D’Vahunackldn: Auch im 35. Jahr sind sie noch kein bisschen leise

Von Lucia Pirkl · 27. Februar 2025 um 15:00

Zum Fasching gegründet: Seit mehr als drei Jahrzehnten mischen D’Vahunackldn aus Abensberg mit Dixieland auf und zwar weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt hinaus.

Wenn es Conny Ehrlich und seine Frau Olga nicht gegeben hätte, dann gäbe es vielleicht auch D’Vahunackldn nicht. „Wir sind alle Kinder von Conny und Olga Ehrlich“, sagt Dietmar Feldmann über den Beginn von D’Vahunackldn . Denn die ersten musikalischen Schritte, die hatten sämtliche Bandmitglieder bei den beiden in der Jugendblaskapelle unternommen.

Wenn heuer D’Vahunackldn am Faschingsdienstag durch die Innenstadt ziehen, dann ist das auch ein kleines Jubiläum. Gegründet hatten sie sich vor 35 Jahren an einem Faschingsdienstag. Feldmann, Robert Jahny und Axel Ries hatten ihre Jugendfreunde animiert, miteinander zu musizieren, die Tradition der Band Muhakln fortzusetzen. Zu elft standen sie schließlich vor dem Musikgeschäft der Ehrlichs und wollten mit Dixieland den Fasching aufmischen. Nur eine Trompeterin fehlte noch. Ehrlich griff zum Telefon und auch das Problem war schnell gelöst. Pia Tausendpfund sei daheim in Arnhofen gerade beim Backen gewesen, erzählt Feldmann, aber die Idee habe ihr gefallen. Sie kam und dann legten D’Vahunackldn los, „und zwar ohne geübt zu haben“, erinnert sich Feldmann.

Das war der Beginn einer rührigen Zeit. In den Jahren, die folgten, spielten sie bis zu 25-Mal im Jahr, in Biergärten genauso wie bei Faschingsfeiern, bei Hochzeiten oder auf Schiffen. Der eigene Faschingsball bereicherte das ohnehin rege Faschingstreiben in Abensberg noch eins mehr. Irgendwann zog man sogar in den Stadl um, „der war brechend voll“, erinnert sich Feldmann.

Medaillen für Trinkfeste

Und das Starkbierfest beim Lauberger, zu dem Feldmann sogar extra Medaillen gegossen hatte, mit denen sich all jene schmücken durften, die ordentlich zulangten, die waren legendär, „wir standen im Landshuter Polizeikalender“, erinnert sich Feldmann schmunzelnd. Irgendwann seien ihnen die Medaillen mehr oder weniger verboten worden. Es ging wild her, es gab Arm- und Beinbrüche, das Bier war schneller aus als es so manchem Gast vielleicht lieb war, und als dann einmal ein Lautsprecher fast von der Bühne kippte, spätestens dann wusste Feldmann, dass nun die Reißleine gezogen werden musste.

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Die Veranstaltungen, die schob Feldmann kräftig mit an, „ich bin kein Musiker, ich mache Musik, ich bin der Schlechteste in der Band“, behauptet Feldmann, der dort das Banjo spielt, von sich. „Aber ich halte die Band zusammen“. Feldmann rührte landauf, landab die Werbetrommel, nicht selten sogar unabsichtlich, wenn er etwa einem privaten Konzertveranstalter von den D’Vahunackldn erzählte und der sie dann gleich spielen hören wollte. Und die Gage, die es für die Auftritte gab, die hielt Feldmann schön zusammen und finanzierte damit diverse Reisen mit den Bandkollegen. Es ging in die USA, nach Nashville oder Houston, auf dem Ballermann im Mallorca haben sie gespielt, und in Portugal oder auf Rhodos waren sie als Straßenmusiker unterwegs. „Es ging uns immer nur um den Spaß, nie ums Geld“, sagt Feldmann.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Bei einer Irlandreise verunglückte ein Bandkollege mit dem Auto. Ein Schlag, der auch D’Vahunackldn nachdenklich machte.

Die Jahre zogen ins Land, und Feldmann bemühte sich, „ordentlich Kit zu schmieren“, wie er sagt, um die Musiker zusammenzuhalten. Zwischenzeitlich sprangen vier Gründungsmitglieder ab, aber der Rest blieb. Haus bauen, Kinder kriegen, beruflich am Ball bleiben – sich in der „Rush Hour“ des Lebens immer wieder zum Spielen zu animieren, keine leichte Aufgabe. Aber Feldmann versuchte, die Bandmitglieder mit Traditionsterminen, und dazu gehört eben auch der Faschingsdienstag, mit Frühschoppen am Morgen in Feldmanns Küche, schön bei der Stange zu halten. „Manchmal waren wir vielleicht zu dritt.“ Früher hatten sie sogar einen eigenen Wagen beim Faschingszug gehabt, aber diese Zeiten sind vorbei.

