Krankenhaus-Mammutprojekt in Regensburg: Hedwigsklinik zieht zu Barmherzigen

Durch einen gemeinsamen Standort in Regensburg soll die medizinische Versorgung auf ein höheres Niveau gehoben werde. Die Hedwigsklinik soll von der Steinmetzstraße auf das Gelände an der Prüfeninger Straße umsiedeln. Derzeit läuft der Planungs- und Prüfungsprozsess für das große und teure Vorhaben.
Für ein Mammutprojekt mit möglichen Millionen-Kosten der Barmherzigen Brüder sind die Planungen angelaufen. Über den Zeitplan der Verwirklichung des Projekts könne man derzeit noch nichts Konkretes sagen, lassen die Barmherzigen Brüder verlauten. Auch die Fragen nach den Kosten, den zu erwartenden Zuschüssen und der Verwendung des Grundstücks, auf dem die Hedwigsklinik steht, bleiben derzeit noch unbeantwortet.
Der Orden der Barmherzigen Brüder in Bayern betreibt sieben Hospitäler, darunter das Krankenhaus Barmherzige Brüder mit der Mutter- und Kind-Klinik St. Hedwig in Regensburg. Diese beiden Einrichtungen sind zusammengenommen das größte katholische Krankenhaus in der Bundesrepublik mit insgesamt 985 Betten, davon an die 170 in St. Hedwig. An den beiden Standorten kümmern sich rund 3800 Mitarbeiter um die Versorgung von jährlich etwa 46.000 stationären und 150.000 ambulanten Patienten.
Klinik zieht 500 Meter weiter
Bemühungen, die etwa 500 Meter stadteinwärts gelegene Hedwigsklinik an den viel größeren Standort an der Prüfeninger Straße zu verlegen, gibt es seit längerem, ist an der Steinmetzstraße der Platz sehr beengt und am in den 80er und 90er Jahren errichteten Gebäude hat der Zahn der Zeit zumindest äußerlich sichtbar genagt. Jetzt ist die Entscheidung gefallen.
Hintergrund für die Etablierung der Klinik St. Hedwig am Standort in der Prüfeninger Straße sei die Sicherung einer gemeinsamen Rundumversorgung auf dem aktuell besten medizinischen und technischen Niveau und auch, um dem Wachstum der Hedwigsklinik gerecht zu werden, teilt die Pressesprecherin der Barmherzigen, Julia Gergovich-Klein, auf MZ-Anfrage mit. Bereits 2018 habe das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Genehmigung für weitere 50 Betten für St. Hedwig erteilt, was die Kapazitäten und Versorgungsmöglichkeiten noch einmal deutlich erweitere.
Ziel der Zusammenlegung sei es laut Pressestelle, die Zusammenarbeit zu stärken und Synergien zu schaffen, um sowohl den Komfort für die Patienten, als auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter weiter zu optimieren.
Die beiden Häuser haben eine lange Geschichte hinter sich. Das Krankenhaus wurde 1929 von Pater Eustachius Kugler gegründet, es bekam zunächst einen Männer- und (ab 1930) auch einen Frauenbau mit insgesamt 450 Betten. Nach und nach wurde das Hospital im Stadtwesten immer wieder erweitert, heute zählt es neben dem Josefskrankenhaus und dem Uniklinikum zu den etablierten Häusern der Region. 1909 wiederum kamen die Blauen Schwestern von der Heiligen Elisabeth von München nach Regensburg.
Häuser mit langer Geschichte
Nachdem sie mehrfach in der Stadt den Standort für ihr Kinderhospiz gewechselt hatten, erwarben sie 1953 ein Grundstück am Eck Steinmetz- und Prüfeninger Straße, wo neben den zwei Wohnanlagen für Schwestern auch ein Säuglings- und Kinderheim mit 200 Betten entstand. Ältere Regensburger erinnern sich noch daran, als sich südlich der Gebäude die Gärtnerei Wittmann befand, ein Weg quer durch das Gelände wurde von vielen Fußgängern und Radlern als Abkürzung zur Dechbettener Straße genutzt.
1977 ging das dann plötzlich nicht mehr, denn die Schwestern erwarben auch das Wittman-Areal und errichteten dort in den 80ern das jetzige Hospitalgebäude, das 1993 noch einmal vergrößert wurde. 1995 schloss die Universität Regensburg mit der Klinik St. Hedwig einen Kooperationsvertrag, wodurch die Ausbildung von Medizinstudenten in der Kinder- und Jugendmedizin sowie Geburtshilfe vorangetrieben werden konnte.
2001 übernahm der Orden der Barmherzigen Brüder die Klinik St. Hedwig. Die Ordensgemeinschaft der Blauen Schwestern übergab im 100. Jahr ihres Bestehens das Haus aus Altersgründen.
Jetzt, fast ein Vierteljahrhundert später, kommt für den alten Standort in naher Zukunft das Aus. Die Zusammenlegung der beiden Häuser hat für die Barmherzigen Brüder große Vorteile. „Die Planung läuft“, sagt Pressesprecherin Julia Gerovick-Klein, offen sei derzeit noch, ob der Kinderklinikbau als eigenes Gebäude angelegt wird oder ob er als Anbau an bestehende Häuser an der Westseite erfolge.
Größtes Geburtszentrum Bayerns
Hedwigs-Klinik: Die Mutter-Kind-Klinik ist Standort der Kinder-Uni-Klinik Ostbayern (KUNO). Sie ist das größte Geburtszentrum Bayerns und das einzige, universitäre Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe in Ostbayern. Mit etwa 3500 Geburten im Jahr zählt sie zu den größten Geburtskliniken im Freistaat.
Barmherzige Brüder: Am Krankenhaus wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder gebaut. Das Zentralgebäude, das 1995 in Betrieb genommen wurde, verbindet seither bestehende und hinzukommende Bettenhäuser. Meilensteine waren die Sanierungen mehrerer Häuser, zwei Neubauten und die Erweiterung des Zentralgebäudes.
