Integrierte Leitstelle blickte auf 2024 zurück – Neue Zentrale in Wernberg wird deutlich teurer

Die Integrierte Leitstelle Oberpfalz-Nord (ILS) stellte in der Max-Reger-Halle in Weiden ihre Statistik für das Jahr 2024 vor. Mehr als 130.000 Einsätze wurden abgearbeitet. Die Jahrespressekonferenz gab aber auch Anlass für einen Blick in die Zukunft. Beherrschendes Thema war die geplante neue Leitstelle in Wernberg-Köblitz.
Dazu begrüßte Landrat Thomas Ebeling (CSU) in seiner Eigenschaft als Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) die Geschäftsführerin des Zweckverbandes, Katja Sonnauer, ihren Stellvertreter Rudolf Niegl, den kommissarischen Leitstellenleiter Robert Schmid, den Leiter der Betriebsstätte Amberg und Pressesprecher Jürgen Meyer, der die Zahlen vorstellte, sowie den kommissarischen Leiter der Betriebsstätte Weiden, Stefan Brunner.
Die ILS ist zuständig für einen Bereich, in dem rund 510.000 Menschen leben. Hier waren im vergangenen Jahr 131.814 Einsätze zu verzeichnen, das waren 3154 weniger als im Jahr 2023.
Bei mehr als 130.000 Einsätzen gefordert
Die Art der Einsätze gliedert sich folgendermaßen: ABC 157, Brand 1785, Info-Anrufe 28.636, Rettungsdienst 93.588, Sonstiges 546, Technische Hilfeleistung 7088 und 14 Mal war der Katastrophenschutz gefragt.
Der Rettungsdienst beinhaltet auch die Krankentransporte. Hier gab es 44.861 Einsätze. Diese gliedern sich in 13.880 Transporte zum Krankenhaus, 11.880 Ambulanzfahrten, 5251 Verlegungen von einer medizinischen Einrichtung in eine andere, 6547 Heimfahrten sowie 1525 Transporte wegen Dialyse und in 231 Fällen waren schwergewichtige Patienten die Einsatzursache.
Aufgeteilt nach der Art der Beschwerden, die Auslöser für den Krankentransport waren, werden lebensbedrohliche Herz- und Kreislauferkrankungen 14.817 Mal genannt, in 950 Fällen war eine Reanimation erforderlich. Trauma-Einsätze wie etwa auf Grund von Verletzungen nach einem Sturz lagen 10.405 Mal vor. Wegen Schmerzbeschwerden wurde der Rettungsdienst 6708 Mal angefordert, dabei waren 2926 Mal stärkste Schmerzen die Ursache.
Fünf Mal mussten Säuglinge reanimiert werden
2583 Einsatzfahrten betrafen Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren. In dieser Kategorie gab es 777 lebensbedrohliche Fälle, zum Beispiel wegen eines Krampfanfalls oder Atemnot. Reanimation war 15 Mal erforderlich, eine Säuglingsreanimation in fünf Fällen. Wegen psychischer Ereignisse wurde die Leitstelle 953 Mal kontaktiert, wegen Schlägereien und Körperverletzung 367 Mal.
Wegen Schuss-, Hieb- und Stichverletzungen erreichte in 19 Fällen ein Hilferuf die ILS. In 205 Fällen musste der Rettungseinsatz in unwegsamem Gelände erfolgen. Zum Zwecke der Wasserrettung trafen 135 Mal Hilfskräfte ein. Vielfältig waren auch die Einsätze im Bereich der Technischen Hilfeleistung. So musste etwa in 371 Fällen wegen eines umgestürzten Baums geholfen werden, in 1299 Fällen wurden Wohnungsöffnungen durchgeführt, weil sich eine hilflose Person in der Wohnung befand.
Nach Unwettern wurde die Leitstelle 342 Mal angerufen, weil Keller unter Wasser standen. Hilfe war notwendig bei 2550 Verkehrsunfällen ohne eingeklemmte Personen, 932 Mal wurde wegen eingeklemmter Personen technische Hilfeleistung angefordert.
Ein ambitionierter Zeitplan für Bau der neuen Leitstelle
Landrat Ebeling informierte auch zum Stand bezüglich des geplanten Baus der neuen Rettungsleitstelle. Für den in Wernberg vorgesehenen Bau sei der Planentwurf am 18. Dezember eingegangen, nun müssten sich die zuständigen Organe des ZRF damit befassen. Seit das Projekt in Angriff genommen worden sei, hätten sich die Baukosten wegen der allgemeinen Kostenentwicklung deutlich verteuert. Unter 28 Millionen Euro werde sich das Vorhaben nicht realisieren lassen, so der Verbandsvorsitzende. Die geplante Bauzeit von eineinhalb Jahren sehe er als sehr ambitioniert.
Rudolf Niegl ergänzte: „Die neue Leitstelle wird die modernste in Bayern, es ist ein Leuchtturmprojekt. Sie stellt einen wesentlichen Bestandteil in der Sicherheitsarchitektur für die Bürger im Verbandsgebiet dar.“
Breite Palette an täglichen Anrufen:
Tageseinsätze: Wie breit gefächert die Gründe für einen Anruf bei der ILS sind, machen die Zahlen zu den durchschnittlichen Tageseinsätzen deutlich.
Details: Sieben Kindernotfälle, 40 Herz- und Kreislauferkrankungen, sechs Autounfälle, vier Brandmeldeanlagenalarme, zwei psychische Ausnahmezustände, 18 Schmerzzustände, 13 Bewusstseinsstörungen, 122 Krankentransporte, vier Wohnungsöffnungen, 79 Fehlbedienungen, fünf Dialysefahrten, 27 Trauma-Verletzungen und 37 Transporte zur Klinik.