Ende Juni 2025 ist Schluss: Kommt Nachfolge-Konzept für Kelheims Stadt-Kexi?

Der Rufbus Kexi war vielen die perfekte Ergänzung zum klassischen ÖPNV in der Kreisstadt. Er punktete vor allem mit Flexibilität. Doch die Kosten ab 2025 waren der Stadt zu hoch. Nun denkt man im Rathaus über eine Alternative nach. So könnte sie aussehen.
Das Ende des Kelheimer Stadt-Kexis ist gesetzt. Noch bis Ende Juni können Alt und Jung den On-Demand-Bus buchen. Dann verabschiedet sich die Stadt aus Kostengründen von der „freiwilligen Leistung“ Rufbus. Es könnte aber demnächst ein Nachfolge-Modell geben. Die Details werden nun im Rathaus erarbeitet.
Im Stadtrat stellte Lena Plapperer, die zuständige Abteilungsleiterin, anhand zweier „funktionierender Systeme“ aus dem Landkreis Landshut und dem Burgenland in Österreich vor, wie ein Folge-Konzept aussehen könnte. Der Landkreis Landshut wie auch das Burgenland in Österreich praktizierten es seit fünf beziehungsweise 20 Jahren. Stichwort: Taxi-Gutscheine für konkret definierte Gruppen.
Vorbilder im Landkreis Landshut und im Burgenland
Im Kreis Landshut war laut Plapperer eine der Grundintentionen, Jugendliche „im ländlichen Raum“ sicher von der Party nach Hause zu bringen, im Burgenland unter anderem Senioren und Schwerbehinderten Teilhabe an der Mobilität zu ermöglichen. Beide Regionen hätten für sich genau definiert, wer zur Zielgruppe der Nutzer gehöre.
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In Österreich werde das Angebot mit öffentlichen Mitteln wie auch von Sponsoren aus der Wirtschaft unterstützt. Im Kreis Landshut übernehmen die Gemeinden 50 Prozent der Kosten. Monatlich können Wertgutscheine von maximal 60 Euro genutzt werden. Zu kaufen gibt es sie bei den Gemeinden oder online. Im Burgenland gebe es eine App.
Bürgermeister Christian Schweiger merkte an, dass man in Kontakt mit Elmar Kißlinger stehe. Der Bad Abbacher hatte im November eine Online-Petition gestartet – mit der Hoffnung, Kelheims Stadt-Kexi doch noch zu erhalten. Insbesondere für Menschen mit Handicap, für Senioren oder Jugendliche sei der Bus wichtig gewesen. Doch die große Unterstützung der Kexi-Nutzer oder ein öffentlicher Aufschrei blieben aus. Bis 26. Februar, 12 Uhr, unterzeichneten 544 Menschen. Eine mögliche Fortführung kam nicht aufs Tableau.
Regina Hierl: „Haben wir eine Goldesel gefunden?“
Mancher Stadtrat war grundsätzlich überrascht von dem Tagesordnungspunkt. Regina Hierl (FW) merkte an: „Ich bin verwundert. Nicht wegen der Sache, aber ich dachte, es gibt keine freien Mittel. Haben wir einen Goldesel gefunden?“ Hierl und weitere Stadträte fragten sich zudem: „ÖPNV ist doch Kreissache. Warum beschäftigen wir uns mit dem Thema?“
Bürgermeister Christian Schweiger verwies darauf, dass auch der Stadt-Kexi eine „reine Stadt-Angelegenheit“ gewesen sei und eine „Ergänzung“ zum ÖPNV.
Ludwig Birkl (FW) wollte eine „grobe Hausnummer“ möglicher Kosten hören. Christiane Lettow-Berger (Grüne) würde sich wünschen, dass sich gegebenenfalls Fördermöglichkeiten auftun und dass das Nachfolge-Konzept bis Anfang Juli steht, damit ein nahtloser Übergang möglich ist. Mit 22:1 stimmten die Stadträte für die weitere Ausarbeitung der Idee.
Zeitnah soll das Thema laut Bürgermeister wieder in den Stadtrat. Ein Start zum 1. Juli sei „sportlich“, sagt Christian Schweiger auf Nachfrage. „Aber wir versuchen es.“ Das Signal sei, „nicht ein Verkehr für jeden und alle“, sondern ein Ersatz für besonders betroffene Gruppen, die es nun noch genau zu definieren gilt. Erste Gespräche mit Kelheims Taxiunternehmen seien sehr positiv verlaufen. Mit dem „Go“ des Stadtrats könne man diese vertiefen, so Plapperer.
