Ein Schäffler-Denkmal hat Kelheim bereits – nun soll noch eine gut sichtbare Referenz dazukommen

Alle sieben Jahre tanzen Kelheims Schäffler. 2026 ist es wieder soweit. Noch in diesem Jahr soll der besonderen Tradition in Kelheim an gut sichtbarer und prominenter Stelle Referenz erwiesen werden. Das ist geplant.
Seit dem 100-jährigen Jubiläum erinnert eine Schäffler-Statue am Oberen Zweck an die Tradition. Künftig soll es zudem ein dauerhaft, gut sichtbares Zeichen an prominenter Stelle geben. Schließlich seien die Schäffler „identitätsstiftendes Kulturerbe“ der Kreisstadt.
Der 2024 neu gebaute Kreisverkehr beim Einkaufscenter an der Schäfflerstraße sei prädestiniert dafür, sagt Bürgermeister Christian Schweiger. Die Staatsstraße 2233 sei einer der großen Zubringer zur Kreisstadt. Mit der Idee eines Schäffler-Kreisels sei er auf die Kelheimer ATSV-Gruppe zugegangen.
Bogen mit einem Tänzer
Im Stadtrat stellten nun Oberschäffler Georg Lickleder und Schäffler Thomas Brückl vor, wie der neue Kreisel gestaltet werden könnte. Sie zeigten einen ersten Entwurf. Dieser umfasst einen großen Bogen. Dieser stehe für den Reifenschwinger, der nach dem ersten Teil des Schäffler-Tanzes zur Bevölkerung spreche, erklärte Brückl.
Als Material fassen die Schäffler ein Rundrohr in Cortenstahl-Optik ins Auge, hieß es.
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Unter dem Bogen soll ein tanzender Schäffler zu sehen sein. Nach den ersten Gedankenspielen könnte sich die Figur um die eigene Achse drehen und vielleicht mit Solarlampen beleuchtet werden.
Außen herum in der Grünfläche solle eine Hecke an die Kränze der Schäffler erinnern. Buchs komme wohl nicht infrage, weil den der gleichnamige Zünsler auffresse. Vielleicht sei Ilex oder ähnliches eine Option.
Eigenleistung und Spenden
Bezüglich Kosten und (Co-)Finanzierung seien noch keine Zahlen zu nennen. Das Vorhaben müsse noch genau durchkalkuliert werden. Man wolle aber Firmen und weitere Kelheimer um Spenden bitten, so die Idee. Und auch bei der Ausführung sei an ein „Gemeinschaftswerk“ gedacht. „Wir haben viele Fachleute in der Gruppe“, so Brückl. Wenn möglich wolle man vieles in Eigenleistung gestalten.
Bei Bürgermeister Christian Schweiger und den Stadträten kam die Präsentation sehr gut an. Auch von der Stadt seien für die Kreisel-Gestaltung Mittel eingestellt, sagte Schweiger. Skeptisch zeigte er sich allerdings, ob eine drehbare Figur auf Dauer wirklich wartungsfrei sei.
Das sagen die Stadträte
Christiane Lettow-Berger (Grüne) meinte: „Kelheim als Hauptstadt der Schäffler, verdient so einen Kreisel.“ Und ihr Fraktionskollege Christian Rank merkte an: „Super, wenn ihr das anschiebt.“ Auf seine Frage, ob nicht auch eine Gestaltung aus Holz infrage komme, entgegnete Brückl, dass der ins Auge gefasste Stahl zum einen konstruktive Gründe habe. Zudem sei das Material haltbarer und robuster, auch gegen Vandalismus. Zudem streue der Winderdienst unmittelbar um den Kreisverkehr Salz. Da würde Holz schnell Schaden nehmen. Auch von der SPD gab es Lob. Allerdings regte Stephan Schweiger an, „das Drehbare und die Beleuchtung wegzulassen“.
So geht es weiter mit dem „Schäffler-Kreisel“
Einstimmig waren die Stadträte dafür, dass die Kreiselgestaltung weiter mit den Schäfflern konkretisiert wird. Zudem soll auch die Stadt Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, einschließlich möglicher Beteiligung von Spendern. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt. Die notwendigen Schritte zur Umsetzung vorzubereiten.
Im Nachgang zur Sitzung wollten die Schäffler ihre erste Visualisierung unserer Zeitung nicht zur Verfügung stellen. Dieser sei noch nicht zur Veröffentlichung geeignet, so Georg Lickleder. Wenn das Ganze ausgearbeitet sei, hole man dies gerne nach.
Zur beabsichtigten zeitlichen Schiene sagt Bürgermeister Schweiger auf Nachfrage: „Das Ganze soll in diesem Jahr realisiert werden.“
Neues zur Kinderbetreuung in Kelheim
Bedarf: Im neuen Baugebiet „Kelheimwinzerstraße-Weinbergweg“ soll eine neue Kinderbetreuungseinrichtung gebaut werden.
Anerkennung: Konkret soll eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren entstehen sowie drei Gruppen mit je 25 Plätzen für Kinder von drei Jahren bis zur Einschulung. Einstimmig war der Stadtrat dafür, die nächsten Schritte einzuleiten und die nötigen Anträge zu Finanzierung und Unterstützung bei der Regierung von Landshut zu stellen.
Aktueller Stand: Laut Stadt-Info sind zum September 2025 129 Kinder unter drei Jahren sowie 115 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren vorgemerkt. Aufgrund steigender Geburten- und Bevölkerungszahlen gibt es erhöhten Bedarf in der Kreisstadt. Auf Frage von Grünen-Stadtrat Florian Laußer, warum ob dieser Statistik nicht in umgekehrtem Maße Plätze angedacht würden, sagte Bürgermeister Schweiger. „Wir müssen priorisieren. Am wichtigsten sei es, Kindern vor der Einschulung den Besuch der Kita zu ermöglichen.
Inklusion: Auf Nachfrage von Maria Meixner (SPD), warum am Weinbergweg inklusive Plätze außen vor blieben, verwies der Bürgermeister auf das ebenfalls neue Baugebiet Hohenpfahl , wo speziell zwei Gruppen mit Inklusionsprofil entstehen sollen.