Die ersten 100 Tage für Claudia Knoll als Geschäftsführerin der Landesgartenschau Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 13. Februar 2025 um 05:00

Am 22. Mai startet die Landesgartenschau. Die Spannung steigt, auch bei Geschäftsführerin Claudia Knoll, die seit fast 100 Tagen im Amt ist. Zeit, sich kurz zurückzulehnen und ein erstes kleines Fazit zu ziehen.

Am 11. November 2024 hat Claudia Knoll die Geschäftsführung übernommen und damit ihren Vorgänger Robert Sitzmann kurzfristig abgelöst. Kurzfristig darf man dabei durchaus wörtlich nehmen: „Ich hatte ungefähr eine Woche Bedenkzeit“, sagt sie mit einem gewinnenden Lächeln.

Lösungen statt Problemen

Am 19. Februar sind die ersten 100 Tage ihrer Amtszeit voll. Das ist eigentlich die Galgenfrist, die Politiker haben, um sich einzuarbeiten, bevor sie erste Erfolge vorweisen müssen. Warum nicht auch einer Geschäftsführerin auf den Zahn fühlen?

Die Mitarbeiter sind auf jeden Fall schon einmal begeistert: „Sie ist unglaublich lösungsorientiert, das ist ihre herausragendste Eigenschaft“, sagt Pressereferentin Heidi Wolf und ergänzt: „Bei ihr gibt es keine Probleme, sondern nur Lösungen.“ Die Chefin lächelt und schweigt. Auch draußen auf den Baustellen hört man von den Unternehmen, dass es eine Zusammenarbeit der kurzen Wege und schnellen Entscheidungen ist. Nicht ganz unwichtig, schließlich erfolgt der Startschuss in etwas mehr als drei Monaten. „Das war bisher eine durchaus turbulente Zeit und sie wird es bis zum Schluss bleiben“, sagt Knoll. Fragen zu Inhalten, Fördergeldern, Organisation und Erledigungen müssen geklärt werden, da rattert es permanent im Kopf. „Man hört ja nicht auf nachzudenken, wenn man abends die Bürotür hinter sich zu macht.“

Häufig sitzt Knoll noch im Restaurant ihres Further Hotels, gönnt sich ein Bier und klappt den Laptop auf. Sie liebt die Atmosphäre, wenn die Gäste am Stammtisch sitzen oder Karten spielen. „Da kann ich richtig gut arbeiten.“ Bei allem Stress, den so ein Job mit sich bringt, merkt man Claudia Knoll eine ungeheure Gelassenheit und Souveränität an. Das kommt natürlich nicht von ungefähr. 40 Jahren Landesgartenschau-Erfahrung stehen auf der Habenseite. Neun Schauen hat sie als Prokuristin oder Geschäftsführerin erfolgreich gemacht. Dazu kommt unter anderem ein Beitrag der Bayerischen Staatsregierung und eines bayerischen Autobauers für die Weltausstellung im japanischen Osaka. Doch auch die erfahrenste Geschäftsführerin kann ohne motivierte Mitarbeiter nichts erreichen. Knoll sagt: „Ich habe ein wirklich tolles Team vorgefunden.“

Ähnlich warme Worte hat sie für die Further Bürger: „Ich bin extrem super aufgenommen worden.“ Die Drachenstadt hatte sie schon zuvor besucht, als noch nicht die Rede davon war, dass es sie beruflich hierher verschlagen wird. Mit dem Wohnmobil ist sie während der Festspielzeit im August 2024 angereist. Geparkt hat sie am Friedhof: „Sehr ruhig und friedlich dort“, sagt sie und lacht.

So wie es wohl den allermeisten Menschen geht, war sie vom ältesten Volksschauspiel Deutschlands und dem Drumherum begeistert: „Ich finde es enorm, dass gefühlt die ganze Stadt in das Festspiel eingebunden ist und jeder eine Aufgabe übernimmt.“

Dass die die Further Gartenschau etwas ganz Besonderes wird, ist sie sich aus verschiedenen Gründen sicher. Zwölf Brücken und Stege werden gebaut, da bekommt das Thema Wasser noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Natürlich ist für Knoll auch die Lage der Schau entscheidend. Zum einen liegt sie zentral und bezieht die ganze Stadt mit ein. Zum anderen befindet sich die Drachenstadt an der Grenze. „Wir können den Grenzgedanken aufbrechen, das klappt inzwischen richtig gut“, sagt sie und meint damit, dass es eine Mitarbeiterin in Pilsen gibt, wöchentliche Zeitungsberichte in Domažlice erscheinen, und zur Gartenschaueröffnung ist man in Gesprächen mit einer tschechischen Moderatorin, die auch deutsch spricht. Das sind freilich nur zwei von vielen Beispielen der Zusammenarbeit. Doch auch auf deutscher Seite ist die Begeisterung in der Region groß. „Das liegt meiner Ansicht nach daran, dass man hier noch nicht satt ist.“

Ein Glas Wein am Abend

Beeindruckt ist sie auch von den Fortschritten beim Ehrenamt. Gerade erst hat sie erlebt, wie großartig die Stimmung bei einem der regelmäßig stattfindenden Stammtische war –ein Zeichen dafür, dass sich Furth auf die Landesgartenschau freut: „Sonst wären ja nicht so viele Ehrenamtliche dabei, die sich engagieren.“

Worauf freut sie sich als Besucherin besonders: „Ich werde abends häufig am Weinstand stehen und ein Glas Wein mit Freunden trinken.“ Und wenn am 5. Oktober alles vorbei ist, was dann? „Dann hoffe ich, dass in jedem Auge in Furth eine Träne ist.“

Am 11. November hat Claudia Knoll die Geschäftsführung übernommen, am 19. Februar sind die 100 Tage voll. Foto: Frimberger