Der Freundeskreis Cabrini-Haus in Offenstetten sucht neue Mitglieder

Die Unterstützer des Cabrini-Hauses wollen neu durchstarten und laden zum Vortrag über soziale Berufe nach Offenstetten. Vor allem junge Hände werden gebraucht.
Das Benefizdinner war legendär, so manches Schlosskonzert auch: Der Freundeskreis Cabrini-Haus Offenstetten hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Gästen einen schönen Abend zu bieten. Das Geld, das dabei eingenommen wurde, kam eins zu eins den Bewohnern zu Gute. Es war eine gute, eine emsige Zeit. Und dann kam Corona und bremste das Engagement mit einem Mal bei voller Fahrt aus. „Das hat uns komplett den Stecker gezogen“, sagt Schwester Sieglinde rückblickend, „wir waren hier ja isoliert, abgeriegelt.“
Der Freundeskreis blieb freilich erhalten, aber als sich der Freundeskreisrat im vergangenen Herbst nach langen Monaten der Abstinenz wieder traf, schwang da auch ein bisschen Ratlosigkeit mit. Bald war klar: Der Freundeskreis möchte sich wiederbeleben. Mit einer ersten Veranstaltung geht es schon einmal los: Am 13. März um 19 Uhr spricht KJF-Vorsitzender Michael Eibl im Mutter-Cabrini-Stüberl über die Zukunft von sozialen Einrichtungen. Jeder, den das Thema interessiert, ist willkommen. Denn der Freundeskreis will nach der erzwungenen Corona-Zäsur wieder in Aktion treten. Dazu braucht es aber auch das eine oder andere neue Mitglied.
Sich nach außen öffnen
2006 hatte eine Handvoll von Menschen, darunter Schwester Sieglinde und Gudrun Gammel, den Freundeskreis ins Leben gerufen. Das Ziel sollte sein, das Cabrini-Haus mehr in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, sich mehr nach außen zu öffnen.
Der Anstoß dazu kam eigentlich durch eine Spende der Firma Gammel. Als Michael Gammel und Robert Göttfried in eine Wohngruppe geführt worden waren, um zu sehen, wem sie mit ihrer Zuwendung helfen, schlossen sie die Kinder ziemlich schnell ins Herz und sinnierten beim Hinausgehen darüber, dass es schön wäre, einen Freundeskreis für die jungen Menschen zu gründen. Es vergingen ein paar Monate, bis sich im Juni 2006 schließlich über 50 Freunde zur Gründung trafen.
Auch, wenn beim Freundeskreis nicht primär das Geld im Vordergrund steht, sind finanzielle Zuwendungen gerne gesehen – etwa, um den Bewohnern das eine oder andere Extra zu ermöglichen. Eine Fahrt ins Legoland zum Beispiel, neue Räder für das eine oder andere Kind, das noch keines hat. Oder auch einfach der Besuch einer Pizzeria: Für viele Bewohner sind das Höhepunkte in ihrem Alltag. Vor allem die Einkehr in ein Lokal ist ein kleiner Luxus, der nur allzu selten realisiert wird. Dabei ist Teilhabe am Leben extrem wichtig.
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Und um die zu ermöglichen, hatte der Freundeskreis findige Ideen. Bei den „Schlossträumen“ 2011 wurde musiziert und gesungen, es gab Lesungen und die Bewohner steuerten ihres bei. Bei den Benefizdinners, die 2008 das erste Mal und insgesamt fünfmal stattfanden und sich am Vorbild von Schubecks Palazzo orientierten, kochte Helmut Schwögler, „gewürzt“ wurde das Ganze mit diversen Auftritte.
Für den Freundeskreis war das natürlich im Vorfeld mit einer Menge an Arbeit verbunden. Kontakte mussten geknüpft, Eintrittskarten und Plakate gedruckt, dann der Abend organisiert und schließlich die Gäste bewirtet werden. Viele halfen mit, übernahmen den Service oder den Abwasch danach. Damit waren die vielen Veranstaltungen nicht nur eine tolle Werbung für das Cabrini-Haus sondern auch eine gute Möglichkeit, von sich reden zu machen, neue Freunde und Verbündete zu finden. Das Cabrini-Haus wurde zu einem kulturellen Treffpunkt, Berührungsängste wurden abgebaut.
Mit Herzen unterstützen
Und nicht zuletzt konnte durch die Events auch der eine oder andere Euro eingenommen werden, der dann wiederum den einen oder anderen Luxus, ein „Add-on“, wie es Gudrun Gammel nennt, für die Bewohner ermöglichte.
Freilich gebe es auch außerhalb des Freundeskreises viele Spender, die seit Jahren oder immer mal wieder das Cabrini-Haus unterstützten, ist es Schwester Sieglinde wichtig, zu betonen. Hinter dem Freundeskreis stehe aber noch mehr, nämlich die Idee, dass man das Cabrini-Haus auch gedanklich und mit dem Herzen unterstützt.
Und dafür braucht der Freundeskreis dringend „Frischblut“: „Wir haben Mitglieder, die sind schon 80“, so Schwester Sieglinde, „die haben uns lange unterstützt und viel gegeben.“ „Wir wollen frischen Wind in den Freundeskreis bringen, wollen, dass auch Jüngere nachkommen, die mit anschieben“, so Stefan Seehofer, Leiter des Cabrini-Zentrums. „Mir wäre es wichtig, dass die nächste Generation nachkommt“, sagt auch Gammel. Gerade, um Veranstaltungen zu stemmen, wären jüngere Mitglieder, die auch mit anpacken können also sehr gern gesehen.
Vortrag für alle:
Termin: Am 13. März um 19 Uhr im Mutter-Cabrini-Stüberl spricht KJF-Vorsitzender Michael Eibl über die Zukunft von sozialen Einrichtungen.
Cabrini-Haus: Das Cabrini-Heim bietet 125 Erwachsenen und 50 Kindern in unterschiedlichsten Wohngruppen, nicht nur für Schwerbehinderten, und auch in Rohr sowie in Riedenburg, eine Heimat. 420 Mitarbeiter sind hier angestellt – im Übrigen kein Selbstläufer, denn auch hier wird es immer schwieriger, Angestellte zu finden.
Mitglied: Mitglied kann jeder werden, einen festen Mitgliedsbeitrag gibt es nicht. Es sind auch gerne Menschen gesehen, die sich auch anderweitig tatkräftig einbringen wollen, beispielsweise bei Festen. Der Freundeskreis Cabrini-Haus Offenstetten ist unter Telefon (0 94 43) 9200 oder per E-Mail an cabrini-haus@t-online.de erreichbar.
Spendenkonto: Kreissparkasse Kelheim, IBAN: DE48 7505 1565 0010 6470 63


