Der Erfolg am Ludwigsberg in Bad Kötzting wurde 2024 mühsam „gewebt“

Die Aufgabe war gewaltig, die Bilanz über das Festspieljahr 2024 imposant: Die Entwicklung der Festspielgemeinschaft am Ludwigsberg ist Anlass, mit guter Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Mehr denn je präsentierte sich die FSG als eine generationenübergreifende, verschworene Gemeinschaft, und zeigte bei der Jahresversammlung am Freitag beim Lindner-Bräu, dass sie weiter als Kulturträger wachsen will.
Mit einem kurzen Gedenken für die verstorbenen Mitglieder der Festspielgemeinschaft eröffnete Vorsitzende Beate Bauer das Treffen im Lindner-Saal. Sie erinnerte an den Beginn der Arbeiten am Ludwigsberg im März, bei dem auch der erste „Bergfrühling“ vorbereitet wurde. Parallel lief dazu ein Workshop für das neue Stück „Die Weber“ von Gerhart Hauptmann.
Hunderte bei erstem Frühling
Der „Bergfrühling“ am 13. April mit vielfältigen Angeboten lockte Hunderte Besucher auf den Ludwigsberg. Der Jahrtag mit Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche, die Beteiligung von über 50 Spielern beim Festwirtseinzug am Pfingstsamstag, zwei überaus erfolgreiche Aufführungen des „Pfingstlspiels“ erwähnte Beate Bauer ebenso, wie die Beteiligung an der Eröffnung des Festspielsaison auf Burg Neuhaus und am Nordgautag in Grafenwöhr.
Beim Kurparkfestival war die FSG im Juli vertreten und am 27. Juli war die von allen mit Spannung erwartete Premiere von „Die Weber“, der weitere erfolgreiche Aufführungen folgten. Danach war der ökumenische Gottesdienst unterm Ludwigsturm ein Highlight, sagte die Vorsitzende und erinnerte an den Besuch von Aufführungen in Waldmünchen, Furth im Wald und Neukirchen b. Hl. Blut. Die „Gagenauszahlung“ in Form einer „Schwammerbräi“ führte noch einmal alle Akteure zusammen, und im Dezember freute sich die gesamte Festspielgemeinschaft über die Auszeichnung der FSG-Jugend mit dem Jugendpreis 2024 des Landkreises Cham.
Bürgermeister Markus Hofmann dankte der Festspielgemeinschaft für ihre Einsätze während des ganzen Jahres, lobte die Kreativität der Akteure, die auch Heimatverbundenheit fördere, indem sie seit Jahrzehnten Tausende von Besuchern auf den Ludwigsberg locke. Der neue Regisseur Sascha Edenhofer habe auch neuen Schwung in die Gemeinschaft gebracht und der Erfolg von „Die Weber“ habe auch bei diesem sozialkritischen Stück gezeigt, „dass man das kann“, lobte der Bürgermeister. Mit seinem Dank verband Hofmann die Gratulation zum Jugendpreis 2024, den er als Indiz wertete, „dass es weitergeht“.
„Was für eine Saison liegt hinter uns!“, schwärmte Spielersprecher Markus Kilger und zitierte Regisseur Edenhofer: „Ihr wolltet Drama – ihr bekommt Drama!“. Das Stück von Gerhart Hauptmann habe den Akteuren nicht nur schauspielerisch, sondern auch emotional viel abverlangt und auch das Publikum tief bewegt. Das Bühnenbild sei so minimalistisch wie eindrucksvoll gewesen, ein „ein nackter und ehrlicher Look“, der perfekt zur beklemmenden Geschichte der leidenden Weber passte, meinte Kilger. In Erinnerung blieb auch eine Männerwelt mit langen und struppigen Bärten. Unvergesslich sei der Moment, als sich während einer Aufführung eine Maus auf die Bühne verirrte, sich zeitweise unter dem Rock einer Spielerin verkroch, die als blinde Weberin das Mäuschen nicht kommen hatte sehen, während die Zuschauer ob der unfreiwilligen Einlage einen in der Regie nicht vorgesehenen Lachanfall erlebten. Viele seien bei diesem Stück „über sich hinausgewachsen“, bestätigte Kilger und lobte besonders die Jugendgruppe, die am Saisonabschluss mit einem selbstgeschriebenen, satirischen Sketch einfach grandios gewesen sei. Vor allem hob der Spielersprecher die Disziplin hervor, die während der gesamten Theatersaison prägend war.
Jugendsprecherin Carmen Straubinger erinnerte an die Bastelaktion für den Bergfrühling, den Besuch beim Kindertheater „Da Albrecht und sei Agnes“ in Straubing, den Einsatz beim Festeinzug und Pfingstlspiel, das 2024 um 20 Prozent mehr Einnahmen als 2023 brachte. Der Besuch der Waldbühne in Furth im Wald und der Ausflug in den Bayernpark, mit 33 Teilnehmern, die Teilnahme am Sparkassenlauf, ein Kinoabend im LiLa von Lam und schließlich der mit 700 Euro dotierte Jugendpreis des Landkreises waren Höhepunkte. „2024 war großartig – aber 2025 wird noch besser!“, zeigte sich Straubinger überzeugt und erklärte, dass im November noch ein Kindertheater der FSG zu erwarten ist.
„Teile deine Kröten ein ...“
„Teile deine Kröten ein, sonst werden sie schnell flöten sein“, ist laut Schatzmeisterin Anita Schmid die Devise bei den Finanzgeschäften der FSG. Allein die Tatsache, dass für 70 000 Euro Eintrittskarten verkauft wurden, die jährlichen Ausgaben aber bei 90 000 Euro lägen, mache klar, dass sparsam gewirtschaftet werden muss, denn auch die Regie sei ein höherer Kostenfaktor als früher. Spenden und Erlöse aus Aktionen, wie sie von Franz Wellisch und Lisa Bauer organisiert wurden, seien deshalb immer willkommen, sagte Schmid.
Uli Treitinger stellte unter Hinweis auf das aktuelle Stück fest: „Kein Drama in der Kasse, alles korrekt“. Seine Mit-Kassenprüferin Agathe Kerscher gab die Devise aus: „Wir brauchen ein volles Haus!“ Dafür sollten alle Mitglieder die Werbetrommel rühren.
Dafür hatten Tamara Eggersdorfer und Theresia Kühlmeyer große Mengen an Werbematerial beschafft, das in den nächsten Wochen auch gleich „unter die Leute“ gebracht werden muss.
