Vom Hallenbad bis zum Roten Meer: Die Freitagstaucher trainieren in Neunburg

Wer am Sonntagvormittag im Hallenbad Neunburg einen Blick unter Wasser wagt, dem kann eine ungewöhnliche Entdeckung gelingen. Dort findet nämlich wöchentlich das Training der Freitagstaucher statt.
Die Tauchschule besteht inzwischen aus zehn Tauchlehrern, die sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene in den Unterwasser-Sport einführen. Getaucht wird aber nicht nur in Neunburg, sondern ab Mai auch wieder in den Seen des ganzen Landkreises. Sogar eine Tauchfahrt ans Rote Meer steht in diesem Jahr auf dem Programm.
Ein großes Team
Dabei haben die Freitagstaucher mal ganz klein angefangen, erinnert sich Tauchlehrer Udo Schacknies. „Der erste Tag meines Ruhestands war ein Freitag. An diesem Tag haben sich ein paar Leute Zeit genommen, und wir sind zusammen im Murner See tauchen gegangen“, erklärt Schacknies. Seit 2014 sei das Treffen am Freitag nun eine Tradition, und inzwischen habe die Gruppe auch eine eigene Schule gegründet.
Der Tauchlehrer hat von seinen Kollegen den Spitznamen Senior bekommen. Doch er sieht sich weder als Gründer noch als Vorsitzender der Tauchschule. „Bei uns gibt’s keine Hierarchie. Wir sind alle ein großes Team“, sagt der 64-Jährige.
Teil dieses Teams ist auch Philipp Wolf, BRK-Chefarzt und langjähriger Vorsitzender der Wasserwacht-Ortsgruppe Burglengenfeld . Der 45-Jährige achtet bei den Freitagstauchern ganz genau auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Kursteilnehmer. Außerdem kennt er die Risiken des Tauchsports: „Eine richtige Ausbildung ist beim Tauchen genauso wichtig wie ein Führerschein beim Autofahren“, betont Wolf. Er rate dringend davon ab, sich ohne umfangreiche Kenntnisse auf tiefe Tauchgänge zu begeben.
Wer aber die Regeln befolgt, kann sich laut Wolf voll und ganz auf die schönen Dinge beim Tauchen konzentrieren – vor allem die Ruhe und die malerischen Unterwasser-Landschaften. Besonders gerne erkunde er nach eigenen Worten die Seen in der Region. „Unsere heimischen Gewässer müssen sich vor keinem Meer der Welt verstecken“, so Wolf. Egal ob Steinberger oder Murner See – jeder sei auf seine Weise einzigartig.
Auch die Kleinen können bei den Freitagstauchern in den Genuss der Unterwasserwelten kommen. „Wir sind alle Familienväter und damit gleichzeitig auch Tauch-Eltern“, erklärt Christian Jobst, der bald auch seine Tochter ausbilden möchte. Das Kindertauchen sei ein „ganz besonderes Angebot“, sagt der Tauchlehrer. Die Mädchen und Buben ab zehn Jahren an den Sport heranzuführen, sei zwar herausfordernd, aber auch ein großer Spaß:„Spätestens wenn die Kinder mit ihren strahlenden Augen aus dem Wasser kommen, hat sich das Training gelohnt.“
Fit für den Sommerurlaub
Der 37-Jährige kümmert sich bei den Freitagstauchern außerdem noch um den neu entstehenden Tauchshop und die Ausrüstung der ganzen Gruppe. „Bis Saisonstart soll unser neuer Laden in Maxhütte-Haidhof aufmachen und keine Unterwasser-Wünsche offen lassen“, sagt Jobst. Ab Mai werde nämlich wieder mehr draußen getaucht, und spätestens dann dürften Neoprenanzüge und Taucherausrüstung wieder gefragt sein.
Die Freitagstaucher sehen sich aber keinesfalls nur als Schönwetter-Taucher. „Unsere Saison geht übers ganze Jahr, egal ob Sommer oder Winter“, sagt Vorsitzender Schacknies. Im Winter biete die Gruppe zum Beispiel auch Eistauchen an. Im kalten Wasser sei vor allem die richtige Ausrüstung entscheidend. „Unsere Anfänger nutzen den Winter aber oftmals, um für den Sommerurlaub fit zu werden“, so Schacknies.
Das Tauchen im Meer bleibt nach seinen Worten für viele das große Ziel bei der Ausbildung. Auch die Freitagstaucher bieten jedes Jahr eine Unterwasser-Safari in Ägypten an. Das Rote Meer genießt laut Schacknies weltweit einen legendären Ruf als Tauchrevier.

