Nach 15 Jahren tritt Museumsleiter Ernst Olav aus gesundheitlichen Gründen ab

Zeitenwende auf der Burg Parsberg: Museumsleiter Ernst Olav, der seit rund 40 Jahren ehrenamtlich an der Ausstellung arbeitet, hat sich aus gesundheitlichen Gründen von seinem Ehrenamt entbinden lassen. Und das hat Folgen.
Bei einer Feierstunde im Rathaus dankte Bürgermeister Josef Bauer den ehrenamtlich enorm engagierten Olav für seinen Einsatz und würdigte seine Verdienste um das Museum, in dem er als Gründungsmitglied des Arbeitskreises Burg-Museum sowie als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Fördervereins Burg-Museum fast 40 Jahre lang wirkte.
Anfangs wirkte er vor allem an der Seite seines Vorgängers Theo Döllinger, dem er bei der Einrichtung der Abteilungen Handwerk, Religion, Wohnen, Parsberger Künstler und Zeitgeschichte zur Hand ging, und, wie Bauer herausstellte, für die er auch viele Exponate beschaffte oder selbst beisteuerte.
2008 wurde Olav dann vom Stadtrat als Museumsleiter und damit zum Nachfolger von Döllinger berufen. In seiner Amtszeit wurde der Aufbau des Museums abgeschlossen und die damals noch fehlenden Abteilungen Erd-, Vor- und Frühgeschichte, die Herren von Parsberg und die Stadtgeschichte aufgebaut.
Parsberger Burgmuseum ist weithin anerkannt
„Ich habe bei seiner Amtseinführung gesagt: Bei Ernst Olav ist unser Burgmuseum in guten Händen, denn er ist ein Mann der ersten Stunde“, sagte Bauer. Mit dieser Einschätzung habe er sich vor 15 Jahren nicht getäuscht. Bauer: „Das Burgmuseum ist zwischenzeitlich weit über die Grenzen von Parsberg hinaus bekannt und anerkannt und das ist nicht zuletzt sein Verdienst.“
Bauer dankte in diesem Zusammenhang auch Olavs Ehefrau Christa, die oft auf ihren Mann verzichten musste, weil er im Burgmuseum etwas zu tun hatte. „Ohne eine verständnisvolle Ehefrau kann man solch eine verantwortungsvolle und aufwendige Aufgabe nicht ausüben“, sagte Bauer dazu.
Holländischer Besucher für Stunden im Museum verschwunden
Olav selbst dankte für das jahrelange Vertrauen, dass ihm Stadtverwaltung und Stadtrat entgegengebracht hatten und kündigte an, der Burg weiterhin die Treue zu halten. Er werde – soweit ihm das gesundheitlich möglich sei – für den Museumsdienst und Führungen weiter zur Verfügung stehen.
Olav erinnerte in der Feierstunde an einige kuriose Begebenheiten, wie den Besuch eines Holländers, der relativ früh am Morgen ins Museum gekommen sei. „Er hat um 8 Uhr geklingelt und gefragt, ob er das Museum besichtigen kann“, erzählte Olav. Dann sei er in den Räumen verschwunden.
Große Fülle an Exponaten zur NS-Zeit
Bis zum späten Abend, als er das Museum schließen wollte, habe er den Mann nicht mehr herauskommen sehen. „Ich dachte, er ist über den Notausgang verschwunden. Bei meinem letzten Rundgang, als ich schon die Alarmanlage scharf stellen wollte, habe ich ihn dann gefunden.“
Der Mann habe sich buchstäblich in der Fülle an Zeitdokumenten, welche die Geschehnisse der NS-Zeit und ihre Auswirkungen und Auswüchse in Parsberg dokumentieren, verloren. „Es hat erzählt, dass er sich sogar auf den Boden gekniet habe, um alle Texte auf den Schautafeln zu lesen“, berichtet Olav von der Begebenheit, die einerseits die Tiefe zeigt, die das Burgmuseum bietet, gleichzeitig aber auch ein bisschen sein Problem. „Wir haben natürlich von wissenschaftlicher Seite schon Kritik gehört, dass sich die Museumspädagogik verändert hat“, sagte Bauer, der ankündigte, dass zunächst kein neuer Museumsleiter benannt werde.
„Wir sind dabei, jemanden zu suchen, der sich der Sache wissenschaftlich annimmt“, sagte Bauer. Dies sei Bestandteil des Stadtmarketingkonzepts. Denn langfristig sei die anfallende Arbeit nur durch ehrenamtliche Mitarbeiter allein wohl nicht zu schaffen.