Ein Fußballturnier auf digitalem Rasen: E-Sport Cup der Chamer Sparkasse trägt virtuelle Derbys aus

Elfmeterdrama, Kopfballduelle und kontroverse Abseitsentscheidungen – so etwas findet man normalerweise nur beim Fußball auf dem Rasen oder in der Halle. Anfang April findet im Chamer Sparkassensaal ein Turnier der anderen Art statt: Im eSportcup der Sparkasse treten Teams im Videospiel FC25 gegeneinander an.
Zum dritten Jahr in Folge werden dann Zweierteams um ein Preisgeld von 500 Euro spielen. Gezockt wird im Modus 95GES des Videospiels FC25 (früher Fifa). „Der 95er-Modus stellt jedes Team im Spiel gleich gut dar“, sagt Christoph Muhr vom Marketingteam der Chamer Sparkasse. So komme es auf die Fähigkeit der Spieler an, nicht auf die Auswahl eines guten Fußballteams.
Das Konzept findet Anklang: Im ersten Jahr meldeten sich bereits 26 Teams zum Turnier an, im Folgejahr waren es schon 40. Bis jetzt, rund zwei Monate vor dem Turnier am 5. April, sind es schon 32. Gespielt wird auf der Spielekonsole Playstation 5, zwölf Stationen mit Fernsehern werden für den Wettkampf zur Verfügung stehen. Genau wie bei einem klassischen Fußballturnier wird zuerst in einer Gruppenphase und dann nach dem K.O.-System um den Pokal gekämpft. Spieler für den Cup kommen aus dem ganzen Landkreis. Das ist Pflicht, erklärt Muhr. Damit will man die Veranstaltung vor professionellen Fifa-Spielern schützen, die durch Deutschland reisen und bei Turnieren Preisgelder abgreifen.
Ein Cup für den Landkreis
Denn der Cup soll für den Landkreis sein. Muhr war selbst langjährig im Fußballverein tätig und hat auch heute noch einen guten Kontakt zu den ehemaligen Vereinskollegen. „Die haben selber ihre Fifa-Turniere organisiert. So etwas gibt es ja in jedem Verein oder in dem ein oder anderen Ort. Wir wollen das Ganze auf eine Landkreisebene holen“, sagt er. Eine der Fußballpartien wird immer auf einer Bühne ausgetragen und von Kommentator Florian von Stackelberg begleitet. „Wenn man im Halbfinale oder Finale auf der Bühne spielt, ist das schon ein anderer Druck“, erinnert sich Steven Karich von der Chamer Sparkasse an das letzte Turnier.
Der Fußball schreibt ja bekanntlich die besten Geschichten – und das auch im digitalen Raum. Zum Beispiel die der Brüder Klein. Sie gewannen 2024 das Turnier, für sie völlig unerwartet. „Der Sieg letztes Jahr war für mich eigentlich ziemlich überraschend, da mein Bruder und ich nur zum Spaß mitmachten“, sagt Max Klein. Der 21-Jährige ist Rettungssanitäter beim BRK und spielt fast schon sein ganzes Leben Fifa. Gemeinsam mit seinem 18-jährigen Bruder Korbinian gewann er letztes Jahr das Preisgeld – und konnte sich damit zum Teil sein neues Auto finanzieren. Beide Brüder spielen auch im echten Leben Fußball: Max bei der SG Schloßberg 09, Korbinian bei der DJK Vilzing. Die beiden Bayern-Fans werden am Turnier nicht in Rot, sondern in Blau einlaufen. „Wir werden wie letztes Jahr mit dem FC Schalke 04 als Gag spielen, da im Normalfall dort alle mit den besten Mannschaften auflaufen und wir damit zeigen wollen, dass es nicht auf große Namen, sondern auf das Können am Controller ankommt“, sagt Max Klein.
Ein waschechtes Derby
Dieses Können werden die Brüder in einem waschechten Derby zeigen müssen: Die Beiden werden voraussichtlich gegen das hauseigene Team der Sparkasse, genannt Team Red, spielen. Dieses gewann das Turnier im ersten Jahr und verlor dann 2024 in der Verlängerung gegen das Team der Geschwister. „Wir haben die Ambition zu gewinnen“, sagt Steven Karich vom Team Red. Gemeinsam mit seinem Kollegen Simon Dendorfer gewann er den Wanderpokal des Wettkampfs.
Die Brüder Klein erhoffen sich beim Rückspiel dieses Jahr einen weiteren Sieg: „Wer einmal besiegt wurde, gilt für mich als schlagbar“, sagt Max Klein. Auch Korbinian zeigt sich kämpferisch: „Mit unseren königsblauen Knappen wird es sehr schwierig uns aufzuhalten. Die Chancen stehen also gut, dass wir unseren Titel verteidigen können. Wir sehen uns dann im Finale.“
Gibt es Strategien, wie man so ein Turnier gewinnen kann? Es gibt natürlich ein paar erlernte Kniffe und Tricks, die das Spielen einfacher machen, so Max Klein. „Ich habe allerdings auch noch keinen Trainer im Profisport erlebt, der vorab auf einer Pressekonferenz seine Startaufstellung inklusive Taktik verrät.“
Zur Anmeldung
Bedingung: Beide Spieler müssen im Landkreis wohnen und mindestens zwölf Jahre alt sein.
Anmeldung: Online unter Ispk-cham.de/esport
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos.
Preisgeld: 500 Euro für den ersten Platz, 300 Euro für den zweiten und 100 Euro für den dritten; Jedes Team erhält einen Pokal
Datum: Samstag, 5. April, Check-in ab 13 Uhr, Start 14 Uhr
Spielart: 2 gegen 2 im 95er Modus
