Beitrag zur Energiewende: Burglengenfelder Landwirte produzieren Hackschnitzel in großem Stil

Heimische Landwirte sind nicht nur als Erzeuger pflanzlicher und tierischer Produkte von unschätzbarem Wert. Auch in der Energiewende haben sie sich zu einem bedeutenden Akteur gemausert. Im Burglengenfelder Umland gibt es dafür mehrere Beispiele. Eines davon ist der Hof von Familie Steinbauer im 60 Einwohner zählenden Dorf Hub.
Durch das Panoramafenster im Wohnzimmer von Elias Steinbauer (35) bietet sich ein toller Blick über das landwirtschaftliche Anwesen. Zufrieden lässt Vater August Steinbauer (66) den Blick schweifen. Vor sich sieht er, was er in den vergangenen 50 Jahren geschaffen hat. Bereits als Jugendlicher war er durch einen Schicksalsschlag gezwungen, anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. Seitdem hat er viele wichtige Entscheidungen getroffen und viel investiert. Meist lag er damit goldrichtig.
Der Steinbauer-Hof ist seit mindestens 250 Jahren im Besitz des gleichnamigen Bauerngeschlechts und hat mit rund 200 Hektar Nutzfläche eine stattliche Größe. Das Land dient weitgehend dem Ackerbau, die letzte Tierhaltung (Bullenmast) wurde 2011 abgeschafft.
Ein zusätzliches Standbein, das Auslastung garantiert
Genau dieses Jahr markiert auch Elias Steinbauers Einstieg in den Betrieb. Der 36-jährige Landwirtschaftsmeister und Agrarbetriebswirt hat ein Faible für die Forstwirtschaft. Im Familienrat wurde daher beschlossen, Maschinen für Baumfällungen und zur Produktion von Hackschnitzeln zu beschaffen.
Damit wollte Elias nicht nur seiner Neigung nachgehen, sondern für den Hof ein zusätzliches Standbein schaffen, das ihn unabhängiger vom saisonalen Landbau und von der Tätigkeit als Lohnunternehmer machte. In letztere war der Vater 1996 groß eingestiegen. Deshalb gibt es auf dem Steinbauer-Hof auch einen mächtigen Mähdrescher. Doch bis auf wenige Wochen im Jahr steht er still.
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Trotz guter Kontakte war der Start in die Hackschnitzelproduktion kein Selbstläufer, erinnert Elias Steinbauer, im Gegenteil. Die ersten Jahre seien „durchaus schwierig“ gewesen. Heute aber habe das forstwirtschaftliche Engagement, zu dem neben dem Schreddern von Holz auch der Holzeinschlag im Allgemeinen und das Fällen von Problembäumen im Besonderen zählen, dem Ackerbau und dem Lohndrusch den Rang abgelaufen. Sie garantierten dem Betrieb, wie erhofft, eine ganzjährige Auslastung.
Rund 100.000 Schüttmeter im Jahr
Die Herstellung von Hackschnitzeln geschieht mit einer Maschine, die 800.000 Euro gekostet hat und von einem 500 PS-starken Schlepper gezogen wird. Das Material darf eine stärke von bis zu 75 Zentimeter haben und stammt nur zum geringen Teil aus dem eigenen Familienforst. Der wäre bei einer Jahresproduktion von rund 100.000 Schüttmetern (65.000 Ster Holz) viel zu klein. Das Gros des Holzes kommt deshalb aus Beständen von örtlichen Mitgliedern der Waldbauernvereinigungen oder wird beispielsweise von den Staatsforsten hinzugekauft.
Hackschnitzel gibt es in unterschiedlicher Qualität für diverse Bedarfe: Einfacheres Material aus zerkleinertem Bauwipfeln mit Nadel- und Laubanteil wandert in Großanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung; gehacktes Rundholz, das sich für Brennholz nicht eignete, dient der thermischen Verwertung in kleineren bis größeren Heizungen. Und dann sind da noch Hackschnitzel ohne jegliche Feinanteile, die extra getrocknet und gesiebt wurden, für die Vergasung.
Geeignet für Wohnanlagen, Schulen und Gewerbe
Von der Ökobilanz sind die Steinbauers in jedem Fall überzeugt. Sie versichern, nur Material zu verwenden, das beim Waldumbau oder regulärem Einschlag sowieso anfalle und sich für die Bauindustrie oder Sägewerke nicht eigne. „Diesen Rohstoff muss man sinnvoll nutzen“, sagen die Steinbauers. Viele Haushalte hätten dies erkannt, auch solche, die bisher mit Scheitholz heizten. Sie würden sukzessive auf Hackschnitzel umstellen, weil dies die Arbeit erleichtere.
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Die Steinbauers beliefern in der Region viele Privat- und Gewerbekunden, wie Besitzer von Mehrfamilienhäusern oder Hotels, aber auch Kommunen, die Bäder und Schulen betreiben. Im Städtedreieck, so merken die Landwirte an, könnte die Nachfrage deutlich größer sein, vor allem in Burglengenfeld. So aber müsse viel Holz zur Vermarktung weite Wege gehen, zum Beispiel bis nach Österreich.
Und was ist mit Burglengenfeld?
Umso erfreuter nahmen die Steinbauers zur Kenntnis, dass sich Teublitz kürzlich dafür entschieden hat, für sein Feuerwehrhaus und den Bauhof ein Holzschnitzelkraftwerk zu bauen. „Da sind die ein Stück weiter als wir“, sagt August Steinbauer augenzwinkernd auch in Richtung Burglengenfelder Stadtrat, dem er seit längerem angehört.

