Ein Abend mit fernöstlichem Wow-Effekt: Julia Ackermann erzählt über ihr Jahr in Japan

Von Ingrid Milutinovic · 17. Februar 2025 um 17:00

Es war (wieder einmal) so ein Abend mit „Wow-Effekt“. Nicht nur, weil der Raum im Dirrmaler Wirt langsam zu einer angesagten Location entwickelt, sondern auch das Thema des Abends war es, dass die Waldmünchener begeisterte. So war es kein Wunder, dass der Raum bis zum letzten Platz besetzt war. Zusätzliche Stühle mussten immer wieder herbeigeschafft werden, jede freie Ecke wurde ausgenutzt.

Kein Wunder also, dass Alois Nock sich im Namen von katholischer Arbeiterbewegung (KAB) und Mehrgenerationenhaus (MGH) begeistert zeigt.

Die Referentin Julia Ackermann hat ein Jahr in Japan verbracht. Wie sie ausgerechnet zum Reiseziel Japan kam? Es war einfach die verrückteste Version auf der Liste der möglichen Länder, sagte sie lachend. Und froh sei sie gewesen, dass sie durch die betreuende Organisation immer das Gefühl gehabt habe, nicht alleine zu sein.

Japan ist ein gutes Reiseland

Betreuung habe es aber nicht gebraucht, stellte sie schnell fest. Die Reise durch Japan sei einfach gewesen, die Menschen hilfsbereit und freundlich. Der Gedanke, am Anfang Grundbegriffe der japanischen Sprache zu lernen, habe sich allerdings ziemlich schnell als nicht durchführbar erwiesen, erinnert sie sich mit einem Schmunzeln.

Es sei ihr schwer gefallen, aus der Menge Bilder, die sie mitgebracht habe, auszuwählen, erinnert sie sich – schließlich habe es ja einen gewissen Zeitrahmen gegeben. Die Auswahl war gelungen. Es waren für die Gäste wohl bleibende Eindrücke. Von den riesigen (Mega-)städten bis zu den ländlichen Gegenden, wunderbare Naturlandschaften, die man so vielleicht nicht erwartet hat, Tempel, Schreine, Feste und vieles mehr. Dazu auch viele Bilder von besonderen Erlebnissen und vielen Begegnungen mit Japanern.

Sie habe überall tolle Kontakte geknüpft, freute sich Ackermann. Auch wenn sie am Anfang noch gedacht habe, dies sei vielleicht nur aus Höflichkeit geschehen. So konnte sie zum Beispiel von Juliko, einer älteren Frau berichten, die sie bei der Feldarbeit während der Brokkoliernte kennengelernt hatte. Diese habe sie ganz spontan für eine Woche zu sich nach Hause eingeladen.

Dank Mikrowelle mit Backfunktion habe sie dort mit ihr zusammen Zetschgendatschi gebacken. Ein Christkindlmarkt mit Stollen, Weißwurst und Sauerkraut gehörte ebenfalls zu den bleibenden Erinnerungen – auch wenn die Weißwurst am Nachmittag etwas gewöhnungsbedürftig war.

Ernst wurde es bei den Erinnerungen an die Besuche von Hiroshima und Nagasaki. Hausruine und Museen erinnern an die Explosionen der Atombomben von 1945. Viele Einzelschicksale sind in den Museen zu finden und die Erinnerungen daran habe sie den ganzen Tag nicht losgelassen – eine bleibende Erinnerung, so Ackermann.

Bei einem Thema kam sie immer wieder ins Schwärmen: Das japanische Essen. Egal was es war, es war in ihren Augen einfach lecker. Davon konnte die Bürgermeistertochter auch ihre Eltern, Petra und Markus Ackermann, bei deren Besuch überzeugen.

Der Fuji und die Natur

Bleibende Erinnerungen habe sie auch an die verschiedenen Ausflüge wie zum Beispiel den Aufstieg auf den Mount Fuji – denn sie allerdings wegen schlechtem Wetter wenige hundert Meter vor dem Gipfel abbrechen musste. Wanderungen über Inseln durch unwegsames, teilweise gefährliches Gelände, aber dafür mit atemberaubenden Naturerlebnissen, gehörten ebenfalls dazu. Eines ist für Julia Ackermann klar: in diesem Jahr geht es wieder nach Japan. Was sie sich dann noch ansehen wolle, dafür hat sie bereits Pläne geschmiedet.

Wie gut der Vortrag bei den Gästen ankam, konnte man an den vielen Fragen zum Ende erkennen.

Eines der vielen Mitbringsel, ein Daruma-Glücksbringer
Die Referentin konnte sich über einen vollen Saal freuen. Foto: Ingrid Milutinovic