Trotz Skepsis: Marktgemeinderat Neukirchen-Balbini billigte Pläne für Kinderkrippe

Der Neubau der Kinderkrippe mit der Mensa für die Grundschule ist und bleibt ein Sorgenkind für den Marktgemeinderat. Manche Räte fragen sich, ob der Markt das Projekt finanziell schultern kann. Dies wurde auch am Montag bei der Vorstellung der ersten Planung durch Architektin Simone Bücherl vom Ingenieurbüro Altmann aus Cham deutlich.
Für die eingruppige Kinderkrippe sind zwei Baukörper im Garten des Kindergartens St. Anna vorgesehen: Im größeren Teil sind Funktionsräume mit Mensa und Küche untergebracht. Im zweiten Teil sind die Räume der Krippe geplant. Ein kleiner Zwischenbau soll die beiden Gebäude verbinden, hier sind ein Wartebereich für die Eltern und ein Spielflur integriert.
Die Kosten für das Bauwerk schätzen die Planer auf rund 1,5 Millionen Euro. Bürgermeister Markus Dauch bezeichnete die Planung als „guten und durchdachten Entwurf“. Sie sei mit den Fachstellen und der Regierung der Oberpfalz abgesprochen. Den Ratsmitgliedern Hans Deml, Johannes Ziegler und Thomas Gruber bereiteten die Kosten dennoch gehörige Bauchschmerzen. Deml fragte ganz direkt, ob der Markt sich das leisten könne.
Kosten sollen im Blick bleiben
Bürgermeister Dauch versicherte, dass bei der späteren Entwurfsplanung versucht werde zu sparen, wo es nur gehe. Jetzt gehe es darum, die vorgestellte Planung zu genehmigen, damit sie im Bauantrag eingereicht werden könne. Dies sei Grundlage für die Stellung der Förderanträge. Nach kurzer Diskussion billigte der Gemeinderat das Vorhaben.
Der Markt Neukirchen-Balbini geht in der Öffentlichkeitsarbeit einen neuen Weg und erhält noch in diesem Jahr eine Gemeinde-App. Der Gemeinderat hat sich für die Heimat-Info App der Firma Cosmema aus Gaimersheim entschieden. Eine Bürger-App sei die perfekte tagesaktuelle Informationsplattform, schickte Bürgermeister Markus Dauch voraus.
Dominik Schweiker, Digitalisierungsberater von Cosmema, stellte Funktionalität der App vor. Wenn das Rathaus auf kurzfristige Straßensperrungen hinweise, Warnmeldungen herausgebe, über kulturelle Highlights informieren oder geänderte Öffnungszeiten veröffentlichen wolle, dann könnten die Bürger per Push-Nachrichten direkt erreicht werden, erklärte Schweiker. Auch könnten sie einfach auf verschiedene kommunale Dienstleistungen zugreifen. Sie könnten beispielsweise Anträge stellen, Termine vereinbaren, Müllabfuhrpläne einsehen oder Informationen zu Behördenkontakten finden. Dies spare Zeit und vereinfache die Kommunikation mit der Verwaltung.
Zustimmung zu Projekt
Außerdem führte Schweiker aus, dass die App eine Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit der Vereine biete. Diese könnten dort über Neuigkeiten und Veranstaltungen berichten. Veranstaltungen könnten in einem übersichtlichen Kalender angezeigt werden. Download und Nutzung der App seien kostenlos. Der Markt müsse einen einmaligen Betrag für die Einrichtung der App sowie einen monatlichen Beitrag zahlen. Die Mitglieder des Gemeinderats waren von der Präsentation derart begeistert, dass sie Dauch beauftragten, einen zunächst auf drei Jahre laufenden Vertrag abzuschließen.
Die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2023 des Marktes unter Vorsitz von Zweiter Bürgermeisterin Bettina Schwab hatte keine gravierenden Beanstandungen ergeben. Die meisten Anfragen konnten bereits während der Prüfung geklärt werden. Schwab bescheinigte Kämmerin Martina Held eine ausgezeichnete Arbeit. Einstimmig stellte der Gemeinderat das Ergebnis der Jahresrechnung fest und erteilte die Entlastung für das Haushaltsjahr 2023.
Einstimmig erteilte das Gremium auch einem Baugesuch aus Albenried sein Einvernehmen. Dabei geht es um den Abbruch eines Carports sowie einen Anbau an beiden Seiten des Gebäudes. Auf der einen Seite soll ein Wintergarten und auf der anderen Seite eine komplette Wohneinheit errichtet werden. Weiter soll eine Garage für drei Autos gebaut werden.
Zuschüsse
Spielvereinigung: Aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 27. Januar gab der Bürgermeister bekannt, dass der Markt der SpVgg einen Zuschuss von 180.000 Euro gewährt. Dieser soll in den Neubau des Sportheims sowie die Sanierung der Tennisanlage mit Erweiterung der Flutlichtanlage fließen.
Ehemaliges Sparkassengebäude: Für die Elektroinstallation genehmigte der Marktgemeinderat nachträglich die Ausgaben in Höhe von 5368 Euro.