„Gläubige hatten ein bisschen Angst“ – Verwirrter Mann sorgt vor Gottesdienst in Schwandorf für Aufregung

Ein mulmiges Gefühl hatten die etwa 30 Besucher des Gottesdienstes in der Pfarrkirche St. Jakob in Schwandorf am Samstagabend. Ein Unbekannter, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand, hielt sich kurz vor Messbeginn im Altarraum auf und musste von Stadtpfarrer Christian Kalis gebeten werden, den Bereich zu verlassen. Da war die Polizei schon auf Anfahrt.
Die Schwandorfer Inspektion berichtete sodann auch am Sonntag über den Vorfall. In einer Erstmeldung hieß es, der Unbekannte habe während des Gottesdienstes geschrien und sei „plötzlich“ auf den Altar gesprungen.
Im Zuge der weiteren Ermittlungen stellte sich der Sachverhalt jedoch etwas anders dar. Von Schreien oder Sprüngen am Altar war vonseiten der Polizei keine Rede mehr. Vielmehr soll sich der Mann vor dem Altar niedergekniet haben. Dann soll er sich bekreuzigt und seine Arme ausgebreitet haben. Der Unbekannte fing also offenbar an zu beten.
Mesner verfolgte den Mann bis die Polizei kam
Pfarrer Kalis bat den Mann schließlich vor Gottesdienstbeginn, den Altarraum zu verlassen. Dieser Bitte kam der Unbekannte nach und hielt sich noch einige Zeit in der Kirche auf. Dann ging er ins Freie.
„Er hat niemanden gestört oder belästigt“, berichtete der Polizeisprecher. Aufgrund des „eigenartigen Verhaltens“ des Unbekannten habe der Mesner dennoch den Mann verfolgt.
Kurze Zeit später konnte eine Streife den Mann in der Naabuferstraße festnehmen. Der Unbekannte sprach jedoch nach Polizeiangaben kein Wort und habe auch keinen Ausweis dabei gehabt. Weil der Mann „einen stark verwirrten Eindruck“ machte, habe man ihn in eine Fachklinik eingewiesen, hieß es weiter. „Die Ermittlungen zu seiner Identität dauern an“, so ein Polizeisprecher.
Auch Pfarrer Christian Kalis kannte den Mann nicht
Stadtpfarrer Christian Kalis berichtete, dass der Gottesdienst trotz des Vorfalls „ohne Verspätung“ beginnen konnte. „Der Mann hat auch mit uns kein Wort gesprochen“, sagte der Seelsorger. Er habe durch die Szenen „bei den Gläubigen ein bisschen Angst“ vernehmen können. Er selbst habe keine allzu großen Sorgen gehabt. „Der Unbekannte befand sich in einer psychischen Ausnahmesituation“, so Kalis. Der Mann sei ihm zuvor in Schwandorf noch nie aufgefallen.