Georg Hoffmann will über das Jahr 2026 hinaus Bodenwöhrs Bürgermeister bleiben

Von Cornelia Lorenz · 18. Februar 2025 um 11:00

Im März 2026 findet die nächste Bürgermeisterwahl statt. Die Bodenwöhrer CSU positioniert sich bereits jetzt und will bei ihrer Jahresversammlung am 20. Februar ihren Kandidaten nominieren. Amtsinhaber Georg Hoffmann will es noch einmal wissen. Im Interview erklärt er, was er im Fall seiner Wiederwahl für die folgenden sechs Jahre in Bodenwöhr vor hat.

Herr Bürgermeister, die nächste Kommunalwahl steht in gut zwölf Monaten an. Jetzt haben wir erst einmal noch die Bundestagswahl vor uns. Warum nominiert die Bodenwöhrer CSU genau jetzt ihren Bürgermeisterkandidaten?

Georg Hoffmann: Für die Nominierung braucht man eine entsprechende Mitgliederversammlung, und diese müssen wir jetzt halten. Da ist die Frist der 23. Februar. Bis dahin sollen die Jahreshauptversammlungen abgeschlossen sein, weil ja unmittelbar darauf auch schon wieder die Kreisvertreterversammlung ansteht. Wir wollten den Mitgliedern mehrere Versammlungen hintereinander innerhalb kurzer Zeit ersparen und haben gesagt, dass wir die Nominierung gleich mit der Jahreshauptversammlung verbinden.

Außerdem: Man wird ja immer wieder gefragt – machst du weiter, stehst du wieder zur Verfügung? Und ich kann dann bisher immer nur denselben Spruch sagen: Ja, natürlich mache ich weiter – vorbehaltlich der Versammlung und dem Echo der Mitglieder. Wenn ich am Donnerstag also das Vertrauen ausgesprochen bekomme, dann kann ich auch ganz offiziell sagen: Ja, ich stehe wieder zur Verfügung und ich will auch weitermachen.

Was glauben Sie: Wie hoch wird bei der Versammlung die Zustimmung für Ihre erneute Kandidatur ausfallen?

Hoffmann: Man kann schlecht sagen, wie viele Mitglieder teilnehmen werden. In den vergangenen Jahren sind es immer so 20, 30 gewesen. Ich weiß gar nicht mehr genau, ob ich beim letzten Mal 100 prozentige Zustimmung bekommen habe oder ob es Enthaltungen gab. Wir konnten aus meinem Wahlprogramm alle Punkte abarbeiten und ich damit meine Versprechen halten. Ich habe in den letzten Jahren keine schlechte Bilanz abgeliefert und glaube deshalb, dass die Mitglieder mich weiterhin unterstützen werden.

Gab es denn aus den Reihen der CSU noch einen weiteren Interessenten für das Amt?

Hoffmann: Nein, da gab es niemanden.

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, was die anderen Parteien machen? Von den Freien Wählern haben im Gespräch mit der Mittelbayerischen zwei Vertreter signalisiert, sie könnten sich vorstellen, Bürgermeister zu werden. Das waren FW-Gemeinderätin Verena Obermeier und FW-Ortsvorsitzender Fabian Schmid. Mit wem rechnen Sie?

Hoffmann: Ich muss ehrlich sagen: Sich mit den Konkurrenten oder mit denen, die ihren Hut in den Ring werfen wollen, zu beschäftigen, das ist nicht unbedingt meine Intention. Ich konzentriere mich lieber auf meine Arbeit. Es wird ein Gegenkandidat kommen, damit rechne ich. Warum auch nicht, das ist ja legitim. Wir sind in einer Demokratie und die Angebote, die gemacht werden, stehen den Bürgern draußen zur Verfügung. Da ist es egal, von welcher Partei derjenige kommt. Jede Parteigruppierung, die im Gemeinderat ist, und natürlich auch neue Wählervereinigungen haben die Berechtigung, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken.

Warum wollen Sie sich den Bodenwöhrer Bürgern zur Wiederwahl stellen?

Hoffmann: Weil ich immer noch die gleiche Leidenschaft habe wie 2018, als ich meinen Hut zum ersten Mal in den Ring geworfen habe. Auch in schwierigen Situationen. Jeder Tag ist motivierend. Ich stehe in der Früh auf und freue mich, wenn ich ins Büro komme. Und ich möchte die Themen, die ich angefangen habe, weiterführen. Meine Begeisterung ist ungebrochen.

