Windradgegner lassen nicht locker: Nittenauer Stadträte sollen neu über Fläche abstimmen

Die Gegner der zwölf geplanten Windkraftanlagen im Regental lassen nicht locker und stellen eine weitere Forderung: Der Nittenauer Stadtrat soll nun auch die an den Planungsverband gemeldeten Windvorrangflächen am Schwarzer Berg offiziell zurückziehen.
Erst Ende Januar hatte der neu formierte Verein Erholungsregion Regental einen ersten Teilerfolg gefeiert: Er hatte den Stadtrat dazu aufgefordert, sich erneut mit einer knapp 20 Hektar großen Fläche südwestlich des Ortsteils Eckartsreuth zu befassen. Dieses unter dem Begriff Dachsbau (SAD 45) bekannte Areal hatte die Stadt als sogenannte Windvorrangfläche an den Regionalen Planungsverband Oberpfalz-Nord gemeldet – sehr zum Missfallen der Vereinsmitglieder, die diesen Standort im Regental für Windkraftanlagen als ungeeignet empfinden.
Erster Antrag ging durch
In einem Antrag hatte der Verein deshalb die Nittenauer Räte dazu aufgefordert, diese Flächenmeldung wieder zurückzuziehen – mit Erfolg: Mit 11:8 Stimmen ging der Antrag am Ende durch. Doch nun macht der Verein noch einen weiteren Schritt: Am kommenden Dienstag wird sich der Nittenauer Stadtrat mit dem nächsten Antrag der Gruppierung befassen.
Darin fordern die Mitglieder die Stadt auf, erneut über ein rund 244 Hektar großes Waldstück nordwestlich von Meßnerskreith am Schwarzer Berg nachzudenken. Auch dieses Gebiet hatte die Stadt Nittenau als Windvorrangfläche an den Planungsverband gemeldet.
Rückzug wurde gemeldet
Dass der Stadtrat kürzlich bei der Fläche nahe Eckartsreuth tatsächlich einen Rückzieher macht, hat die Stadt Nittenau dem Planungsverband bereits mitgeteilt. Doch was bedeutet das nun konkret – ist das Gebiet als Vorrangfläche damit tatsächlich gestorben, so wie sich die Gegner von Windrädern im Regental das wünschen?
Die Fortschreibung des Regionalplans in Sachen Windkraft sei noch nicht abgeschlossen, heißt es dazu von Seiten des Planungsverbands Oberpfalz-Nord. Aktuell laufe die Abwägung von Stellungnahmen. „Die ablehnende Stellungnahme der Stadt Nittenau zur Vorrangfläche SAD45 wird bei der Gesamtbewertung aller eingegangenen Stellungnahmen und aller bekannten Belange berücksichtigt“, teilt Martin Koppmann, Geschäftsführer des Planungsverbands, mit. Auf dieser Grundlage müsse dann entschieden werden, „ob die Vorrangfläche in der Gebietskulisse verbleibt“. Die Entscheidung darüber obliege dem Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbands Oberpfalz-Nord. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2025 werde eine öffentliche Sitzung des Gremiums stattfinden, so Koppmann
Insgesamt befinde man sich noch „in einem frühen Verfahrensstand“. Die aktuell von den Kommunen gemeldeten Vorranggebiete seien „hinsichtlich einiger fachlicher Belange noch mit Unsicherheiten behaftet“. Derzeit sei man dabei, die im Rahmen öffentlicher Beteiligungsverfahren eingegangenen Stellungnahmen auszuwerten. Aller Voraussicht nach werde im Anschluss noch ein weiteres Beteiligungsverfahren erforderlich sein.
Drei Anlagen geplant
Derweil steht bei der Sitzung des Nittenauer Stadtrats am Dienstag bereits ein konkreter Bauantrag für die Fläche am Schwarzer Berg auf der Tagesordnung: Hier plant die Bürgerwind Energie Nittenau GmbH & Co.KG den Bau dreier Windräder. Im Juli 2023 hatten sich die Räte bereits mit dem Vorbescheid für das Vorhaben beschäftigt.
Nun steht der Bauantrag für die Anlagen auf der Tagesordnung – also genau für jene Fläche, auf die die Windradgegner aus dem Regental sich mit ihrem neuerlichen Antrag beziehen.
Der Marktrat Regenstauf hat sich bereits vergangene Woche mit seinen Windvorrangflächen beschäftigt: Auf Antrag der CSU-Fraktion votierte das Gremium dafür, alle gemeldeten Flächen zurückzuziehen. Der Regenstaufer Marktrat war außerdem als Träger öffentlicher Belange zum Bauantrag der Bürgerwind Nittenau GmbH & Co. KG gehört worden, die am Schwarzer Berg drei Windräder plant. Die Räte sprachen sich auch gegen dieses Vorhaben aus.