Schuldenstand steigt auf 17,1 Millionen Euro und soll in den kommenden Jahren abgebaut werden

War im vergangenen Jahr von einem Rekordhaushalt für Furth im Wald die Rede gewesen (rund 41,5 Millionen Euro), so liegt die Zahl heuer noch einmal deutlich darüber: 51 524 600 Euro.
Wie sich das Zahlenwerk darstellt, erklärte Bürgermeister Sandro Bauer vor dem Stadtrat am Dienstagabend.
Ein Rückblick auf 2024: Das gesamte Haushaltsvolumen von 41 492 525 Euro setzte sich aus dem Verwaltungshaushalt in Höhe von 25 137 523 Euro und einem Vermögenshaushalt von 16 355 002 Euro zusammen. Für 2025 stehen im Verwaltungshaushalt 23 802 900 Euro und im Vermögenshaushalt 27 721 700 Euro. Erfreuliches hat sich für 2024 im Bereich des Gewerbesteuer-Bruttoaufkommens ergeben. War ein Betrag in Höhe von 5,5 Millionen Euro angesetzt, so lag das tatsächliche Rechnungsergebnis mit 9 280 010 Euro deutlich darüber.
Für 2025 wird nun ein Gewerbesteueraufkommen von 6 700 000 Euro angesetzt. „Ein deutlich höherer Betrag, den wir diesmal annehmen“, so Bauer. Wie sich der Betrag tatsächlich darstellt, sehe man meist erst im dritten Quartal des Jahres. Für die Einkommenssteuer sind 5 234 500 Euro geschätzt (2024: 5 028 628 Euro).
„Die Steuerkraftzahl bezieht sich auf das Aufkommen je Einwohner aus der Grundsteuer, der Gewerbesteuer sowie des Einkommensteuer- und Umsatzanteils“, heißt es im Haushaltsplan. Die Steuerkraft ist im Jahr 2025 demnach auf 1227,54 Euro gestiegen. Im Vorjahr lag der Wert bei 1063,83 Euro.
Mehreinnahmen generiert
„Unsere Finanzkraft ist gestiegen, das heißt aber auch, dass wir weniger Schlüsselzuweisung bekommen“, erklärt der Rathauschef. 2 492 872 Euro gab es im Jahr 2024, heuer sind es noch 1 660 984 Euro. Das sind knapp 832 000 Euro weniger. „Geld, das uns zum Ausgeben fehlt.“ Im Jahr 2023 war die Schlüsselzuweisung lediglich im 61 000 Euro gesunken. Das ist aber noch nicht alles: Mehr Einnahmen bedeuten auch eine höhere Kreisumlage, also der Betrag, der an den Landkreis Cham überwiesen werden muss. War der Betrag im Jahr 2024 mit 5 010 315 (Umlagesatz: 43 Prozent) schon der höchste im Berechnungszeitraum seit 2013, so ist er für 2025 noch einmal deutlich gestiegen. Bei einem ebenfalls wieder erhöhten Umlagesatz von 46,50 Prozent, müssen aufgrund der höheren Umlagekraft jetzt 1 053 146 Euro mehr, also 6 063 461 Euro, auf das Konto des Landkreises überwiesen werden. „Damit fehlen uns rund zwei Millionen auf dem Konto, für die wir gar nichts können“, bedauert Bauer. Die Kreisumlage für Landkreis und Bezirk ergibt sich übrigens aus der Tatsache, dass beide keinen Zugriff auf Steuergelder haben.
2024 wurden fünf Millionen Euro neue Kredite aufgenommen, ein Darlehen in gleicher Höhe ergibt sich für das Jahr 2025. Der Schuldenstand steigt somit auf 17,1 Millionen Euro (2024: 12,9 Millionen Euro). Getilgt werden demnach 800 000 Euro. Für das Haushaltsjahr 2025 ist somit eine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt von 1 208 600 Euro geplant. 2021 war die Zuführung mit gut vier Millionen Euro aufgrund von Stabilisierungshilfen möglich, in den drei darauffolgenden Jahren mit zweimal rund vier und einmal knapp fünf Millionen Euro wegen deutlicher Mehreinnahmen in der Gewerbesteuer.
