Waldmünchen: Eine hohe Briefwahlbeteiligung steht fest

Von Martin Hladik · 21. Februar 2025 um 05:00

In Waldmünchen und den umliegenden Gemeinden ist am Donnerstag anhand der ausgebenen Unterlagen zur Briefwahl ein sehr hoher Anteil von Briefwählern für die Bundestagswahl 2025 am Sonntag zu erwarten.

Die Gemeinden Waldmünchen, Schönthal, Tiefenbach und Treffelstein berichten auf Anfrage, dass sich rund die Hälfte der Wahlberechtigten, oft sogar deutlich mehr, per Brief an der Wahl beteiligen würden.

Damit rutscht die Zahl der Urnenwähler in die Minderheit. Denn zu bedenken sei auch, so erklärt es der Wahlleiter in Waldmünchen, Michael Graßl, dass nicht alle Wahlberechtigten zum Wählen gehen würden. Damit, so schätzt Grassl, dürfte der Anteil der Briefwähler an den tatsächlichen Wählern bei grob geschätzt 67 Prozent liegen. Oder einfacher gesagt zwei Drittel aller Wähler wären damit Briefwähler, und ein verbleibendes Drittel geht zur Urne.

Briefwahl steigt seit Jahren

Kommt das so, dann wäre in etwa wieder der Anteil so hoch wie bei der Bundestagswahl 2021 in Waldmünchen. Zur Erinnerung: Damals wurde in einem Corona-Jahr gewählt, was bedeutete, dass den Wählern die Briefwahl nahegelegt und erleichtert wurde. Bei dieser 21er-Wahl nutzten in Waldmünchen 69,2 Prozent die Briefwahl. Damit ist die Zahl der Briefwähler seit der Bundestagswahl 2002 (32 Prozent) nahezu kontinuierlich von Wahl zu Wahl gestiegen, berichtet Graßl, der dazu eine kleine Statistik für Waldmünchen geführt hat. Einen Ausrutscher gab es es allerdings: Die geringste Briefwahlbeteiligung mit nur 25,4 Prozent in Waldmünchen gab es 2005. Auch diese Bundestagswahl war eine vorgezogene. Damals hatten sich die Wähler eher für die Urnenwahl entschieden, bei der vorgezogenen Wahl heuer eher für die Briefwahl. Zur vollen Wahrheit gehört aber auch, dass bis 2008 ein Briefwahlantrag vom Wahlberechtigten begründet werden musste. Ohne Begründung gab es die Unterlagen nicht. Hintergrund war damals die Sorge um die Sicherheit der Wahl und des Wahlgeheimnisses.

Eine Nachfrage zur Sicherheit der eingesandten Briefwahlunterlagen hat es heuer im östlichen Landkreis gegeben (wir berichteten). Solche Anfragen habe es im Rathaus Waldmünchen nicht gegeben, sagte Graßl. Er könne nur sagen, dass die zurückgesendeten Wahlunterlagen sicher „weggesperrt sind“. Wo, das werde er aus Sicherheitsgründen nicht sagen. „Das wissen nur ich und mein Kollege, und das genügt. Es gilt das Vier-Augen-Prinzip.“

Allerdings versteht Grassl die Aufregung nicht ganz. Das Wahlsystem und auch das Briefwahlsystem seien „ganz transparent“. Anhand der Verzeichnisse könne man genau sehen, wer die Briefwahl nutze und wer nicht.

Wer heute, Freitag 21.02., noch Briefwahl beantragen will, hat dazu bis spätestens 15 Uhr Zeit. Allerdings muss er persönlich beim zuständigen Wahlamt erscheinen. Für den Weg per Post ist es zu spät. Das gilt auch für die Abgabe der Briefunterlagen. Wer sicher sein will, dass die Wahlunterlagen rechtzeitig ankommen, muss jetzt direkt in den Postkasten des jeweiligen Rathauses beziehungsweise der Verwaltungsgemeinschaft einwerfen. Das geht bis längstes 18 Uhr am Sonntag. Und wie sehen die Briefwahlanforderungen in den Gemeinden aus?

Zahl der Briefwähler

In Waldmünchen wurden bei 5264 Wahlberechtigten bis Donnerstag 2763 Briefwahlunterlagen beantragt. Aus Schönthal berichtet die Verwaltungsfachangestellte Marina Scheck, dass bei 1584 Wahlberechtigten 744 bis Donnerstag einen Briefwahlantrag gestellt haben. Sandra Rampf von der Verwaltungsgemeinschaft berichtet, dass in Tiefenbach 791 von 1582 Wahlberechtigten einen Briefwahlantrag gestellt haben. In Treffelstein waren es bis Donnerstag 369 Briefwähler bei 822 Wahlberechtigten.