Was sind denn Ihre Visionen für eine nächste Amtszeit?

Hoffmann: Wir sind noch lang nicht fertig mit den Investitionen in Sachen Kinderbetreuung am Standort Bodenwöhr. Die neue Grundschule wird in diesem Schuljahr fertig. Aber wir wissen, dass wir uns dann sofort danach dem Thema Ganztagsbetreuung zu stellen haben. Wir müssen damit rechnen, dass 80 Prozent der Schüler eine Ganztagsbetreuung in Anspruch nehmen müssen, und da muss weiter investiert werden. Anders funktioniert das nicht, weil wir sonst den gesetzlichen Anspruch gar nicht erfüllen können. Bis 2029 müssen wir das für alle vier Jahrgangsstufen der Grundschule anbieten können. Das soll im alten Mittelschulgebäude passieren. Das muss umgerüstet werden. Meine Vision ist, dass wir aus dem Gebäude eine Art Kinderhaus machen.

Also steht das nächste teure Projekt in Sachen Kinderbetreuung schon in den Startlöchern?

Hoffmann: Ja, es geht nach der Fertigstellung der Grundschule sofort nahtlos weiter. Die Kosten kann man bei so einem Sanierungsprojekt nie hundertprozentig scharf kalkulieren. Wir brauchen eine Außenisolierung und wir müssen von der Elektroheizung weg, diese wird nämlich langfristig unbezahlbar. Zum Glück haben wir die Fernwärmeleitung schon bis ans Gebäude herangeführt. Der zweite große Block ist die Sanierung unserer Infrastruktur, Wasser, Kanal und Straße. Wir sind dabei gut vorangekommen. Ungefähr 70 Prozent haben wir saniert.

So lange das Förderprogramm, das jetzt Gott sei Dank wieder aufgelegt worden ist, verfügbar ist, wollen wir die Chance nutzen, die alten Leitungen aus den 50er und 60er Jahren auszutauschen. Bis 2027 soll der Glasfaserausbau in der ganzen Gemeinde abgeschlossen sein. Bis dahin werden wir dann auch den Großteil der Wasserleitungen fertig saniert haben. Und natürlich muss die Sanierung der Straßen weiterlaufen.

Das alles ist ja auch eine Kostenfrage. Machen Ihnen die anstehenden Investitionen Sorgen?

Hoffmann: Nein. Es ist richtig, die Zeiten werden aktuell anstrengender. Wir haben die Aufgabe, die gestiegenen Personal- und Betriebskosten mit sinkenden Einnahmen aus der Wirtschaft zu kompensieren. Aber es gilt, eben nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern noch intensiver zu arbeiten.

Wenn Sie auf Ihre erste Amtszeit zurückschauen: Haben Sie Entscheidungen getroffen, die Sie aus heutiger Sicht bereuen? Haben Sie Fehler gemacht?

Hoffmann: Wenn man kleinere Punkte anschaut, sind natürlich welche dabei, bei denen ich im Nachhinein sage, das hätte man anders machen können. Zum Beispiel bei einem Grundstückskauf, den man abgelehnt hat. Aber bei den großen Themen, die wir erledigt haben, glaube ich nicht, dass ein Fehler dabei war.

Was würden Sie sagen: Hat Sie das Bürgermeisteramt als Mensch verändert?

Hoffmann: Da müsste man jetzt mein Umfeld fragen. Ich persönlich empfinde es nicht so. Was ich aber schon sagen kann: Mit jedem Jahr ist meine Begeisterung fürs Amt gewachsen. Während ich am Anfang vielleicht schon noch den Fokus darauf hatte, ein bisschen Freizeit und Zeit für meine Familie rauszuschneiden, bin ich mittlerweile komplett in meiner Aufgabe aufgegangen.

So mancher Lokalpolitiker entwickelt mit der Zeit Ambitionen für ein noch höheres Amt. Wie ist das bei Ihnen?

Hoffmann: Ich habe tatsächlich meine Leidenschaft in der Aufgabe als Bürgermeister gefunden. In dieser Position will ich auch weitermachen.