Ein junger Bodenwöhrer (21) will nach oben: Bundestag und Bürgermeisteramt im Visier

Von Cornelia Lorenz · 4. November 2024 um 17:00

Mit gerade einmal 21 Jahren hat Fabian Schmid in der Politik schon eine Menge erreicht: Aller Voraussicht nach wird der junge Bodenwöhrer (Landkreis Schwandorf) als Direktkandidat der Freien Wähler in den Bundestagswahlkampf ziehen. In seinem Heimatort traut er sich ebenfalls einen wichtigen Posten zu – den Chefsessel im Rathaus.

„Man sollte einem amtierenden Bürgermeister nicht kampflos das Feld überlassen“, sagt Schmid und wird vor der Kommunalwahl 2026 auf Nachfrage schon recht konkret: Falls die Bodenwöhrer Freien Wähler ihn als Kandidaten und Herausforderer von Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) haben wollten, werde er diesem Wunsch auch gern entsprechen.

Kein Wunder, denn schon von klein auf ist Schmid, der in der Bodenwöhrer Weihersiedlung wohnt, politisch interessiert und ambitioniert. „Ich habe schon im Kindergartenalter gesagt, dass ich einmal Bürgermeister werden will“, sagt er schmunzelnd.

Dauergast bei Sitzungen des Bodenwöhrer Gemeinderats

Als Realschüler habe er sein Interesse für politische Themen so richtig entdeckt. Seit Jahren besucht er deshalb eifrig die Bodenwöhrer Gemeinderatssitzungen. „Ich bleibe auch immer bis zum Schluss“, sagt er schmunzelnd. Es sei wichtig, sich selbst ein Bild von den Geschehnissen zu machen, findet der Verwaltungsfachangestellte, der beim Bezirk in Regensburg in der Sozialhilfeverwaltung beschäftigt ist.

Als besonders treuer Zuschauer im Sitzungsraum ist Schmid den Freien Wählern offenbar aufgefallen. Man sei miteinander ins Gespräch gekommen, sagt er – und Schmid beschloss, sich den Freien Wählern anzuschließen. Das geschah im August 2021 – und seit Herbst 2023 ist er FW-Ortsvorsitzender.

Auch überregional läuft es für den 21-Jährigen derzeit wie am Schnürchen: Kürzlich wurde er zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jungen Freien Wähler Bayern gewählt – und am 15. November soll er von den Delegierten offiziell als Bundestagsdirektkandidat nominiert werden. „Das ist ein Meilenstein – gerade für jemandem in meinem Alter“, sagt Schmid. Er würde gern an die Ergebnisse von FW-Mann Christian Schindler anknüpfen, der im Wahlkreis Cham-Schwandorf 2021 knapp 16 Prozent der Erststimmen holte.

In vielen Bodenwöhrer Vereinen aktiv

Sein Terminkalender wird durch seine Nominierung sicherlich noch voller als bisher, denn der 21-Jährige ist in zahlreichen Vereinen und Gruppierungen in Bodenwöhr aktiv. In der Pfarrei etwa ist er als Ministrant, Lektor, Kommunionhelfer und Pfarrgemeinderatsmitglied im Einsatz. Darüber hinaus engagiert sich Schmid beim Männergesangsverein und bei der Freiwilligen Feuerwehr Bodenwöhr. Um alles unter einen Hut zu bringen, sei eine Menge Koordination nötig, sagt Schmid. Zum Glück könne er im Fall des Falles auf Unterstützung aus seiner Familie bauen.

Zwar habe er aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit in Regensburg durchaus einmal darüber nachgedacht, den Wohnort zu wechseln. Doch diesen Gedanken habe er schnell verworfen. „Ich bin hier so tief verwurzelt. Mir liegt viel an Bodenwöhr“, sagt er.

Deshalb ist Schmid auch der Meinung, dass im Gemeinderat wieder mehr diskutiert werden sollte. Derzeit gehe es hier im Vergleich zu früheren stürmischen Zeiten nun manchmal „schockierend ruhig“ zu, findet der FW-Mann. Die Tagesordnungspunkte würden häufig schnell abgearbeitet. Dabei sei es wichtig, dass jeder seine Meinung sagen könne.

Extrovertiert und diskussionsfreudig

Schmid selbst hat keine Probleme damit, seine Position öffentlich zu vertreten. „Ich bin extrovertiert, gehe auf die Leute zu und habe keine Hemmungen, mich in Diskussionen einzumischen – besonders, wenn Halbwahrheiten erzählt werden“, sagt er.

Grundsätzlich ist Schmid der Meinung, dass es wichtig sei, Bodenwöhr „bestmöglich weiterzuentwickeln“, zum Beispiel in Sachen Bahnhofsgebäude. Allerdings, so fordert er, dürfe man dabei die Finanzen der Kommune nicht aus den Augen lassen und Pflichtaufgaben wie etwa die Abwasserentsorgung oder den Straßenunterhalt nicht vernachlässigen.

Ein großer Optimist

Ob er demnächst einen weiteren Schritt auf der politischen Karriereleiter erklimmen wird – und welcher konkret es sein wird – muss Schmid nun erst einmal abwarten. Doch er blickt positiv nach vor. „Ich bin ein großer Optimist“, betont er.

Von Kommentaren, die auf sein Alter und seine mangelnde Erfahrung abzielen, lässt er sich nicht stören. „Je jünger man ist, desto mehr kann man langfristig auch noch bewegen. Wenn man wirklich etwas erreichen will, muss man groß denken.“