Perlhütte und Tiefenbach bringen das Waldmünchner Land am Sonntag und Dienstag zum Feiern

Gleich zwei Faschingszüge erwartet das Waldmünchner Land am Sonntag und am Dienstag. Den kleineren gibt es am Sonntag im Waldmünchner Stadtteil Perlhütte ab 14 Uhr und den größeren am Dienstag ab 14 Uhr in Tiefenbach.
Der Wagerlzug in Perlhütte trägt seinen Namen zu Recht. Denn motorisierte Fahrzeuge sind dort nicht erlaubt, höchstens das Bollerwaggerl im Handbetrieb. Kommen darf jeder, der daran teilnehmen will, anmelden muss man sich nicht. „Im Allgemeinen sind das 15 Gruppen“, sagt Stefan Kowalevski. Er und sein Team organisieren für den FSV Perlhütte seit rund zwei Jahrzehnten den Wagerlzug. Ein echtes und bodenständiges Faschingserlebnis für rund 500 Menschen. Für die echten Enthusiasten startet das Programm schon ab 10 Uhr in der Perlhütter Kult-Wirtschaft Trepferl. Ob man das nun Einsingen oder Vorglühen nennt bleibt jedem selbst überlassen.
Der eigentliche Zug durch Perlhütte geht um 14 Uhr los und dauert in der Regel eine Stunde. Weiter geht es dann in der Festhalle in Waldmünchen. Hier wird ab zirka 15.30 Uhr gefeiert. Fürs Einheizen sorgen ein DJ und eine Gebläseheizung. Um die Kosten dafür zu decken, wird erstmals ein Eintritt von drei Euro genommen, sagt Kowalevski. Vor Ort gibt es auch Brotzeiten und Getränke.
Die Spenden, die die Besucher des Zuges geben, verwenden die Zugveranstalter des FSV übrigens seit Jahren nicht für sich selbst, sondern für gemeinnützige Zwecke. So entstand beispielsweise das Bushäuschen am Ortseingang, aber auch Spenden an diverse Waldmünchner Vereine und Organisationen.
Reichlich Kamelle für alle
Auch wenn es beim Wagerlzug keine großen Wägen gibt, Bonbons, Flips, Popcorn etc. gibt es wie bei den Großen. Zusätzlich zu ihrer eigenen Ausstattung werden die Gruppen vom Veranstalter auch mit einer Grundausstattung versorgt. Kein Wunder also, dass mancher Besucher sogar mit einer Einkaufstüte für die berühmten „Kamelle“ anrückt. Und ohne Fahrzeuge ist es für Kinder auch ungefährlicher, nach den Süßigkeiten zu suchen.
Welche Motti die einzelnen Gruppen haben, wird selbstverständlich nicht verraten, aber einen Teaser gibt es schon vorab: Eine Gruppe soll sogar mit Special Effects arbeiten.
Ungleich größer als in Perlhütte ist der Faschingsumzug in Tiefenbach am Dienstag. Der Zug findet alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Umzug in Rötz statt. Jetzt schon zum zweiten Mal organisiert die SG Silbersee mit rund 70 Helfern um den Vorsitzenden Alfred Mauerer den Zug. Im Fasching 2023 hatte man die Organisation im Notfallmodus übernommen, als der Zug auszufallen drohte. Schon damals hatten 21 Wägen und Fußgruppen an dem prächtigen Gaudiwurm teilgenommen, der damals 3500 Menschen anzog. Diesmal wird der Zug mit 37 Wägen und Gruppen deutlich größer. Vielleicht wächst ja die Besucherzahl entsprechend.
Wie groß die Anziehungskraft des Tiefenbacher Faschings ist, zeigt die Herkunft der Gruppen und Wägen. Sie kommen nicht nur aus Tiefenbach und Treffelstein, sondern auch aus Rötz, Pillmersried und Seebarn. Selbst Gruppen aus Neunburg und Neukirchen-Balbini sind dabei.
Oberviechtacher führen Zugspitze an
Die Zugspitze wird von der Blaskapelle aus Oberviechtach angeführt und gleich dahinter kommt der Wagen mit dem SG-Vorstand, Pfarrer und Bürgermeister. Ausgespielt werden beim Faschingszug meist lokale Ereignisse, aber auch die Weltpolitik a la Trump kommt vor. Alle Wägen werden vom Veranstalter mit einer Grundausstattung zum Auswerfen bestückt. Eine große Bitte von Mauerer geht an die Eltern. Sie sollten auf ihre Kinder achten, dass sie bei der Jagd nach Süßigkeiten nicht in die Zugstrecke laufen. Durch die Teilnahme motorisierter Fahrzeuge sei hier die Gefahr zu groß.
Der Zug startet am Sportheim und geht über die Sonnenstraße und die Bachstraße zur Hauptstraße, wendet dort auf Höhe Anwesen Huber und geht wieder zurück. Parkplätze für die Besucher im Ort sind rar, Besucher müssten an den Zufahrtsstraßen parken. Die Ortseinfahrten werden schon vorab von den Feuerwehren abgesperrt. An den Ortseingängen werden jeweils kleine Baumscheiben als Eintrittskarten verkauft. Bewohner erhalten sie schon vorab in den örtlichen Geschäften.
Feiern im Sportheim
Natürlich ist der Fasching nach dem Umzug noch nicht vorbei. Gefeiert wird anschließend noch in und um das Sportheim. Dort gibt es auch zu Essen und zu Trinken. Das ist aber auch an verschiedenen Stellen entlang der Zugstrecke möglich.
