Kater Moritz war nach Hausbrand in Burglengenfeld verschollen – Jetzt gibt es ein Happy End

Am Samstagabend war Kater Moritz beim Hausbrand in der Pestalozzistraße spurlos verschwunden. Jetzt gibt es ein tierisches Happy End in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf). Die Ursache für die Flammen bleibt auch weiterhin ein Rätsel.
Als die Feuerwehr gerade mit der Drehleiter anrückte, um Martina Henschel, ihren Sohn, ihre drei Hunde und zwei Katzen aus dem Dachgeschoss des brennenden Hauses zu evakuieren, passierte es: Kater Moritz flitzte durch die Haustür, rannte an den Rettungskräften vorbei und gelangte ins Freie. Seitdem fehlte von der schwarzen Hauskatze, die schon vor ihrer Flucht krank und angeschlagen war, jede Spur.
Das sollte sich am Donnerstagnachmittag ändern. Martina Henschel konnte an diesem Tag zusammen mit ihrem Sohn endlich wieder in ihre Wohnung zurückkehren, um ein paar Habseligkeiten abzuholen. Die Polizei hatte sie zuvor freigegeben.
Beim Betreten der Wohnung hörten Mutter und Sohn plötzlich ein leises Miauen. „Unter dem Bett meines Sohnes hatte sich unser Moritz versteckt“, berichtet Henschel. Der Kater sei vermutlich nach dem Brand in sein Zuhause zurückgekehrt und habe dort auf seine Rettung gewartet. „Wir sind überglücklich, dass er wieder da ist“, so die 47-Jährige.
Ein echter Überlebenskünstler
Seine Flucht habe der Kater überraschend gut überstanden, und das hatte laut Henschel wohl auch einen ganz bestimmten Grund: „Bei unserer Rettung vor den Flammen haben wir Hundefutter und noch volle Trinkschalen stehengelassen.“ Kater Moritz kümmerte sich drum und habe alles verputzt, erzählt die 47-Jährige. „Das Wichtigste ist, dass es ihm gut geht und er gesund ist“, so Henschel. Der Kater sei zwar noch immer „ durch den Wind“, aber ansonsten wohlauf. Jetzt suche die Familie eine neue Wohnung, die auch Platz für ihre Tiere biete. In ihre bisherige Bleibe in der Pestalozzistraße wollen sie nämlich nicht mehr zurück.
Übernachten könnten sie dort ohnehin noch länger nicht. „Die Wohnungen sind zwar von polizeilicher Seite aus freigegeben, trotzdem sind sie auf absehbare Zeit nicht mehr bewohnbar“, stellt Burglengenfelds Vize-Polizeichef Florian Beck klar. Der Hauseigentümer müsse nun eine Überprüfung des Gebäudes veranlassen und zahlreiche Reparaturen durchführen.
Brandursache bleibt ein Rätsel
Die genaue Brandursache bleibt indes auch Tage nach dem Feuer noch immer ein Rätsel. „Auch die Untersuchungen der Kripo sind zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen“, informiert Beck. Es könne sein, dass der Brand, der seinen Ursprung in der Wohnung eines 22-Jährigen hatte, nie vollständig aufgeklärt wird.
Laut Polizei bestehe aber noch immer der Verdacht, dass der junge Mann zum Zeitpunkt des Brandausbruchs unter dem Einfluss berauschender Substanzen gestanden habe. „Ein endgültiges Ergebnis wird aber noch einige Wochen auf sich warten lassen. Auch die Ermittlungen gegen den 22-Jährigen wegen fahrlässiger Brandstiftung laufen noch“, sagt Beck.
Martina Henschel möchte unbedingt erfahren, wer oder was den Brand ausgelöst hatte, der ihr seitdem so viele schlaflose Nächte bereitete. „Trotzdem bleibt für mich das Wichtigste, dass es meinem Kater und uns allen gut geht“, so die 47-Jährige.
Begeistert zeigt sich Henschel über die Unterstützung der Burglengenfelder bei der tagelangen Suche. Die ganze Stadt habe mitgeholfen. „Moritz und ich werden das nie vergessen“, sagt die 47-Jährige überglücklich.