Junge Erfinder präsentieren Tüfteleien: Bei Jugend forscht sind Chamer Gymnasiasten stark vertreten

Von Kilian Graef · 23. Februar 2025 um 19:00

Als Robert Wagenbrenner bei der Preisverleihung von Jugend forscht dreimal hintereinander den Namen seiner Schule hört, kann er es kaum fassen. Die Schüler des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums – die einzige Chamer Schule, die an dem Wettbewerb teilnahm – belegten in der Kategorie Arbeitswelt die ersten drei Plätze und holten zusätzlich drei von vier Sonderpreisen.

Jugend forscht ist ein bundesweiter Wettbewerb für Schüler mit Erfindergeist. Ihre Entwicklungen präsentieren sie im Regionalwettbewerb. Die besten qualifizieren sich für das Landesfinale und können dort ein Ticket für das Bundesfinale lösen.

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Beim Regionalwettbewerb, in der Fakultät der Physik an der Universität Regensburg, haben Schulen von Hof über Parsberg bis Cham teilgenommen. Das Joseph von Fraunhofer-von-Gymnasium war mit insgesamt sieben Projekten in drei verschiedenen Kategorien vertreten. Sie räumten vier Podestplätze und sechs Sonderpreise ab. „Ich bin sehr stolz, weil es ja auch das Ziel ist, neben dem Erstellen des Projektes gut zu präsentieren“, sagt Robert Wagenbrenner, der seit knapp 30 Jahren als Lehrer bei Jugend forscht dabei ist und das Wahlfach Erfinderclub leitet.

Mit seinen Schülern hat Wagenbrenner zu jedem Projekt einen Flyer erstellt und auch die Organisation sowie Finanzierung, beispielsweise der Busfahrt, sind aufwendig. Doch all das lohne sich jedes Jahr aufs Neue. Als Anerkennung erhielt Wagenbrenner stellvertretend für seine Schule einen Sonderpreis.

Eine Hühnerinnovation

Bereits am Donnerstag präsentierten die Schüler der Jury ihre Projekte. „Die Jury hat uns gesagt, was sie gut finden und uns Tipps gegeben, was man besser machen kann“, erklärt Samuel Heuberger. Er geht zusammen mit seinem Projektpartner Luca Schmid in die sechste Klasse. Die beiden Tüftler präsentierten den Innovativen Fressplatz für Hühner der Öffentlichkeit, die am Freitag vor der Preisverleihung eingeladen war . „Mein Papa hat manchmal geschimpft, weil unsere Hühner das Futter verschleudert haben“, sagt Heuberger.

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Der innovative Fressplatz soll Abhilfe schaffen und Futter sparen. Er besteht aus zwei Eimern, zwei Holzrutschen, einem Gestell und einer Rampe. Über die Rampe laufen die Hühner zum Futtereimer und gelangen über zwei runde rote Öffnungen an die Körner. Diese verschleudern sie beim Picken nach wie vor. Allerdings − Heuberger und Schmid lassen absichtlich Körner fallen – rieselt das Getreide über die beiden Holzrutschen in den Auffangeimer. Der lässt sich leicht abmontieren und das sonst verloren gewesene Futter landet wieder im oberen Eimer. „Es ist nur ein Prototyp“, erklären Heuberger und Schmid. Das Material der Rampe, die man zum Schutz vor Mäusen einklappen kann, soll sich von Holz zu nachhaltigem recyceltem Plastik ändern. Außerdem ist ein Regenschutz geplant.

Gegen das Notenchaos

Einen rollenden Notenständer mit Schubladen für Instrumente und Notenblätter haben Jonathan Eheberg und Matthias Effenhauser erfunden. „Viele meiner Familienmitglieder spielen Instrumente“, sagt Eheberg. Die vielen Notenblätter liegen meistens schwer findbar herum oder blockieren den Notenständer. Dem wollen Effenhauser und Eheberg ein Ende setzen.

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Den für Rollstuhlfahrer unüberwindbaren Treppen will Emilio Weber mit seiner Treppen-Rampe den Kampf an sagen. Die Idee kam ihm im vergangenen Jahr bei Jugend forscht an der Universität in Passau. „Es war für Rollstuhlfahrer unmöglich, in das Gebäude zu kommen“, sagt der Rodinger. „Deswegen habe ich mir gedacht, man könnte eine Treppe erfinden, die zu einer Rampe wird.“

Am Holzmodell demonstriert der Schüler, wie einfach das geht. Er zieht an einem Hebel, und schon ist die einstige Treppe ein barrierefreier Aufstieg. Mit der Erfindung hat Weber die Kategorie Arbeitswelt und einen Sonderpreis gewonnen. „Das habe ich nicht erwartet“, sagt er. Weber wird die Region im April beim Landesfinale vertreten.

Die Preisträger im Überblick

Platz eins: Emilio Weber siegte in der Kategorie Arbeitswelt mit dem Projekt Treppen-Rampe. Damit hat er sich für das Landesfinale vom 2. bis 4. April in Klingenberg qualifiziert.

Platz zwei: Mit ihrem innovativen Fressplatz für Hühner, schafften es Samuel Heuberger und Luca Schmid auf den zweiten Platz in der Kategorie Arbeitswelt.

Platz drei: Ein dritter Preis in der Kategorie Technik ging an das Projekt Rollstuhlreifenwaschanlage von Sophie-Nicole Chokouaha und Talisa-Marie Heim. Nach dem Passieren einer Rampe mit integrierter Doppelwalze sind die Reifen von Rollstühlen von Schmutz befreit. Den dritten Platz in der Kategorie Arbeitswelt holte Jakob Heuberger mit seiner magnetischen Duschhalterung, die das Bohren von Löchern in der Dusche überflüssig macht.

Sonderpreise: Louis Schmid (Schwimmhilfe für Smartwatcharmbänder), Elias Dimpfl und Rayen Tarhouni (Das alphabetische Zahlensystem nach römischem Vorbild), Jakob Heuberger (magnetische Duschhalterung), Samuel Heuberger und Luca Schmid (innovativer Fressplatz für Hühner), Jonathan Eheberg und Matthias Effenhauser (fahrbarer Notenschubladenturm), Emilio Weber (Treppen-Rampe), Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium (Engagement)

Emilio Weber macht die Treppe zur Rampe. Foto: Graef
Dank Magnetduschwand: nie wieder bohren Foto: Graef
Diese Konstruktion spart Hühnerfutter.