Zusammenarbeit dreier Kommunen: Fuß- und Radweg Am Pfahl-Penting-Radling-Wilting entsteht

Von Thomas Mühlbauer · 13. Februar 2025 um 17:00

Der Auflauf an politischer Prominenz am Donnerstag im Gasthaus Luger in Penting war enorm. Schorndorfs Bürgermeister Max Schmaderer hatte zum Pressegespräch eingeladen. Es ging es um die Abschluss einer Verwaltungsvereinbarung zur Regelung der Projektabwicklung für den Ausbau öffentlicher Feld- und Waldwege mit Bedeutung für den Fuß- und Radverkehr Am Pfahl-Penting-Radling-Wilting – ein Projekt, bei dem die Kommunen Schorndorf und Traitsching und Cham gemeinsame Sache machen.

Unterstützt werden sie dabei mit Fördermitteln des Freistaat es und des Landkreises. So galten Schmaderers Grüße neben den Bürgermeisterkollegen Martin Stoiber (Cham) und Josef Marchl (Traitsching) stellvertretendem Landrat Markus Müller, MdL Gerhard Hopp, Ingenieur Martin Dunst vom Ingenieurbüro Dunst aus Schorndorf, Schorndorfs 2. Bürgermeister Martin Bauer und Kreiskämmerer Simon Wagner. Bevor Schmaderer auf das Projekt einging, überbrachte er MdL Gerhard Hopp mit einem „Oberpfalzer die besten Glückwünsche “ zum 44. Geburtstag, den dieser am Donnerstag feierte.

Gewinn für den Tourismus

Schmaderer sagte einführend: „Diese Investition ist ein Gewinn für unseren Tourismus und für das Freizeitangebot im Landkreis Cham.“ Doch er wolle die Lorbeeren nicht nur für die drei Kommunen verbuchen, sondern danke vor allem dem Freistaat, der die Maßnahme mit viel Geld bezuschusse. Schmaderer bezifferte die Kosten für den 3,1 Kilometer langen Radweg auf circa 1 828 732 Euro. Dabei ergäben sich 1 709 732 Euro zuwendungsfähige sowie 119 000 Euro nicht zuwendungsfähigen Kosten.

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„Das ist eine Investition in die Freizeitgestaltung der Bürger, man muss dankbar sein, solange der Freistaat dafür noch Geld hat“, so Schmaderer. Dank sprach er hier MdL Hopp aus, der sich in München mit Nachdruck für die Bewilligung eingesetzt habe. Der Redner hob auch die Unterstützung von Landrat Franz Löffler heraus, der sich die Strecke vor Ort selbst angeschaut habe. Der Landkreis übernehme 20 Prozent der nicht förderfähigen Kosten.

Die restlichen 80 Prozent teilen sich die Stadt Cham und die Gemeinden Schorndorf und Traitsching auf. Dazu Schmaderer: „Das sind 20 Prozent Zuschuss für den überörtlichen Radweg, von dem alle Landkreisbürger profitieren können.“ Gleichzeitig hob der Bürgermeister das gute Zusammenspiel der drei Kommunen bei den Vorbereitungen hervor.

Streckenverlauf beginnt bei Wilting

Wie Schmaderer erläuterte, beginnt der Streckenverlauf nördlich von Wilting (Einmündung in die Straße Pfahlhöhe), verläuft in nordwestliche Richtung zur Ortschaft Pfahlhäuser und endet an der Verbindungsstraße, die zur B 85 führt. Von Radling in Richtung Cham wird die Staatsstraße 2146 gekreuzt. Entlang der Verbindungsstraße der Gemeinde Schorndorf (Gemarkung Penting) sollen keine Baumaßnahmen stattfinden.

Der Streckenverlauf, so Schmaderer, führe am Pfahlspielplatz und am Weltkulturerbe Pfahl, FFH- und ökologisches Schutzgebietsnetz (NATURA 2000), vorbei und werde den Pfahl noch erlebbarer machen. Der öffentliche Feld- und Waldweg verlaufe auf 3610 Metern. Innerorts werde der Ausbau unterbrochen.

