Der Baufrühling ist in Waldmünchen angekommen

Dass der Frühling kommt, merkt man auch an der langen Liste an Bauanträgen auf der Bauausschusssitzung im Februar. Ein Großteil der 14 Punkte der Tagesordnung betraf dabei gewerbliche oder landwirtschaftliche Bauten.
Bei den Wohnbauprojekten ging es meist um Umbauten und Sanierungen bereits bestehender Objekte. Wohnungsneubauten waren dagegen eine Seltenheit.
Der für die Öffentlichkeit interessanteste Bauantrag stammt von Thomas Ackermann. Der Architekt hat sein Büro in der tschechischen Hauptstadt in Prag. Dort ist er schon seit rund 30 Jahren tätig.
Ein echtes Heimatprojekt
Er will den Alten Pfarrhof in Herzogau sanieren. Schon 2022 hat er mit unserer Zeitung über dieses Projekt gesprochen. Damals sagte er, dass er nach dem Arbeitsleben versuchen möchte, „das Beste aus zwei Welten“ zu verbinden. „Ich fühle mich sehr wohl in Prag, aber ich vermisse meine alte Heimat und die Natur dort schon. Einfach mal in den Wald gehen zu können, ist beispielsweise etwas anderes, als in einem Park spazieren zu gehen.“ Deshalb habe der Architekt den Pfarrhof in Herzogau bei Waldmünchen gekauft und will diesen sanieren. „Der Plan wäre, dass ich dann abwechselnd dort und in Prag lebe“, berichtete vor drei Jahren Ackermann. Das plant er auch jetzt noch. Wenn die Abstimmungen mit der Genehmigungsbehörde und dem Denkmalamt klappen, soll der Umbau noch heuer starten. Von seiner Seite sei alles schon „bis zur Küche“ geplant.
Was jetzt als Bauantrag vorliegt, erinnert in der Nutzung durchaus an das frühere Café Froschkönig, das wegen des schlechten Gebäudezustands schließen musste. Es soll eine Cafeteria mit Terrasse und eine Galerie entstehen. Nebengebäude sollen abgebrochen und durch Garagen und Heizgebäude ersetzt werden. Der „genius loci“ solle erhalten bleiben und auch die Öffentlichkeit etwas davon haben, sagte Thomas Ackermann.
Das sei mit dem Denkmalschutz vorbesprochen und baurechtlich unproblematisch, sagte Bürgermeister Markus Ackermann. Da es sich bei dem Bauwerber um seinen Bruder handelt, nahm Bürgermeister Markus Ackermann an der Abstimmung des Bauausschusses nicht teil. Die Zustimmung fiel einstimmig aus.
Ganz oben auf der Tagesordnung stand der Bauvorbescheid für einen 30 x 15 Meter großen Rinderstall mit Futterlagerung, Mistplatte und Güllegrube. Der Bauausschuss stimmte der Voranfrage unter einem Vorbehalt zu. Für eine Privilegierung des Bauvorhabens im Außenbereich muss die landwirtschaftliche Nutzung übers Amt nachgewiesen werden.
In Machtesberg 5 wird an den Stall ein Jungviehfreilauf angebaut sowie ein Lager für Heu, Stroh und Getreide. Ebenfalls um ein landwirtschaftliches Anwesen handelt es sich in Sinzendorf 4. Dort wurde bereits ein neuer Unterstand für Maschinen gebaut. Eigentlich sollte der angrenzende Schuppen danach abgebrochen werden. Dazu kommt es jetzt aber nicht. Der Maschinenschuppen bleibt erhalten. Dafür wurde ein Tekturantrag gestellt.
Es ist eine Formalie: Bei der Zimmerei Holzbau Zisler wurde in Katzbach 40 eine bereits genehmigte Halle nicht gebaut, dafür wurden aber an bestehenden Gebäuden verschiedene Änderungen vorgenommen. Dafür wurden jetzt drei Tekturanträge vorgelegt.
Eine kleine Baulücke im Rückraum des Marktplatzes 6 nutzt die dortige Pizzeria für den Einbau eines Lagers mit Kühlzelle. Das Lager darf auch mit einem Flachdach ausgestattet werden. Der angrenzende Durchgang bleibt unverändert. Genehmigt wurden auch der Neubau einer Gerätehalle in Pucher 10 sowie der Neubau einer etwas größeren Garage in Auf der Röhre 1.
Der erste Wohnbauantrag im Bauausschuss betraf das Gebäude Bahnhofstraße 29. Dort wird das Dachgeschoss ausgebaut, zwei Giebel werden eingebaut und zwei Balkone errichtet. Das Bestandsgebäude soll danach drei Wohneinheiten haben. Nur um die Errichtung eines zusätzlichen Abstellraumes ging es beim Neubau eines Einfamilienhauses in Lenkenhütte.
Anbau von Treppenhaus
Zusätzlicher Wohnraum wird in Hocha 26 durch den Anbau eines Kubus auf Stelzen geschaffen. Für eine geregelte Erschließung des Altstadtanwesens Schützenstr. 1 sorgt der Anbau eines Treppenhauses. Weil der Gebäudeteil im Hinterhof ist, dürfen auch nicht alstadtgerechte liegende Fenster eingebaut werden, sagte Peter Fellner vom Bauamt.