Nach Vorfall in St. Jakob Schwandorf: Kommissar Zufall klärt die Identität des Unbekannten

Das Rätsel um den Vorfall am Samstagabend vor einer Woche in der Schwandorfer Pfarrkirche St. Jakob ist gelöst. Der junge Mann, der vor dem Gottesdienst im Altarraum aufgetaucht war, ist inzwischen identifiziert worden.
Wie berichtet, hatte am 22. Februar ein unbekannter junger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand, vor Beginn des Vorabendgottesdienstes den Altarraum betreten und auffällig gebetet. Er kniete sich vor dem Tabernakel nieder, bekreuzigte sich und breitete die Arme aus.
Pfarrer Christian Kalis bat den Unbekannten, den Altarraum zu verlassen, was dieser auch befolgte. Durch den Nebenausgang verließ er dann die Kirche. Der Gottesdienst, den etwa 30 Gläubige mitfeierten, konnte ohne Verzögerung beginnen. Bei den Gottesdienstbesuchern habe er jedoch „ein bisschen Angst“ vernommen, sagte Kalis.
Unbekannter wurde in eine Fachklinik eingewiesen
Aggressiv trat der Unbekannte jedoch zu keiner Zeit auf, er sprach nicht einmal ein Wort. Ein Mitarbeiter der Pfarrei verständigte die Polizei, die den jungen Mann schließlich in eine Fachklinik einwies. Seine Identität blieb zunächst unklar, denn Papiere hatte er nicht dabei. Und auch gegenüber der Polizei äußerte er sich nicht. Strafrechtlich war der junge Mann ein völlig unbeschriebenes Blatt, wie Florian Meier, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Schwandorf, auf Anfrage informierte. Eine europaweite Abfrage habe keinerlei Hinweise ergeben.
Am Mittwoch löste sich das Rätsel auf unspektakuläre Weise: Der junge Mann, ein 27-Jähriger mit Wohnsitz in Schwandorf, rief bei seinem Arbeitgeber an und meldete sich krank. Dort hatte man ihn schon vermisst. Auch die Polizei wurde schließlich über die Personalien verständigt.
Polizei: Keine Störung der Religionsausübung
Die Ermittler können damit die Akten schließen, weil „letztendlich keine Straftat vorliegt“, wie Polizei-Vize Meier es formuliert. Eine Störung der Religionsausübung habe ganz offensichtlich nicht vorgelegen. Und Hausfriedensbruch sei kein Offizialdelikt. Weil die Pfarrei St. Jakob auf eine Anzeige verzichtet habe, werde also auch hier nicht weiter ermittelt.
Und Stadtpfarrer Christian Kalis? Der betrachtet den Vorfall eher aus seelsorgerischer Sicht. „Ich glaube, solche Menschen kommen auch tagsüber immer wieder in die Kirche. In ihrer seelischen Not oder Krankheit suchen sie das Gebet. Da nimmt sie aber niemand wahr. Er war halt am Samstag vor dem Gottesdienst da, und da ist es aufgefallen“, sagte der Stadtpfarrer gegenüber der MZ.