Nach Brand in Burglengenfeld läuft Suche nach Kater Moritz – Drogenrausch Schuld am Inferno?

Seit dem Wohnungsbrand am Samstagabend in der Pestalozzistraße fehlt von Kater Moritz jede Spur. Auch die genaue Brandursache gibt der Polizei noch Rätsel auf. War der Drogenrausch eines 22-Jährigen Schuld am Flammen-Inferno?
Am späten Samstagabend wird Martina Henschel von einem starken Brandgeruch geweckt. Schnell ist der 47-Jährigen und ihrem Sohn klar: Es brennt und zwar lichterloh. Die beiden reagieren sofort und versuchen auch ihre drei Hunde und zwei Katzen in Sicherheit zu bringen. Als die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter in der Pestalozzistraße anrückt, um die Familie aus dem zweiten Stock zu retten, entwischt plötzlich eine der Katzen. Vom schwarzen Kater Moritz fehlt seitdem jede Spur.
„Natürlich sind wir froh, dass es uns gut geht. Trotzdem mache ich mir große Sorgen, um unseren Kater Moritz“, sagt Henschel. Der kleine Vierbeiner sei eine reine Hauskatze und noch nie draußen in der Natur unterwegs gewesen. Laut Henschel ist der Kater vermutlich „total durch den Wind“.
Tierschutzverein informiert
Zu allem Überfluss sei der Kater auch noch krank und stark angeschlagen. „Ich weiß nicht, wie Moritz das in seiner aktuellen Verfassung lange überstehen soll“, sorgt sich Henschel. Die Polizei und den Tierschutzverein habe sie bereits in Kenntnis gesetzt und auch die Nachbarschaft helfe bereits aktiv bei der Suche. „Wir hoffen wirklich, dass unser Moritz gefunden wird und er das alles irgendwie gut übersteht“, so die 47-jährige Burglengenfelderin.
Indes warten die Familie und die anderen Bewohner weiter auf offizielle Auskünfte zur Brandursache. „Stand jetzt wissen wir noch nicht mit Sicherheit was den Brand ausgelöst hat“, sagt Vize-Polizeichef Florian Beck. In den kommenden Tagen würde die Kripo Amberg vor Ort weitere Ermittlungen durchführen. Erst dann sei laut Beck mit einem finalen Ergebnis zur genauen Brandursache zu rechnen.
Fest steht dagegen: „Das Feuer hat in der Erdgeschosswohnung des 22-jährigen Bewohners seinen Ursprung gehabt“, so der Polizeisprecher. Wie es aber genau zu dem Brand kommen konnte, müssten die weiteren Ermittlungen klären.
Immerhin gibt es laut Polizei bereits erste Anhaltspunkte. So hätten die Beamten vor Ort bei dem 22-Jährigen „polizeiliche Feststellungen“ gemacht, die einen Verdacht auf Alkohol- oder Drogeneinfluss nahelegten, berichtet Beck.
Daraufhin sei der junge Mann umgehend in eine Fachklinik eingewiesen worden. Auch eine Vorgeschichte mit Blick auf Alkohol- oder Drogenkonsum könne die Polizei bei dem jungen Mann bestätigen. Bisher gebe es zwar keinerlei Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung, trotzdem sei auch eine Fahrlässigkeit in diesem Zusammenhang strafbar und nicht auszuschließen, so Beck.
Erst einmal gelte aber die Unschuldsvermutung. „Alles weitere müssen jetzt die Ermittlungen ergeben, noch ist nichts mit Sicherheit geklärt“, sagt der Polizeisprecher.
Ebenfalls noch zu beziffern ist der exakte Brandschaden. „Der Schaden ist auf jeden Fall immens. Wir gehen nach aktuellem Stand von mindestens 250 000 Euro aus“, so Florian Beck. Das gesamte Wohnhaus an der Pestalozzistraße sei derzeit unbewohnbar. Die Erdgeschosswohnung des Hauses sei komplett ausgebrannt. Außerdem hätten die Flammen laut Beck zu einer starken Verrauchung und Rußbildung im kompletten Haus geführt. Sowohl Treppenhaus als auch Fassade seien davon ebenfalls betroffen. Doch es gibt noch eine andere Sorge: „Es besteht die Möglichkeit, dass die Statik des Gebäudes betroffen ist“, sagt der Vize-Polizeichef und warnt vor einer möglichen Einsturzgefahr.
Bis die Bewohner des Brandhauses wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können, wird es vermutlich noch länger dauern. Laut Polizei stehe der genaue Zeitplan noch nicht fest. „Es muss aber eine gesundheitliche Gefährdung ausgeschlossen werden, damit die Bewohner zurück können“, konstatiert Beck. Das Erdgeschoss werde deutlich mehr Zeit brauchen, als die anderen Stockwerke.
Neue Wohnung gesucht
Ob Martina Henschel mit ihrem Sohn und den Haustieren wieder in der Dachgeschosswohnung zurückkehren wird, steht ebenfalls noch in den Sternen. „Wir wissen noch nichts Genaues und müssen erst einmal schauen, wo wir bleiben und wie es jetzt weitergeht“, sagt Henschel, die derzeit bei Freunden eine vorübergehende Bleibe gefunden hat.
Sie hoffe darauf, dass sie schnell eine neue Wohnung findet, die auch genug Platz für ihre Haustiere biete. Den Wunsch, dass Kater Moritz dann auch wieder mit dabei ist, hat die 47-Jährige noch nicht aufgegeben. „Wir bleiben dran und werden ihn weiter suchen, bis er wieder zuhause in Sicherheit ist“, verspricht die Burglengenfelderin.
