Schwarzhofen verändert sein Gesicht – doch „Probleme mit Privatbesitzern“ bleiben

Von Nils Mayer · 21. Februar 2025 um 11:00

In den vergangenen Jahren hat sich in Schwarzhofen im Landkreis Schwandorf viel getan: Schandflecke sind verschwunden, neue Häuser sind entstanden. Das verdankt die Marktgemeinde auch der bayrischen Städtebauförderung.

Mit den Geldern aus dem Programm wurde die Sanierung von maroden und heruntergekommenen Gebäuden, Straßen und Plätze zum Großteil finanziert. Doch auch wenn vieles erfolgreich verschönert wurde, gibt es noch immer „offene Wunden im Ortsbild und Probleme mit Privatbesitzern“, sagt Schwarzhofens Bürgermeister Maximilian Beer (CSU).

Schon seit den 80er Jahren beschäftigt sich die Marktgemeinde mit der eigenen Verschönerung. „Unser Ort hatte zunehmend mit einfach stehengelassenen Häusern zu kämpfen“, erzählt Beer. Diese hätten nach und nach die Attraktivität des Ortskerns belastet. Außerdem habe es auch bei den Straßen und Plätzen in Schwarzhofen Sanierungsbedarf gegeben.

Ein Glücksfall für den Markt

Die Städtebauförderung hat sich laut Beer als ein „wirklicher Glücksfall“ herausgestellt. „Der Freistaat Bayern sieht in Schwarzhofen großes Potenzial und unterstützt uns schon seit mehreren Jahrzehnten finanziell bei den Sanierungen“, erklärt der 57-Jährige.

Die Liste der Sanierungen ist über die Jahre immer länger geworden. Auf ein Projekt ist der Bürgermeister besonders stolz: das große Feuerwehr- und Bauhofgebäude direkt gegenüber vom Friedhof. Für den Neubau ist in den 90er Jahren ein leerstehendes Lagerhaus und eine verlassene Bankfiliale abgerissen worden. Auch der Abbruch wurde durch die Städtebauförderung finanziert. Ohne diese Gelder wäre er vermutlich gescheitert, glaubt Beer. „Vor dem Neubau hatte unsere Feuerwehr nur eine kleines Häuschen“, blickt Beer zurück und ergänzt: „Jetzt endlich haben sie den Platz, den sie brauchen.“

Auch die Neugestaltung des Marktplatzes war laut Beer ein Erfolg. „Vorher gab es hier nur eine Asphaltwüste, ohne Leben. Jetzt sind Sitzbänke und Bäume vorhanden. Außerdem wird der Platz bei Nacht toll beleuchtet“, erzählt der Bürgermeister. Nach seinen Worten verleiht der neue Marktplatz dem Ortskern mehr Leben und komme allen Bürgern des Marktes zugute.

Doch ganz so einfach sei es mit der Städtebauförderung dann doch nicht, meint Beer. Viele Privateigentümer würden sich nach seinen Worten an den Richtlinien der Städtebauförderung stören. „Die Sanierungen müssen auch zu Schwarzhofen passen, sonst gibt es keine finanzielle Unterstützung“, erklärt Beer. Eine Gestaltungssatzung gebe die Regeln vor, um den Markt einheitlich zu halten. So mancher Privateigentümer wolle sich aber nichts vorschreiben lassen und zeige sich nicht kooperativ, erzählt der Bürgermeister.

Ein skurriler Fall ist die von Beer als „Watergate-Affäre von Schwarzhofen“ bezeichnete Durchfahrtsstraße in der Wassergasse. Die Straße ist für Müllautos zu eng, weil ein teils abgebranntes Gebäude die Durchfahrt verengt. Einfach abreißen kann die Marktgemeinde das leerstehende Haus aber nicht, weil sich der Privateigentümer weigert. „Also haben wir eine kleine Ecke des Hauses gekauft , nur um dann festzustellen, dass wir es nicht abreißen dürfen, weil sonst der Teil des Privateigentümers einstürzen könnte“, so Bürgermeister Beer. Solange das Problem nicht gelöst sei, müsse die Müllabfuhr weiter einen großen Umweg in Kauf nehmen.

Es gibt noch viel zu tun

Auch wenn derartige Probleme immer mal wieder in Zusammenhang mit der Städtebauförderung auftreten, sieht Schwarzhofens Bürgermeister die Sache positiv: „Wir haben schon wirklich viel geschafft und unseren Ort auch sichtbar verschönert.“ Trotzdem gebe es noch immer viel zu tun. Auch der Großteil der Schwarzhofener zeigt sich laut Beer begeistert von dem Förderprogramm. „Die Rückmeldungen sind durchweg positiv, wenn man ein paar wenige Privateigentümer mal außen vorlässt“, sagt er.

Für die Zukunft wünscht sich der Bürgermeister ein Schwarzhofen, dass nicht nur durch seine Vergangenheit bekannt ist, sondern auch in Zukunft viel zu bieten hat.

Bürgermeister Beer zeigt die zu enge Durchfahrt in der Wassergasse. Das Problem kann schon seit vielen Jahren nicht gelöst werden.
Die Feuerwehr und der Bauhof haben dank der Städtebauförderung einen modernen Standort bekommen.