Für die drei Gemeinden ergeben sich laut Schmaderer folgende Ausbauwerte: In der Gemeinde Schorndorf verlaufen 2,087 Kilometer Weg, in der Stadt Cham 763 Meter und in der Gemeinde Traitsching 300 Meter. Dies ergebe eine Gesamtlänge von 3,15 Kilometern. Innerorts würden 460 Meter nicht ausgebaut.

Schmaderer verdeutlichte, dass durch das Projekt auch eine Anbindung an den Festspielradweg erfolge sowie eine Verbindung zum Regentalradweg Roding-Cham, geschaffen werde. Insbesondere für die Gemeinde Traitsching werde so eine Anbindung an das überörtliche Radwegenetz im Landkreis geschaffen. Gemeindeübergreifend werde dies zwischen Cham, Roding, Schorndorf und Traitsching möglich. Mit dem Bau des neuen Radweges werde zu vielen überörtlich verlaufenden Radwegen der Lückenschluss hergestellt.

Ausbau soll baldmöglichst starten

Ausgebaut werden soll der Fuß- und Radweg laut Schmaderer mit einer Breite von drei Metern und einem beidseitigen Randstreifen von annährend 0,50 Metern. Wie er ergänzte, müsse das Submissionsergebnis bis 1. Mai beim Freistaat vorliegen. Anschließend sei geplant, schnell mit den Arbeiten zu beginnen.

Schmaderer sagte dazu an Hopp gerichtet: „Du bist ein verlässlicher Partner.“ Der Bürgermeister äußerte die Hoffnung, dass das Projekt auch in der breiten Bevölkerung auf Zustimmung stoße. Und mit Blick auf die Zusammenarbeit der drei Kommunen machte Schorndorfs Gemeindeoberhaupt klar: „Die Grenzen der Kommunen sind fließend, es geht doch darum: Wie bringt man die Menschen weiter? Am besten gelingt dies über den Ausbau von Wegen.“

Landratsvize Müller sagte, der Landkreis tätige gerne die finanzielle Unterstützung von 20 Prozent, denn es sei hervorragend, dass so ein Projekt, bei dem drei Kommunen zusammenarbeiten, vorangetrieben werde.

MdL Hopp stellte fest, mit diesem Projekt werde eine Verbesserung der Lebensqualität und der Infrastruktur herbeigeführt. „Das wird ein toller Lückenschluss“, zeigte er sich überzeugt. Und was noch besser sei, sei, dass das Geld des Freistaates in der Region verbaut und investiert werde.

Chams Bürgermeister Stoiber sagte, es sei für ihn die erste interkommunale Vereinbarung, die er in seiner Amtszeit unterschreibe. Nachdem sich Cham ein Radfahrkonzept auferlegt habe, sei man schnell für das Projekt aufgeschlossen gewesen. Stoiber teilte mit, dass er mit dem Chamer Stadtrat in diesem Jahr eine Radtour auf dem Luckner-Radweg unternehmen werde.

Traitschings Bürgermeister Marchl dankte vor allem dem Landkreis, der dieses interkommunale Projekt mit unterstütze. Wichtig sei es ihm, den Bürgern zu verdeutlichen, dass mit den Gebühren, die diese an die jeweiligen Kommunen entrichten, auch etwas Sinnvolles passiere.

Eckdaten zum Projekt

Pfahlschotter: Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf geschätzte 1 828 732 Euro. Allerdings ist die Hoffnung bei allen groß, dass man die Summe um 30 Prozent reduzieren kann. Denn bei den demnächst anstehenden Probebohrungen hofft man auf den Pfahlschotter, der im Untergrund zu finden sein wird. Dieser soll direkt wieder für den Ausbau verwendet werden.

Zuschuss: Von den aktuell 119 000 Euro der nicht zuwendungsfähigen Kosten übernimmt der Landkreis Cham 20 Prozent, die restlichen 80 Prozent teilen sich die drei Kommunen Schorndorf, Cham und Traitsching auf.

Maßnahme: Das Submissionsergebnis muss bis zum 1. Mai beim Freistaat Bayern vorliegen, anschließend ist direkt geplant, mit der Umsetzung zu beginnen. Als Bauzeit wird circa ein Jahr veranschlagt.

Ingenieurbüro: Den Zuschlag für die Ausschreibung hat das Ingenieurbüro Dunst mit Ingenieur Martin Dunst aus Schorndorf erhalten.