BMW größter Autoexporteur der USA – was bedeutet das für die bayerischen Werke?

Als „wertmäßig größter Automobilexporteur in den USA“ bezeichnet sich BMW und bezieht sich auf die Daten des US-Handelsministeriums. Ob angesichts drohender Zölle in den USA möglicherweise mehr Produktion dorthin verlagert wird, lässt der Autobauer offen.
Demnach hätten 2024 knapp 225.000 BMW mit einem Exportwert von 10,1 Milliarden US-Dollar die USA verlassen. Das seien 57 Prozent des Gesamtproduktionsvolumens in Amerika. In Spartanburg, South Carolina, betreibt BMW sein weltweit größtes Produktionswerk (11.000 Mitarbeiter). Das heißt aber auch, dass BMW eigene Modelle in Amerika einführen muss. Ob angesichts drohender Zölle in den USA möglicherweise mehr Produktion dorthin verlagert wird, lässt der Autobauer offen.
Das größte Produktionswerk der Bayerischen Motoren Werke befindet sich nicht im Freistaat, sondern in den USA, in Spartanburg, South Carolina. Rund 1500 Fahrzeuge der X-Reihen (3 bis 7) rollen dort täglich vom Band, sieben Millionen Autos in den vergangenen zehn Jahren, weist BMW stolz auf seine Erfolge in Übersee hin. Denn es wird dort nicht nur für USA produziert, sondern auch fürs Ausland, vor allem Deutschland, wo sich die SUVs der X-Reihen großer Beliebtheit erfreuen. Südkorea, China, Kanada und Großbritannien zählen zu den weiteren starken von 120 Märkten, in die BMW aus USA exportiert. X1 und X2 kommen aus dem Freistaat, sie werden in Regensburg produziert.
14,8 Mrd. Dollar seit 1994 in Spartanburg investiert
Als „wertmäßig größter Automobilexporteur in den USA“ bezeichnet sich BMW nun nach Auswertung der Daten des US-Handelsministeriums. Demnach hätten 2024 knapp 225.000 BMW mit einem Exportwert von 10,1 Milliarden US-Dollar die USA verlassen. Das seien 57 Prozent des Gesamtproduktionsvolumens. Umgekehrt bleiben fast 50 Prozent der BMWs aus Amerika in Amerika, betont das Unternehmen, das ebenso unter anderem auf 14,8 Milliarden US-Dollar verweist, die seit der Gründung 1992 in Spartanburg investiert worden. Hintergrund, dass BMW diese Zahlen so betont, könnten angedrohte Zölle sein, die US-Präsident Trump erheben will.
Trump-Unterstützer lobt BMW
Vorsichtige Schützenhilfe bekommt der Autobauer von einem Parteifreund und Trump-Unterstützer, Henry McMaster, republikanischer Gouverneur von South Carolina. Er spricht sich zwar nicht ausdrücklich gegen Zölle aus, betont jedoch die große Bedeutung des BMW-Werks in Spartanburg für seinen Bundesstaat: „South Carolinas Stellung als Hochburg der Automobilindustrie der Vereinigten Staaten lässt sich direkt auf den Erfolg von BMW in unserem Bundesstaat zurückführen“, ließ sich der US-Politiker in einer BMW-Mitteilung zitieren und zeigte sich „stolz darauf, hier in South Carolina ein Unternehmen zu haben, das sich so sehr für den Wohlstand seiner Gemeinschaft, den Erfolg seiner Mitarbeiter und die Innovation seiner Branche einsetzt“.
Ob es Überlegungen gibt, künftig weitere Modelle in Spartanburg zu produzieren, um Zölle zu umgehen, lässt BMW offen. Auf Nachfrage unserer Zeitung hieß es gestern aus München: „Wir spekulieren nicht zu Auswirkungen möglicher Zölle“.