Eschlkamer Stadtplanungs- und Architekturbüro: Von null auf hundert in ganz kurzer Zeit

Peter Hickl ist Architekt und Stadtplaner. Viele Gebäude in Furth im Wald tragen seine Handschrift und die seines Teams. Darunter auch spektakuläre, wie die Parkarena, die derzeit gebaut wird und als einmalig bezeichnet werden darf.
Die Erfolgsgeschichte seines Büros PH2 Architektur + Stadtplanung hat vor fünf Jahren ausgerechnet nach einem Schicksalschlag ihren Anfang genommen.
Gar nicht so leicht, das Büro in der Leminger Straße in Eschlkam zu finden. Im hinteren Bereich eines Hauses geht es hinein in das Reich von Peter Hickl sowie den drei staatlich geprüften Bautechnikern Rainer Plöderl, Elisabeth Nürnberger und Matthias Mühlbauer.
Arbeitsplätze mit Computerbildschirmen darauf, ein Besprechungstisch, in den Regalen einige Ordner und Fachliteratur. Kein unnötiger Schnickschnack oder Tand, es sieht nach konzentrierter Arbeit aus. Peter Hickl schaut von seinem Bildschirm auf, und lächelt. Seine drei Kollegen sind für Baustellenbesichtigungen ausgeflogen.
Vom Partyraum zum Büro
Wir nehmen am Besprechungstisch Platz. Die Wand daneben wird von einem großen Vorhang verdeckt. Der Stadtplaner schiebt ihn etwas zur Seite und lüftet das Geheimnis. Die Wandbemalung verrät, dass das Büro einmal ein Partykeller war. „Rainers Vater war Statiker, das sollte sein Büro werden.“ Als der früh verstarb, wurde der Raum irgendwann umfunktioniert. Dann ereignete sich eine Tragödie, die alles veränderte. Hickl und seine drei Mitarbeiter waren bis 2020 bei der planwerkstatt.Architekten des Further Architekten Thomas Lemberger angestellt. Ganz plötzlich verstarb der im April des Jahres nach kurzer Krankheit. Auch wenn Hickl vor fünf Jahren schon Architekt war und bei Lemberger leitende Funktionen übernommen hatte, konnten die bestehenden Aufträge aus rechtlichen Gründen nicht weiterbearbeitet werden. planwerkstatt musste schließen. Also beschloss man, als Team zusammenzubleiben und in das Büro in Eschlkam zu ziehen: Vom Büro zum Partyraum und wieder zum Büro. „Es war eine turbulente Zeit“, erinnert sich Hickl und ergänzt: „Wir haben alles selbst gemacht.“ Böden verlegt, Regale, Stühle und Tische zusammengebaut, Computer und notwendige Software angeschafft. Rainer Plöderl, der in dieser Hochphase auch noch Vater geworden ist, hatte sich auch schon zuvor um die IT gekümmert, deshalb ging das schnell.“ Man war vorher ein kollegiales Team und ist das auch noch bis heute. „Wir verstehen uns alle gut, mussten nicht einmal jemand Neuen einstellen oder Bewerbungsgespräche führen.“ Lembergers Tochter Ute, die während ihres Architekturstudiums in den Semesterferien mitgearbeitet hat, hat ihren Lebensmittelpunkt jetzt in Regensburg.
Gleichzeitig mit den handwerklichen Tätigkeiten mussten auch schon erste Aufträge bearbeitet und Baustellen begutachtet werden, denn: Offensichtlich hatte das Team unter Lemberger gute Arbeit geleistet, viele der alten Kunden blieben treu und erteilten die Aufträge neu. Standardfrage: Was war das erste Projekt? Hickl muss einen Moment überlegen, dann fällt es ihm ein: Das Bundespolizeirevier das seinen Standort in der Adam-Wild-Straße neben dem Ärztehaus bekommen wird. Die Planungen laufen seit 2020 und befinden sich in einer späten Phase, der Bau könnte also zeitnah beginnen. Geplant ist 2026. Die Diensthundeschule Herzogau, die Grenzpolizeigruppe Furth im Wald sind nur einige Beispiele staatlicher Aufträge. „Ja, die mögen uns“, sagt der 47-jährige Papa von zwei Kindern und lächelt. Aber auch die Stadt Furth im Wald, die Landesgartenschau und viele andere sichern sich gerne die Dienste von PH2. Das alte Amtsgerichtsgebäude, das noch vor der Landesgartenschau fertig werden soll, ist dabei. Auch die Drachenhöhle. Hickl zeigt Muster der schwarzen Fassadenlamellen, die angebracht werden. Die wurden abgeflämmt und geschliffen. Das macht sie wetterbeständiger. Spektakulärstes Projekt ist mit Sicherheit die Parkarena, welche die oberpfälzer Planer zusammen mit Professor Christopher Robeller und seinen Studenten von der Technischen Hochschule Augsburg entwickelt haben. „Sowas hat vor uns noch keiner gemacht“, sagt Hickl. Da habe man noch einmal ganz anders arbeiten müssen und viel gelernt, gibt er unumwunden zu. Auch die Digitalisierung zieht immer größere Kreise. So ist Anna-Lena Fischer, Leiterin der Touristinfo Furth im Wald, mit der VR-Brille durch die zukünftige Touristinfo im ehemaligen Amtsgerichtsgebäude spaziert und hat sich angesehen, wo sie gerne welche Möbel hätte. Selbstverständlich wird auch KI immer wichtiger. Vor allen Dingen bei der Planung der Parkarena spielt sie eine bedeutende Rolle.
Devise: Gelassen bleiben
Bei all den zum Teil sehr kniffligen Aufgaben, kann man vor allem bei Baustellenbegehungen immer wieder die große Gelassenheit und Ruhe beobachten, mit der die Eschlkamer Planer an die Sache rangehen. „Ja, stimmt schon, weil alles andere nichts bringt“, so Hickl. Wenn dann ein Projekt abgeschlossen ist, wird selbstverständlich gefeiert. Einmal bei der Einweihung des Projekts aber auch das Team, das immer zusammenhält, gemeinsam. Und bürotechnisch, bleibt alles so, wie es ist? „Perspektivisch möchten wir schon zurück nach Furth im Wald.“

