Hecke in Eining wurde radikal gestutzt – Bürger verärgert über die Maßnahme

Wenn Bäume oder Hecken gefällt werden, gar ganze Biotope verschwinden, führt das nicht selten zu Protesten von Bürgern. Ein Anwohner in Eining (Landkreis Kelheim) ärgert sich, weil unweit der Fähre eine Hecke verschwunden ist. „Sie war ein Biotop“, klagt er.
Sucht man auf Google Maps das Fleckerl am nördlichen Ortsrand zwischen der Straße Am Donaufeld und der Donau, findet man noch eine ausgedehnte Hecke an einem als Privatstraße ausgeschilderten Weg. In der Realität ist von der vierzig Meter langen Hecke nicht mehr viel zu sehen. Die einst mehr als mannshohen Sträucher sind radikal zusammengeschnitten worden. Zum Teil ragen nur noch einen Meter hohe Reste aus dem Boden.
Lothar Ziegler kann es nicht fassen. „Seit 70, 80 Jahren gibt es die Hecke. Jetzt ist sie weg“, sagt er. Es war eine sehr gemischte Hecke, erklärt der Berufsfischer. Schlehe, Hartriegel, Weißdorn. Holz-Apfel, Kreuzdorn, Heckenrose, Flieder, Holz-Birne, Eberesche, Liguster, Schneebeere, Holunder und andere Sträucher wuchsen hier. 40 Meter war die Hecke lang und zweieinhalb Meter hoch war sie. Jetzt sind nur noch Stümpfe der Sträucher zu sehen. „Bis das wieder nachgewachsen ist“, ärgert sich Ziegler, „werden mehrere Jahre vergehen. Bei diesem Schnitt hat jede Sensibilität gefehlt.“
„Konsequent zurückgeschnitten“
Die Hecke trennte eine Auwiese von einem schmalen privaten Durchfahrtsweg ab. Zugleich waren die Sträucher Unterschlupf und Brutstätte für diverse Vogelarten wie Amseln, Sperlinge, Finken und Rotkehlchen und Schutz gegen Fressfeinde. Auch Kröten und Unken hielten sich hier gern auf, weil die Hecke Schatten und einen guten Einstand garantierte, sagt Lothar Ziegler und er fragt: „Musste das in der Art geschehen?“ Immerhin liege das Areal in einem FFH-Gebiet.
Ziegler weiß: Die Anweisung für den Heckenschnitt kam aus dem Neustädter Rathaus. Bürgermeister Thomas Memmel bestätigt, ein Mitarbeiter der Stadt habe den Rückschnitt vorgenommen. Memmel stellt sich vor seinen Mitarbeiter, sagt aber auch, der Mann habe „sehr konsequent zurückgeschnitten“. Zugleich sagt er: „Nichts wurde unwiederbringlich zerstört.“ So funktioniere Natur. „Eine Nische fällt weg, dafür entsteht anderswo eine neue.“
Radikaler Baumschnitt ab März nicht mehr erlaubt
Die Kommune, betont der Bürgermeister, müsse immer wieder in der Natur eingreifen und Wachstum korrigieren. Deshalb geschehe das im Winter, um den Vögeln ab März ihre Ruhe zu lassen. Zwischen dem 1. März und 30. September ist Vogelschutzzeit, in dieser Zeit ist daher kein radikaler Baumschnitt erlaubt, aber Form- und Pflegeschnitte sind ebenso möglich wie Maßnahmen zur Verkehrssicherung.
Schnittmaßnahmen gibt es an vielen Stellen in Neustadt a.d. Donau. Neben den Böschungen an Bachläufen und Entwässerungsgräben war zuletzt auch das Gelände am Schnittmann-Pavillon betroffen. Auch an der alten Stadtmauer am Stadtgraben waren Gärtner im Einsatz.
Sie wurde vom Efeu befreit, weshalb man jetzt wieder die Installation an der Mauer sieht. „Im nächsten Schritt soll die Beleuchtung wieder in Gang gesetzt werden“, sagt Thomas Memmel.