Die Pro-Kopfverschuldung bei 8998 Einwohnern (Stand: 31.12.2023) betrug 945 Euro im Jahr 2023, 1434 Euro ein Jahr später und soll für das Jahr 2025 auf 1900 Euro steigen. Damit ist der Peak erreicht. 2026 soll es keine Nettoneuverschuldung geben, weil laut Bauer zwar ein Darlehen über eine Million Euro aufgenommen, aber der gleiche Betrag getilgt wird. So bleibt die Verschuldung gleich und wird in den darauffolgenden Jahren wieder sinken. Die Grunderwerbssteuer ist um rund 250 000 Euro auf 1,35 Millionen Euro gestiegen. Eine endgültige Aussage zu diesem Posten kann noch nicht gemacht werden, weil es viele Beschwerden gegen die Neuveranlagung gibt.
Auf der Ausgabenseite schlagen die Personalkosten seit Jahren stark zu Buche. Lag die Summe 2024 noch bei rund 5,6 Millionen, erhöht sie sich für 2025 auf 5 918 750 Euro. „Aufgrund der Besoldungserhöhungen der Beamten um 5,5 Prozent und des noch ausstehenden Tarifabschlusses der Beschäftigten ergeben sich zwangsläufig auch im Jahr 2025 höhere Personalkosten“, so Bauer. Er geht aber auch davon aus, dass der angesetzte Betrag so wie in den Vorjahren nicht ganz erreicht wird. Geht ein älterer Mitarbeiter, startet ein jüngerer zunächst in eine tiefere Besoldungsgruppe.
Die Zinslast wird sich mit 430 000 Euro mehr als verdoppeln (2024: 198 826 Euro). Darin enthalten sind die Zinsen für bestehende Kredite, für die zusätzliche Aufnahme von fünf Millionen Euro, reguläre Kontoführungsgebühren sowie die Zinsen für die mögliche Inanspruchnahme des Kassenkredits (maximal sieben Millionen Euro) in Höhe von 20 000 Euro. Den Kassenkredit, der für Zwischenfinanzierungen zur Verfügung steht, hatte man sich auch 2024 genehmigen lassen. „Wir haben aber keinen Euro davon gebraucht.“
Auf der Ausgabenseite steht ganz prominent die Landesgartenschau mit zwei verschiedenen Töpfen: zum einen dem Investitionshaushalt mit geschätzten Baukosten von rund 13 Millionen Euro. Bis zum 31. Dezember 2024 wurden von diesem Budget bereits rund sechs Millionen Euro ausgegeben, etwa der gleiche Betrag fällt 2025 an, und 935 000 Euro sind für 2026 eingeplant. 6,3 Millionen Euro Einnahmen aus Fördergeldern ergeben sich im Jahr 2025, im Jahr darauf noch einmal 1 462 000 Euro.
Gartenschau kostet viel
Für die Durchführung der Landesgartenschau werden Mittel in Höhe von 8 040 526,26 Euro benötigt. Knapp drei Millionen Euro wurden bereits zum 31.12.2024 abgerechnet, 2026 ergeben sich Abwicklungskosten in Höhe von 300 000 Euro, so dass sich 2025 ein Mittelbedarf 4 781 080,77 Euro. Hereinkommen soll der Großteil dieser Summe durch Verkaufserlöse, Spenden, Sponsoring und Zuschüsse. Weil die Landesgartenschau das Geld zum Großteil vor Beginn der Schau benötigt, wurde der gesamte Betrag zunächst bei der Stadt als Ausgabe veranschlagt. Auf der Habenseite stehen geplante Einnahmen von 4 077 476,20 Euro und eine Durchführungsförderung von einer Million Euro, so dass ein Eigenanteil von knapp drei Millionen Euro bleibt.
Ausgaben
Ein Auszug der geplanten Ausgaben für Baumaßnahmen für 2025. In die Beträge nicht eingerechnet sind Fördergelder. Bürgermeister Sandro Bauer sagt, dass alleine im vergangenen Jahr acht Millionen Förderung beantragt und bewilligt wurde. Beträge in Millionen Euro: Parkarena: 2,685; Lorenz-Zierl-Straße und Himmelreich: 2,2; Amtsgericht: 1,8; Museum: eine Million; Sanierung Postgartenweg: 0,92; Drachenhöhle: 0,9; Sanierung Kirchplatz: 0,7;
Weitere Ausgaben: Feuerwehrwesen 700 000, Glasfaserausbau 200 000 Euro
