Alte Pfarrkirche in Maxhütte-Haidhof muss dringend saniert werden

Die alte Pfarrkirche liegt derzeit im Dornröschenschlaf. Allerdings nicht, weil es dorthin keine Gläubigen mehr zieht, um Gottesdienste zu feiern. Es sind Bauschäden, die Pfarrer Steffen Brinkmann dazu zwangen, die Kirche zu schließen.
Im Kirchenschiff ist ein Stützgerüst aufgebaut, das dafür sorgt, dass der aktuelle Zustand nicht weiter verschlechtert. Der sieht, wie der Geistliche erläutert, so aus: Das Rundgewölbe des Sakralbaues, in der Fachsprache Rabiztgewölbe genannt, hat keine ausreichende Verbindung mehr mit der Dachkonstruktion.
Holzbockbefall im Dachstuhl
Das ist deshalb so problematisch, weil ein solches Gewölbe praktisch eine abgehängte Decke darstellt, die eine stabile Verbindung zum eigentlichen Dach benötigt. Die Verbindung von Dach und Gewölbe besteht bei der Konstruktion in der alten Pfarrkirche aus Drahtträgern. Deren Untersuchung hat laut Pfarrer ergeben, dass diese verrostet, zum Teil schon gerissen sind. Damit ist die Sicherheit des Gewölbes nur noch eingeschränkt gegeben, es gibt keine „Tragsicherheitsreserven“ mehr, erklärt der Pfarrer.
Das führt zur Folgeerscheinung, dass zu viel Last auf die Außenwände drückt, weshalb sich diese bereits um rund zehn Zentimeter nach außen verformten. Zudem fand man eine massive Schädigung der Auflagepunkte der Holzkonstruktion des Dachstuhls durch aktiven Holzbockbefall. Stahlbänder als Notsicherung sorgen zusammen mit dem Stützgerüst Innen dafür, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtert.
Die Folgen dieser Situationsbeschreibung lauten nicht nur, dass die Kirche nicht mehr genutzt werden kann, sondern vor allem, dass es viel Geld kosten wird, um sie jemals wieder nutzen zu können. Genau dieser Punkt treibt den Seelsorger erkennbar um: „Was ist, wenn kein Geld da ist und man hat eine Bausumme von ein bis zwei Millionen Euro zu stemmen und man bekommt auch nicht genug Geld. Wird man dann zu etwas gezwungen, wie geht es weiter?“
Denn fest stehe: Die Pfarrei könne sich so ein Projekt nicht leisten. Dazu stünden auch im Bistum die Zeichen auf Sparen. Dazu sänken die Einnahmen aus der Kirchensteuer. Für den Geistlichen bedeutet das, auf das große und ganze zu blicken, auf das was bereits beschlossen ist.
Wie die Mittelbayerische schon mehrfach berichtet hat, heißt die Zukunft, dass aus der Pfarreiengemeinschaft Maxhütte/Rappenbügl eine Pfarreiengemeinschaft werden wird zu der auch Leonberg und Pirkensee zählen werden, was die Probleme erheblich verschärfen werde. In Zahlen: Leonberg hat drei Kirchen, Pirkensee eine Pfarrkirche. Dazu gibt es Pfarrheime in Pirkensee, Maxhütte, Rappenbügl und als Sonderfall das St. Clemenshaus in Leonberg.
Externe Finanzmittel nötig
Seine Erfahrungen so der Pfarrer: „Ein Großteil der Kirchenbesucher sieht es als Problem, wenn der sonntägliche Kirchgang nicht mehr vor Ort möglich ist.“ Für die Gläubigen der jeweiligen Pfarrei hätten ihre Kirche selbstverständlich eine Berechtigung. Tatsache sei jedoch auch, die Kirchen wären „immer schwerer mit Leben zu füllen“. Beim Blick in die Zukunft würden aus Sicht von Pfarrer Brinkmann schwierige Entscheidungen anstehen.
Schon heute sei absehbar, dass mit Gründung einer Pfarreiengemeinschaft, die das ganze Stadtgebiet umfasst, nicht mehr genug Mittel vorhanden wären, um alle Gebäude zu unterhalten. Das Problem des Unterhalts treffe – je nach finanzieller Ausstattung der zugehörigen Kirchenstiftung – früher oder später auch die Kirchen. Für den Geistlichen heißt die Lösung: „Es muss eine unabhängige Kommission mit externen Fachleuten und Vertretern für Ort gebildet werden, die einen Konsens erarbeitet, der auch finanzierbar ist.“
Damit ist der Geistliche wieder bei der alten Pfarrkirche. Deren Sanierung sowie den Unterhalt für das Pfarrheim plus neue Pfarrkirche wäre nur mit „externen Finanzmitteln“ möglich.