Die Stadtsanierung nimmt in Cham Campus und Berufsschule ins Visier

Von Johannes Schiedermeier · 22. Februar 2025 um 19:00

In der Badstraße entsteht ein weiterer Schwerpunkt der Stadtsanierung. Dort plant man im Rathaus nicht nur den Ausbau der Berufsschule, sondern auch einen Übergang über die Bahn, der den Zugang zu Grundstücken an der gegenüberliegenden Altenstadter Straße ermöglichen soll, die der Stadt bereits gehören. Foto: Johannes Schiedermeier

Der Stadtrat hat eine Sanierungssatzung mit dem Titel „Altstadt und Regenwiesen Cham“ erlassen. „Es geht um mehr Naturschutz, mehr Nachhaltigkeit und eine Verbesserung des Stadtbildes“, begründet Bürgermeister Martin Stoiber. Für Stadt und Bürger ergebe sich dadurch bei Sanierungen und Verbesserungen eine Förderung von 60 Prozent für einzelne Projekte.

Stoiber erklärt, dass es auch die Möglichkeit gebe, Fehlbeträge bezuschussen zu lassen, wenn sich eine Sanierung beispielsweise eines Hauses auf 25 Jahre nachweislich nicht rechnen würde. Im Zentrum der städtischen Bemühungen wird laut Bürgermeister die Badstraße stehen. Hier habe sich unter anderem durch Berufsschule und Campus ein lebenswichtiger Bezug zur Altstadt entwickelt, der auch Voraussetzung sei, um ein solches Sanierungsgebiet ausweisen zu können. Bisher habe man hier erfolgreich Wohnbereiche Freizeitbereiche und wichtige Achsen wie zum Beispiel die Ludwigstraße einbezogen. Im Kern gehe es diesmal aber um die Badstraße, so Stoiber.

Woran es in der Altstadt fehlt

Das Sanierungsgebiet Altstadt greift jedoch wesentlich weiter. Stadtplaner Franz Ullrich und Stadtbaumeister Franz Pamler zeichnen für eine 108-seitige Sanierungsbilanz verantwortlich, die dem Stadtrat ebenfalls vorgelegt wurde.

Insbesondere das Sachgebiet „Naturschutz und Landschaftspflege“ im Landratsamt sowie das Sachgebiet „Gartenkultur und Landschaftspflege“ haben hier für den Stadtrat in der Anhörung sehr positive Vermerke hinterlassen. Allerdings wird auch klargemacht, dass bei der Zugänglichkeit des Regens der Natur und deren schützenswerten Rückzugsräumen Vorrang eingeräumt werden sollte.

Nachholbedarf gebe es bei der Modernisierung der Grünanlagen beispielsweise beim Zwingerweg, am ehemaligen Stadtgraben und bei der Förderschule am Regenbogen. „Sehr begrüßt“ wird die im Konzept geäußerte Absicht, zu entsiegeln und zu bepflanzen und dabei auch Fassadengrün zu stärken. Hier könne die Stadt eine Vorreiterrolle bei der vertikalen Stadtbegrünung einnehmen. Klimabäume und heimische Gehölze müssten aber ausreichend große Pflanzgruben erhalten.

Eine ökologischere Gestaltung der Grünflächen und eine insgesamt intensivere Begrünung diene nicht nur einer höheren Aufenthaltsqualität, sondern auch als Lebensraum für Tierarten und wirke sich günstig auf der Stadtklima aus.

Hochwasser und Starkregen

Ins Stammbuch der Stadt hat das Wasserwirtschaftsamt Regensburg auch die Vorsorge vor Starkregen und Hochwasser eingetragen. Es müsse eine „wassersensible Entwicklung“ stattfinden. Dazu gehöre neben der Vorbeugung von Hochwasserschäden auch die Renaturierung des Flusses und seiner Auen. So schaffe man auch Flächen für Erlebnis und Erholung.

Der Stadtrat nahm alle Stellungnahmen zur Kenntnis und brachte das Sanierungsgebiet einstimmig auf den Weg.