Schriftsteller Reiner Kunze schaut sich „seine“ Oper in Regensburg an

Von Marianne Sperb · 27. Februar 2025 um 16:30

Reiner Kunze lebt in Passau, nicht sehr weit entfernt von Regensburg, aber ein Besuch der Inszenierung in Regensburg schien ausgeschlossen: Der 91-Jährige hat sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die Mini-Oper „Die wunderbaren Jahre“ war ihm aber offenbar zu wichtig.

Der Schriftsteller kam zur zweiten Aufführung des Werks am Mittwochabend, in Begleitung von Renate Braun und Gernot Possmann, die die Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung vertreten. Beide nahmen nach der Vorstellung auch auf der Bühne zu einem Publikumsgespräch Platz.

Reiner Kunze wurde 1976 berühmt mit „Die wunderbaren Jahre“, ein Buch, in dem für Heinrich Böll „keine einzige Zeile zufällig und so auch keine Zeile überflüssig ist“. Kunze entlarvt, wie die DDR ihre Jugend indoktrinierte und zu brechen suchte, und das Buch wurde in der DDR, wo es verboten war und nur heimlich verbreitet werden konnte, zu einer Bibel der Freiheitsliebenden.

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Torsten Rasch hat auf der Basis des Buchs im Auftrag des Theaters Regensburg eine Mini-Oper komponiert, die am Wahltag im Theater am Haidplatz ihre Uraufführung hatte. Das Musiktheaterstück „Die wunderbaren Jahre“ findet viel Beachtung, die FAZ widmete dem Werk eine prominent platzierte Rezension.

Reiner Kunze zeigte sich am Mittwoch beeindruckt von der Oper und musste fürs Publikum viele Autogramme geben, Programmhefte signieren – und einige Besucher, wie Dirigent Tom Woods, hatten sogar das Buch dabei.

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„Es war uns eine besondere Ehre und Freude, den Autor an diesem Abend begrüßen zu dürfen“, sagte Intendant Sebastian Ritschel der Mediengruppe Bayern und: „Wir sind unglaublich dankbar, dass Reiner Kunze es möglich gemacht hat diesen Abend gemeinsam mit uns zu erleben.“