In Furth im Wald schweben 22 Tonnen Stahl über dem Fluss Chamb

Von Alexander Frimberger · 15. Februar 2025 um 05:00

Viel Metall wurde in Furth im Wald am Freitagvormittag bewegt. Die Brücke über den Chamb, welche die Festwiese in Zukunft mit der Dracheninsel (auch: Regner-Insel) verbindet, wurde gelegt.

Zugegeben: Auf der Festwiese und im weiteren Gartenschaugelände sieht es noch weit mehr nach Baustelle als nach 137 Tage dauernder Sommerparty aus.

Mehrere Bagger wühlen sich in den Boden oder befestigen den Präsentationsbereich der Parkarena. Schließlich soll das schwere Mädchen, der Drache Fanny, bei bewegten Vorführungen dort keine Spuren im Beton hinterlassen.

Alles muss genau passen

Aber es geht deutlich voran. In der Nacht auf Freitag hat sich ein LKW von Maxhütte-Haidhof nach Furth im Wald auf den Weg gemacht. Geladen hatte er Brückenteile, die dort beschichtet worden sind. „Erst wurden sie grundiert, dann haben sie zwei Zwischenbeschichtungen und eine Deckbeschichtung bekommen“, verrät Christian Kolbeck, Polier bei der Firma Strabag in Cham. Dort wurden die gebogenen Brückenteile hergestellt. Eine aufwendige Prozedur übrigens. Laut Kolbeck werden Bleche gebogen und innen mit Verstrebungen verstärkt.

Damit überhaupt die Brückenlegung erfolgen kann, wurden am Donnerstag noch bis in den Abend hinein Metallplatten auf die Brückenpfeiler montiert. Dort werden die Stahlträger verankert. Die Schwierigkeit laut Strabag-Polier ist dabei der Umstand, dass die in die Platten gebohrten Löcher mit denen in den Pfeilern übereinstimmen müssen. Wenn das nicht klappt, wird nicht etwa nachgebohrt, sondern die Metallplatten werden so lange versetzt, bis die Löcher übereinander liegen. „Ja, die sind drin“, sagt Kolbeck im Gespräch plötzlich, ohne hinzuschauen, und meint damit die Bolzen, die hinter ihm hörbar ohne Widerstand in die dafür vorgesehenen Bohrlöcher geflutscht sind.

Insgesamt 40 Meter wird die Brücke zwischen Dracheninsel und Festwiese lang sein. Von den beiden Uferseiten ausgehend werden je zwei vier Tonnen schwere Stahlträger verankert. Zum Schluss kommt in der Mitte ein bereits vorgefertigtes Brückenteil, das sechseinhalb Tonnen wiegt. Insgesamt ruhen also 22,5 Tonnen auf den Brückenpfeilern. Zeitrahmen für die Aktion? „Wir haben heute Morgen um 7.30 Uhr begonnen. Bis Mittag möchte ich fertig sein“, so der Bauleiter. Damit ist die Arbeit der Strabag aber nicht erledigt. In den kommenden Wochen wird der Steg für die Unterführung unter der Eschlkamerstraße installiert und weitere Brücken bei der Leonhardi-Kapelle und beim Cave-Gladium-Gelände (Weiherdamm) werden gelegt. In der Zwischenzeit wartet eine andere Herausforderung auf die Mitarbeiter der Strabag.

Geländer zum Abschluss

Bei der Brückenkonstruktion Loop wurde vor zwei Wochen schon begonnen, die tonnenschweren Bodenplatten zu legen, die inklusive Brückenbauwerke einen 850 Meter langen Steg vom Haupteingang zum Weiherdamm bilden werden (wir berichteten). „Ungefähr zwanzig Meter fehlen uns beim Loop noch“, schätzt Kolbeck. Die Schwierigkeit war und bleibt der Umstand, dass die Brücken zum Teil geschwungen sind. Der Winkel ändert sich daher ständig. Ganz ausgehen wird es mit den Platten sicherlich nicht, hat auch schon Ulrich Dölker, Projektleiter Bau bei der Landesgartenschau, gegenüber unserer Zeitung gesagt: „Dann müssen Platten der passenden Größe nachgefertigt werden“, so seine Aussage. Insgesamt 1860 Quadratmeter der roten Betonplatten werden verlegt. Zum Abschluss werden an den Brücken noch die Geländer montiert.