Baustelle in Abensberg: Geschäftsleute in der Babostraße beklagen niedrige Umsätze

Seit knapp einem halben Jahr läuft in Abensberg (Landkreis Kelheim) nun schon die Baustelle für die neue Abensbrücke. Das Projekt fordert die gesamte Stadt – nicht zuletzt aber die Unternehmer, die in der Babostraße unweit der Abens auf Kunden angewiesen sind.
Rita und Eduard Wagner betreiben seit vielen Jahren ihre Metzgerei in der Babostraße. „Uns geht es nicht so gut“, sagt Rita Wagner – angesprochen auf die Auswirkungen der Baustelle. Der Umsatzrückgang sei schon spürbar. Ihr Ehemann Eduard spricht von 20 Prozent weniger als davor. Noch drastischer beschreibt es Franz Schwarz, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Bäckerei betreibt. „Es sind nicht einmal mehr die Hälfte der Kunden.“
Die Kunden jenseits der Abens würden derzeit wegbleiben. Rita Wagner vermutet: Die würden in ihr Auto steigen und über die Bundesstraße 16 in die Stadt fahren. Dann aber nicht bis zur Babostraße, sondern eben beim Einkaufszentrum parken und dort einkaufen.
Wetter verschärft Situation
In den Augen ihres Ehemanns käme dann das derzeit noch eher kühle Wetter dazu. Kunden, die im Sommer per Fahrrad kommen, würden momentan doch lieber ins Auto steigen und dann eben andere Geschäfte ansteuern.
Auch Regina Schäffer vom gleichnamigen Schuhgeschäft nennt das Wetter als zusätzliches Problem. Sie hatte vor allem im Dezember einen Umsatzeinbruch zu verspüren. Wobei das jedoch insgesamt im Handel so gewesen sei. Grundsätzlich lobt sie aber ihre Stammkunden aus Abensberg. Die würden in dieser Zeit ihrem Geschäft die Treue halten.
Es fehle jedoch Laufkundschaft von außerhalb. Deshalb wäre es in ihren Augen gut, deutlich darauf hinzuweisen, dass die Gillamoos-Wiese als Parkplatz weiterhin zur Verfügung steht. Das habe von städtischer Seite her bisher gefehlt.
Grundsätzliche Kritik an der Baustelle gibt es aber ganz und gar nicht: „Ich bin ein Befürworter davon, dass es bei der Kreuzung an der Abens künftig einen Kreisverkehr gibt“, sagt Eduard Wagner. Das werde die Situation verbessern – auch für die Geschäfte.
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Also werde man durchhalten, bis die Baustelle zu Ende ist. „Uns bleibt ja auch nichts anderes übrig“, sagt Rita Wagner. Ein wenig ungehalten ist ihr Mann, weil die Geschäftsinhaber in die Vorbereitung des Projekts besser hätten eingebunden werden können. So sei man in seinen Augen zu spät über die Umleitungsstrecken informiert worden. Man hätte die so früh als möglich den Kunden mitteilen wollen.
Bemühungen seitens der Politik, in dieser nicht einfachen Situation zu unterstützen, schätzt Eduard Wagner sehr wohl. „Das ist schon schön“, stellt er fest. So habe ihm Bürgermeister Bernhard Resch angeboten, während der Bauphase auf der Gillamoos-Wiese einen Verkaufsstand zu betreiben. Dafür hätte er aber im Voraus zu viel investieren müssen – nicht zuletzt hätte er zusätzliches Personal benötigt, das ja nicht so einfach zu finden sei. Deshalb habe man sich dagegen entschieden.
Aktiv geworden ist jetzt auch der Abensberger Ortsverband der CSU. Fraktionssprecher Sebastian Kneitinger berichtet im Gespräch mit dieser Zeitung, dass ihm Geschäftsleute aus der Babostraße mehrfach die von den Wagners beschriebene Situation geschildert haben.
Kein Geschäft geschlossen
In der jüngsten Klausurtagung der Stadtratsfraktion habe man sich dann laut Kneitinger Gedanken gemacht. Plakate an den Ortseingängen wie etwa vom Berufsbildungswerk her oder in der Aumühle sollen in den kommenden Monaten das Bewusstsein für die Einzelhändler in der Innenstadt stärken. Man wolle damit aufmerksam machen, dass wegen der Baustelle keine Geschäfte geschlossen haben. Schwarz hofft, dass dies hilft. Kritik übt er jedoch an der Stadt. In seinen Augen sollte die Brücke beim Schwefelschwammerl für alle Fahrzeuge offen sein. Auch Kunden von ihm würden das fordern. „Es ist es durchaus wert, einen Umweg in Kauf zu nehmen“, heißt es dagegen in einer schriftlichen Mitteilung der CSU. Der besonders betroffene Bereich in der Babostraße ist über die Von-Hazzi-Straße und die Starkstraße erreichbar. In beiden Straße wurde die Einbahnstraßenregelung vorübergehend aufgehoben.