Nicht vorbei hingegen sind Auftritte wie im Biergarten in Ratzenhofen. „Dort spielen wir schon seit 30 Jahren am Vatertag“. Geübt wurde in all den Jahren nie, wie Feldmann beteuert. Die Bandmitglieder leben in halb Bayern verstreut, so manchen traf man nur einmal im Jahr, direkt vor einem Auftritt. „Und dann kommen die auf die Bühne und es ist so wie immer.“ Dabei sei es rein rechnerisch eigentlich ein „Albtraum, nur 120 Kilometer für einen Auftritt zu fahren“.

Andere Bands haben sich längst aufgelöst, warum sie nicht? „Zum einen sind wir alle sehr gut befreundet“, sagt Feldmann. Man kenne sich eben seit der Jugend oder noch früher, sei miteinander durch dick und dünn gegangen.

Und dann seien viele in der Band auch multiinstrumental, will heißen: Viele spielen mehr als ein Instrument. So könne immer einer einspringen, wenn mal einer krank ist oder nicht kann. Dass alle zwölf miteinander auf der Bühne stehen, sei ohnehin selten. Und auch befreundete Gastmusiker, die man seit vielen Jahren kennt, musizieren hier und da mit.

Vorbei sind die Zeiten, in denen sie am Faschingsdienstag von Lokal zu Lokal zogen, überall ein Schnapserl abkassierten und bald nicht mehr nüchtern waren. Ein bisserl was geht aber immer noch, und sich verkleidet in die Menge zu mischen, beispielsweise auch dem Schwarz Beck einen musikalischen Besuch abzustatten, das muss dann einfach sein. Mittlerweile rückt die zweite Generation nach. Neue Bandmitglieder sind dazu gekommen und die schieben kräftig mit an.

Plötzlich wird geübt

„Jetzt wollen plötzlich alle üben“, schmunzelt Feldmann. Freilich, der eine oder andere hat wieder mehr Zeit und mit neuen Musikarrangements – „wir spielen auch Michael Jackson, aber als Dixieversion“– ist auch die Motivation wieder gestiegen, „das macht einfach einen Heidenspaß“, sagt Feldmann. Und auch so manches, mittlerweile erwachsenes Kind der Bandmitglieder musiziert da und dort schon einmal mit.

D’Vahunackldn sind also noch längst nicht fertig, „wir spielen zusammen bis zum Schluss, bis ans Grab“, sagt Feldmann und meint es ganz ernst, wenn er sagt: „Ich hoffe auf weitere 35 Jahre.“

Die Muhakl standen Pate:

Mitglieder: Georg Alkofer, Daniel und Florian Eder, Dietmar Feldmann, Robert Jahny, Matthias Moritz, Axel und Enno Ries, Helmut und Markus Rothtauscher, Pia Tausendpfund und Dietmar Weichinger

Auftritte: In diesem Jahr sind fünf bis sechs Auftritte geplant. Am 1. Mai spielen sie in Essing und setzen damit auch ein Stück weit die Tradition fort, denn ein Auftritt in einem Abensberger Innenhof war einst der Startschuss dafür, ein Programm für weitere Konzerte zu erarbeiten. Aber auch in der Walba bei Pentling, bei der Sommerlaune in Abensberg, im Biergarten in Ratzenhofen oder im Biergarten in Biburg sind sie zu Gast.

Name: Der Einfall, sich D’Vahunackldn zu nennen, ist auch den Muhakln, die sie inspirierten, geschuldet. „Wir wollten, dass das irgendwie in den Namen mit einfließt“, so Dietmar Feldmann. Und in der Tradition der englischen Bands, die oft das „The“, den Artikel vor dem Namen stehen haben, sollten eben auch D’Vahunackldn einen Artikel tragen.

Verkleidung ist natürlich ein Muss am Faschingsdienstag, die Tradition muss schließlich hochgehalten werden.
Auch, wenn selten alle Mitglieder dabei sind, der Spaß kommt nicht zu kurz.
Mit dem Konzertgeld fuhren D’Vahunackldn auch ins Ausland, wie hier nach Ungarn.
So kennt man sie von den Auftritten in der Stadt.