beute. Die Polizei schnappt zwei der Männer auf frischer Tat. Ein Tatwerkzeug stammt offenbar aus einem Coup bei einer Feuerwehr im Raum Neumarkt.
Quer durch die Region waren im Sommer 2024 Getränke-Discounter das Ziel dreister Einbrecher. Sie kamen am Wochenende, gingen mit brutaler Gewalt vor und erbeuteten in Riedenburg und im Gewerbepark über 35.000 Euro in bar. Zwei Männer saßen für vier Coups auf der Anklagebank – das warf die Staatsanwaltschaft ihnen vor. Die Verteidiger der Kosovaren hingegen forderten nur wenige Monate Haft für Beihilfe, weil es viele Vermutungen, aber wenige Beweise gab. Das Schöffengericht bezog in seinem Urteil dazu sehr klar Stellung.
Kripo lag nach mehreren Coups schon auf der Lauer
Am 4. August hatten sich zig Zivilbeamte in Wörth an der Donau auf die Lauer gelegt, um der mutmaßlichen Bande, die seit Wochen wohl gezielt Getränkemärkte eines Discounters überfiel, das Handwerk zu legen. Sie wurden für ihre Mühen belohnt: Gegen 0.30 Uhr fuhr ein angemieteter Opel-Geländewagen vor, drei Männer stiegen aus. Und wenig später ging es los. Einer bezog mit Funkgerät Stellung nahe des Gebäudes, zwei andere brachen mit roher Gewalt ins Innere ein. Es folgte der Zugriff.
Wäre nicht einem der Männer die Flucht gelungen, könnte man den Einsatz als vollen Erfolg verbuchen. Doch der mutmaßliche Boss, dessen Namen die Ermittler kennen, verschwand. Nach ihm wird bis heute gefahndet, wie Ermittler bestätigten. Denn in Summe, respektive in der Anklage, ging es um vier Taten. Eigentlich sogar fünf, wie am Rande des Prozesses klar wurde. Denn in Regenstauf sollen die Täter bereits Anfang Juli das erste Mal zugeschlagen haben. Das zumindest schloss die Kriminalpolizei unter anderem aus dem immer selben Vorgehen.
Spuren an einem offenbar bei einer Feuerwehr im Raum Amberg-Sulzbach gestohlenen Rettungsspreizer und an einem in Wörth an der Donau sichergestellten Brecheisen waren laut einer Ermittlerin die Verbindung zu drei weiteren Taten. Am zweiten Juli-Wochenende waren in Riedenburg fast 14 000 Euro erbeutet worden, am darauffolgenden schlugen die Täter im Regensburger Gewerbepark zu. Hier holten sie fast 20 000 Euro. Kein Cent davon tauchte bis heute wieder auf. Anfang August war dann Hemau das Ziel – hier brachen die Täter aber ab, weil ihnen womöglich die erst wenige Tage zuvor installierte Alarmanlage aufgefallen war. Von dort, sollen sie laut Anklage nach Wörth weitergefahren sein.
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Das sah das Schöffengericht jedoch anders. Schweren Bandendiebstahl hatte schon die Staatsanwaltschaft nicht mehr gesehen. Für den Fahrer, ein Regensburger, der vor dem Getränkediscounter Schmiere gestanden haben soll, forderte der Anklagevertreter dreieinhalb Jahre Gefängnis. Für den anderen Angeklagten ein Jahr und zehn Monate. Eineinviertel und eineinhalb Jahre verhängte Richterin Wein gegen die Männer am Ende. „Der Verdacht liegt nahe, aber darauf kann man keine Verurteilung stützen“, betonte sie klar.
Angeklagter aus Regensburg kam nach Urteil frei
Am Ende blieb nur der Fall in Wörth, den die Männer über ihre Verteidiger Dagmar Ciccotti und Urs Erös zu Prozessbeginn gestanden hatten. Laut Gericht gebe es keine Zeugen, keine Videoüberwachung, keine abgehörten Gespräche, so die Blitz-Begründung, die nach weniger als zehn Minuten vorbei war. „Das reicht einfach nicht“, weshalb im Zweifel für die Angeklagten entschieden werden müsste. Der 51-jährige Regensburger, der als Fahrer fungierte, kam unter Auflagen auf Anordnung des Schöffengerichts sofort auf freien Fuß.
