Kinderkrippe in Neunburg öffnet am 1. April: Betreuungskonzept wurden den Eltern vorgestellt

Dass der 1. September 2024 als Termin für die Inbetriebnahme einer neuen Kinderkrippe „sehr sportlich“ sein würde, damit hatten eigentlich alle Beteiligten gerechnet. Und damit lagen sie völlig richtig. Tatsächlich steht nun aber der 1. April 2025 – und das ist kein Aprilscherz – als offizieller Eröffnungstermin fest.
Der BRK-Kreisverband als künftiger Träger informierte am Dienstag interessierte Eltern über die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben werden. Parallel dazu laufen die Erschließungsarbeiten an der Containeranlage als Übergangslösung vor einem Neubau. Bereits am 13. Februar sollen die Möbel angeliefert werden.
Neubau als langfristiges Ziel
Der Neunburger Stadtrat hatte sich schon 2022/2023 intensiv mit Engpässen in der Kinderbetreuung beschäftigt. Daraus resultierte am Ende eine Beschlusslage zum Neubau eines Kindergartens auf einem städtischen Areal, unweit der Kindergärten St. Josef und St. Martin.
Dem war die Einrichtung eines Waldkindergartens unter der Trägerschaft des Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) vorausgegangen. Mit dem BRK konnte nun gleich ein Träger für die Erweiterung gefunden werden. Möglich wurde das ganze Projekt vor allem dank der Zustimmung des Stadtrats für eine Containerlösung, weil für die Stadt ein konventioneller Neubau nur unter Einsatz von Fördermitteln möglich wäre. Die geschätzten Kosten lagen bei 2,4 Millionen Euro. Die Planung wurde aber dennoch forciert und ein Eingabeplan auf Basis eines Entwurfs des Architekturbüros von Wenz im November 2024 gebilligt und an das Landratsamt zur Genehmigung weitergeleitet.
Zum ersten Treffen für die Eltern der künftigen Krippenkinder hieß Bürgermeister Martin Birner (CSU) neben seiner Stellvertreterin Margit Reichl (CSU) auch Stadtkämmerer Michael Haßfurter willkommen. Für den BRK-Kreisverband nahm Sachgebietsleiter Sebastian Weigl und die künftige Leiterin der Krippe, Verena Stier und ihr Team mit Julia Ehebauer und Theresa Meier teil.
Weigl nutzte die Gelegenheit, auf die Sachkompetenz des BRK hinzuweisen. Der Kreisverband betreibe 27 Kindertagesstätten im Landkreis Schwandorf, biete Ganztagsbetreuung an acht Schulen und begleite mit über 450 hauptamtlichen Beschäftigten benachteiligte Kinder und Jugendliche individuell.
Verena Stier nannte eine Gruppengröße von bis zu zwölf Kindern im Alter von einem bis drei Jahren. Geöffnet sei die Kinderkrippe Montag bis Donnerstag von sieben bis 16 Uhr und freitags von sieben bis 14 Uhr. Die sogenannte pädagogische Kernzeit liege von 8.30 bis 12.30 Uhr. Vorgesehen seien 30 Schließtage pro Kalenderjahr. Mittagsverpflegung könnte angeboten werden, Informationen würden über die Stayinformed-App weitergegeben.
Behutsame Eingewöhnung
Ausführlich widmete sich die künftige Leiterin dem Tagesablauf des Nachwuchses. Ganz wichtig war ihr die Eingewöhnung, besonders das Thema erste Trennungsversuche, die erst ab dem vierten Tag erfolgen würden. Nötigenfalls werde ein Trennungsversuch auch beendet. „In meiner langjährigen Praxis habe ich aber noch nie erlebt, dass wir die Zusammenarbeit wirklich beenden mussten“, betonte Stier. Im positiven Fall würden die Trennungsphasen stetig verlängert bis zu völligen Übertragung an die Fachkraft.
Ebenso wichtig war ihr die Vermittlung der Grundwerte, für die das Team stehe: das Kind dort abzuholen, wo es gerade stehe und ihm beim Wachsen zu helfen. Im Fokus stehe, Zusammengehörigkeit zu fördern und Zuwendung, Sicherheit und Geborgenheit zu geben sowie spielerisch zu lernen. Das Team lege Wert auf enge Zusammenarbeit mit den Eltern und orientiere sich bei der pädagogischen Arbeit am bayerischen Erziehungs- und Bildungsplan.
Am Ende gab es noch Kontaktinformationen und Gelegenheit für die Eltern, Fragen zu stellen. „Was wir hier gehört haben, stimmt uns sehr optimistisch“, waren sich einige Mütter und Väter bei einer kurzen Nachfrage einig. Bürgermeister Martin Birner war ebenfalls überzeugt, dass mit der Vorstellung das Vertrauen der Eltern geweckt werden konnte und war zuversichtlich, dass die zwölf Plätze recht schnell vergeben sein werden.

