Neue FW-Rätin kann sich Bürgermeister-Kandidatur 2026 in Bodenwöhr gut vorstellen

Bis zur Kommunalwahl im Jahr 2026 dauert es noch eine ganze Weile, doch Verena Obermeier hat den Termin schon im Blick: Die neue FW-Gemeinderätin betont, ihre Fraktion müsse diesmal für Bodenwöhr einen Bürgermeisterkandidaten stellen – und kann sich gut vorstellen, selbst in den Ring zu steigen.
Als Nachrückerin für Tobias Grün, der sein Mandat Ende Februar niedergelegt hatte, ist Obermeier im Bodenwöhrer Gemeinderat mittlerweile vereidigt worden. Die 30-Jährige wohnt in Altenschwand, hat nach ihrem Abitur am Regental-Gymnasium Nittenau zunächst Medienwissenschaften und Romanistik in Regensburg studiert und noch ein duales Studium zur Diplomverwaltungswirtin hinterhergeschoben. „Ich wollte einen sicheren Arbeitsplatz“, sagt sie freimütig. Seit 2016 ist Obermeier bei der Regierung von Oberbayern im Sachgebiet Verbraucherschutz und Pharmazie tätig.
Dank Homeoffice oft in Bodenwöhr präsent
Ihr Arbeitsplatz in München schließe die ehrenamtliche Tätigkeit im Gemeinderat ihrer Heimatkommune nicht aus, sagt die FW-Frau. Aufgrund flexibler Arbeitszeitmodelle und Homeoffice könne sie die Sitzungstermine zuhause in Bodenwöhr problemlos wahrnehmen.
Zur Politik und speziell zur Freien Wählergemeinschaft in Bodenwöhr kam die 30-Jährige vor gut vier Jahren: Damals habe sie von dort eine Anfrage bekommen, ob sie sich um die Pressearbeit kümmern wolle. Weil sie unter anderem durch ihre freie Mitarbeit bei der Mittelbayerischen bereits Erfahrungen im Journalismus und im Verfassen von Texten gesammelt hatte, sagte sie den Freien Wählern zu – und sah sich schnell mit der Frage konfrontiert, ob sie für die anstehende Gemeinderatswahl kandidieren wolle. „Ich habe das als Bereicherung für mich gesehen und gedacht: Wenn ich für Bodenwöhr etwas Gutes tun kann, dann mach ich das“, sagt sie.
Stolz auf 784 Stimmen bei der Kommunalwahl 2020
Dass sie 2020 nach so kurzer Zugehörigkeit zu den Freien Wählern auf Anhieb 784 Stimmen erhielt und damit mit dem fünftbesten Ergebnis der Bodenwöhrer FW-Liste nur knapp am Einzug ins Gremium vorbeischlitterte, war für Obermeier ein Grund zur Freude. „Ich war total stolz auf mich. Als junge Frau war das für mich ein großer Erfolg“, sagt sie.
Mittlerweile hat die 30-Jährige auch außerhalb von Bodenwöhr politische Erfahrung gesammelt: Obermeier ist Vorsitzende des 2022 aus der Taufe gehobenen Kreisverbands der Jungen Freien Wähler und Pressesprecherin des FW-Bezirksverbands.
Auf ihre Arbeit im Gemeinderat freut sich Obermeier – auch wenn sie sich im Gremium ein wenig mehr Kompromissbereitschaft wünschen würde. „Schade, dass man nicht an einem Strang zieht. Jeder will doch das Beste für seine Gemeinde und sollte bereit sein, ein wenig von seiner Position abzurücken“, sagt sie. Als Beispiel dafür nennt Obermeier die Bodenwöhrer Grundschule, die in den vergangenen Monaten für viele Diskussionen sorgte. Sie selbst sei nie hinter dem Neubau gestanden. Aber der Gemeinderat habe eine Mehrheitsentscheidung getroffen und nun gelte es, das Beste daraus zu machen – so funktioniere nun einmal Demokratie.
Kontakt zu den Bürgern in Bodenwöhr pflegen
Für ihre Zeit im Gemeinderat hat sich Obermeier ein wichtiges Ziel gesteckt: Sie will den Dialog mit den Bodenwöhrern pflegen und auch die kommenden Bürgerforen-Termine besuchen, um die Anliegen direkt vor Ort mitzubekommen. Sie wünsche sich auch sehr, dass die Bürger sich mit Problemen und Wünschen direkt an sie wenden. „Nur durch Reden kommt man gemeinsam zu einer Lösung“, sagt sie. Es sei „ein unfassbar tolles Gefühl“, wenn sie Menschen helfen könne – das sei genau das, was sie an der Politik schätze.
Beim Grundschulneubau dran bleiben
Inhaltlich liegt der neuen Gemeinderätin die Ortskernsanierung in Bodenwöhr sehr am Herzen. Auch beim Neubau der Grundschule und der Entwicklung des Bahnhofsgebäudes gelte es für den Gemeinderat, dranzubleiben. Das geplante Technikerlebniszentrum sei für Kinder eine gute Sache, da ihnen dort viel vermittelt werden könne, was im normalen Unterricht nicht möglich sei.
Zur 2026 ebenfalls anstehenden Bürgermeisterwahl hat Obermeier eine klare Meinung. „Die Freien Wähler müssen einen Kandidaten stellen. Ich habe die Voraussetzungen dafür und scheue die Verantwortung nicht“, sagt sie. Dass 2020 kein FW-Vertreter angetreten sei, hätten viele Bodenwöhrer sehr kritisch gesehen. Man sei in Bayern in der Regierungsverantwortung und könne sich auf kommunaler Ebene davor nicht verschließen.
Verwaltungserfahrung hilft
Natürlich könne sie die Entscheidung über eine Kandidatur nicht allein treffen, betont Obermeier. Doch sollten die Freien Wähler in Bodenwöhr sich für sie als Bürgermeisterkandidatin aussprechen, würde sie „ihren Hut in den Ring werfen“, sagt sie. Ihre Berufserfahrung aus der Verwaltung komme ihr für das Amt an der Rathausspitze zu gute.
Doch bis die Parteien ihre Bürgermeisterkandidaten nominieren, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Im Gemeinderat gibt es bis dahin noch eine Menge zu tun und zu diskutieren. „Ich bemühe mich immer, den richtigen Ton zu treffen und niemanden unter der Gürtellinie anzugreifen – das hat etwas mit Niveau zu tun und das sollte jeder wahren“, sagt sie.