Verdächtiges Paket aus China in Schwandorf zugestellt: Nun liegen Untersuchungsergebnisse vor

Eine Frau aus Fronberg (Stadt Schwandorf) kann es noch immer nicht fassen. Am Montag hatte sie ein Paket aus China erhalten und geöffnet. Doch außer ein paar Schaumstoffteilen war nichts drin. Wenig später klagte die Frau jedoch über gesundheitliche Beschwerden. Ein größerer Einsatz war die Folge. Nun ist die Schwandorfer Polizei einen Schritt weiter.
Wie berichtet, hatte die Integrierte Leitstelle Oberpfalz-Nord am Montagnachmittag gegen 16.20 Uhr eine Vielzahl an Einsatzkräften in die Holzbergstraße alarmiert. Ausgelöst wurde der Einsatz durch ein verdächtiges Päckchen aus China. Dieses war an den Haushalt der Frau adressiert, obwohl sie und ihr Mann nach eigener Aussage nichts im Internet bestellt hatten.
Dennoch hatte die Frau die Sendung geöffnet und war laut Polizei auf einen „schaumstoffähnlichen Inhalt“ gestoßen. Die Betroffene klagte wenig später über Unwohlsein und Atembeschwerden. Die fragwürdige Sendung wurde von der Polizei sichergestellt.
Und nicht nur das: Die Frau kam sogar mit dem Rettungsdienst in eine Klinik. Das Krankenhaus konnte die Fronbergerin inzwischen wieder verlassen. Der Vorfall steckt ihr aber noch immer in den Knochen. „Ich bin immer noch innerlich aufgeregt. Sowas passiert einmal im Leben“, sagt die Betroffene. Noch immer überlege sie, wie es überhaupt zu dem Vorfall kommen konnte.
Ehepaar aus Fronberg befürchtete giftige oder schädliche Stoffe
Denn schon beim Öffnen der Sendung stand fest: Weder ihr Mann noch sie selbst hatten etwas im Internet bestellt. Verwundert musste sie dann feststellen, dass in der Sendung nichts enthalten war – außer zwei schaumstoffähnliche Teile. Als der Frau dann auch noch schwindelig wurde und sie schlecht Luft bekam, machte sich bei dem Ehepaar Panik breit. Sie fürchteten, dass es sich um giftige oder schädliche Stoffe handeln könnte. Die Rettungskette lief an.
Beamte der Polizei Schwandorf nahmen den Vorfall ernst und ermittelten in alle Richtungen. Die Betroffene berichtet, dass sie von den Polizisten gefragt wurde, ob sie Feinde habe oder es Nachbarschaftskonflikte gebe. Beides konnte die Fronbergerin verneinen. „Ich bin eigentlich eine positive Frau“, sagt sie über sich selbst.
Die Ermittlungen der Polizei sind inzwischen fortgeschritten. Und es gibt gute Nachrichten: Nachdem die fragliche Sendung von Spezialisten untersucht wurde, kann Polizeihauptkommissar Deniz Birol Entwarnung geben. „Es konnten keine giftigen oder gesundheitsgefährdenden Stoffe festgestellt werden“, berichtet der Polizist auf Anfrage der MZ. Es habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Geschädigte, ihre Familie oder für die eingesetzten Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst bestanden.
In der Polizeistatistik finden sich keine vergleichbaren Fälle
Überhaupt, so berichtet Birol weiter, seien Fälle, in denen per Paket oder Brief Giftstoffe versendet werden, in ganz Deutschland die Ausnahme. Folglich fänden sich in der Polizeistatistik weder im Schwandorfer Stadtgebiet noch im Landkreis ähnliche Fälle.
Wenn überhaupt, so erklärt es der Polizeihauptkommissar, bestehe eine Gefahr eher darin, „dass eine Vielzahl von vermeintlichen billigen Angeboten aus asiatischen Ländern kommen und diese für ihre Produkte Kunststoffe verwenden, welche in Deutschland keine Zulassung bekommen würden“. Aufgrund der langen Transportwege von Asien nach Deutschland könne es zu Reaktionen bei den Kunststoffen kommen. Dabei könnten gesundheitsgefährdende Gase oder dergleichen entstehen.
Polizei gibt Tipps: So verhält man sich richtig bei verdächtigen Sendungen
Hinweise: Im Fall eines zugestellten Pakets, obwohl man nichts bestellt hat, rät die Polizei generell zur Vorsicht.
Lagern: Man sollte fragliche Pakete oder Briefzustellungen nicht öffnen und im freien Lagern.
Kontakt: Ferner sollten Betroffene in solchen Fällen die Polizei und den Paketzusteller verständigen.
Absender: Auch sollte man den Absender überprüfen, da Firmen immer ein Etikett anbringen.