Burgmuseum Parsberg: So verbessern alte Playmobilfiguren das Marketing

„Ich bin der Hiwi vom Hans Skalet.“ Mit diesen Worten ordnet Florian Weiß seine Funktion im Burgmuseum ein. Wie der Vorsitzende des Fördervereins Burgmuseum will Weiß seit einigen Monaten als Vereinsmitglied dafür sorgen, dass das Burgmuseum in Parsberg mehr Besucher bekommt. Dafür hat das Duo einiges unternommen.
Rückblende: Seit Ernst Olav im September 2023 als ehrenamtlicher Museumsleiter aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, wurde der Vorsitzende des Fördervereins Burgmuseum, Hans Skalet, de facto zum Einzelkämpfer. Jetzt hat er mit Florian Weiß einen Helfer gewonnen, der von sich selbst sagt, dass er ein starkes Interesse an der Kultur- und Heimatgeschichte besitzt. „Er ist ein Glücksfall für die Stadt und das Museum“, sagt Skalet, der sich über die kompetente Unterstützung freut.
Weiß, geboren 1973 in Regensburg, ist Kulturwissenschaftler, bildender Künstler und Grafiker. Er lebt seit 2014 in Parsberg. Der verheiratete Vater zweier Kinder arbeitet bei den Eckert Schulen und ist dort für Veranstaltungsmarketing, Druckproduktion, Social-Media-Aktivitäten und die redaktionelle Pflege der Website zuständig.
Mit Stadtmuseum Augsburg Bayerischen Museumspreis gewonnen
Auch Berührungspunkte mit der Museumsarbeit finden sich in seinem Werdegang: Weiß war maßgeblich an der Entwicklung der Ausstellungsgrafik für das Maximilianmuseum Augsburg beteiligt, das mit dem bayerischen Museumspreis ausgezeichnet wurde. Seine erste Kontakt mit der Volkskunde hatte er bei einem Praktikum am Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen.
„Das sind alles berufliche und künstlerische Erfahrungen, die ich auch für meine Mitarbeit im Burgmuseum nutzen kann“, sagt Weiß. So hat er zum Beispiel inzwischen einen Instagram-Kanal geschaffen, um die Sichtbarkeit des Burgmuseums im Internet zu erhöhen. „Wir stellen dort wöchentlich Exponate vor und beleuchten auch regionalkulturelle Zusammenhänge“, erzählt Weiß, der auch dafür gesorgt hat, dass das Burgmuseum jetzt in allen Onlineportalen der Museums- und Tourismusbranche wie zum Beispiel auf Tripadvisor auftaucht. Zudem werde aktuell die Webseite überarbeitet.
Gleichzeitig hat Weiß die Wahrnehmung des Museums vor Ort und in der Bevölkerung im Visier: „Wir haben im Buchfink und im Hotel Hirschen vorhandene Bildschirme mit einer Dauerpräsentation bestückt“, berichtet Weiß. Diese würden nun in deutscher und englischer Sprache einen Überblick über das Portfolio des Museums geben.
Zudem gebe es nun neben einem Audioguide in Deutsch auch eine englische Version. Weiß: „Damit tragen wir auch der Nähe zum Truppenübungsplatz und der Tatsache Rechnung, dass viele Amerikaner im Raum Parsberg leben und arbeiten.“
Ritter mit Parsberger Wappen als Spielzeugfigur
Neben der digitalen und kommunalen Werbung sind es viele Kleinigkeiten, die Weiß und Skalet anpacken. „Wir haben den Verkaufsraum im Museum neu gestaltet, eine neue Garderobe geschaffen und die Verkaufsvitrine visuell verbessert“, sagt Skalet. Gefüllt sei sie nun mit neuen Museumssouvenirs, bei denen sich die ganze Kreativität der neuen Macher zeigt. Es gibt neben den selbst geprägten Münzen (wir berichteten) nun Magnetbuttons mit Museumsmotiven und Flaschenöffner, Steinbierfilzl und eine Parsberger-Ritter-Spielzeugfigur.
„Ich habe Eckard Fruhmann als Dank für seine drei Vorträge im vergangenen Jahr eine alte Playmobilfiguren mit einem Schild geschenkt, welches das Parsberger Wappen zeigt“, erzählt Skalet. So sei die Idee entstanden, solche Figuren im Museumsshop anzubieten. Für die so entstehenden Parsberger Ritter hat Weiß die Genehmigung von Playmobil eingeholt und gleich noch ein Museums-Package des Unternehmens mit Dinosauriern bekommen. „Die können wir perfekt einsetzen, wenn wir Kindergeburtstage im Burgmuseum ausrichten“, sagt Weiß.
Ausstellungskonzept des Burgmuseums Parsberg für 2025
Farben der Kuppenalp: Ab 22. Februar, 17 Uhr, bis 23. März zeigt Florian Weiß im Säulensaal die Ausstellung „Farben der Kuppenalb – Impressionen“ mit Bildern von lebendigen regionalen Landschaften, Porträts und Stillleben. Die Ausstellung ist sonntags von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet.
Geschichte der Kunst: Am 30. März können Besucher des Burgmuseums eine faszinierende Reise durch die Entwicklung der menschlichen Kreativität und Ausdrucksformen erleben. Der Museumstag ist für kunstinteressierte Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren konzipiert. Er bietet die Möglichkeit, die verschiedenen Zeitalter der Kunstgeschichte zu entdecken und sich auf Wunsch im Artstudio an verschiedenen Werken der Kunstgeschichte zu versuchen. Für die Kinder gibt es die besondere Gelegenheit, ein Mammut auf echte Steinscherben zu malen.
Mittelalter mit allen Sinnen: Vom 1. April bis 24. August erleben die Besucher der Sonderausstellung, die in Kooperation mit dem Museum Vohburg konzipiert wurde, wie es sich anfühlt, selbst den Helm einer Ritterrüstung zu tragen, mittelalterliches Kochgeschirr zu benutzen, Stoff aus Sisalfasern herzustellen oder auf einem mittelalterlichen Abort zu sitzen. Diese und viele weitere Erfahrungen können derzeit im Burgmuseum Parsberg gemacht werden. Die Ausstellung ermöglicht es den Besuchern, Geschichte mit allen Sinnen zu erleben: ertasten, anheben, sehen, fühlen, riechen, hören und sogar schmecken.
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