Pläne für Integrierte Leitstelle in Wernberg-Köblitz stehen fest – Kosten liegen bei 31 Millionen Euro

Von Friedrich Gluth · 21. Dezember 2024 um 15:00

Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord (ZRF) genehmigte in der jüngsten Verbandsversammlung mehrheitlich den Architekten-Entwurf für den Neubau der Integrierten Leitstelle in Wernberg-Köblitz und schuf damit die Grundlage dafür, dass er den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden kann.

Der Plan stammt vom Architekturbüro Winkler aus Wörth an der Donau, dessen Vertreter den Entwurf in der Sitzung erläuterten. Die beschlossene Variante hat eine Nettoraumfläche von 4242 Quadratmeter. Die Kosten für das Gebäude werden sich auf knapp 31 Millionen Euro belaufen, worin die Leitstellentechnik nicht enthalten ist.

Dreistöckiges Gebäude

In der Vorbereitungsphase setzte sich eine eigens eingerichtete Projektgruppe intensiv mit unterschiedlichsten Vorentwürfen und Varianten auseinander und führte dabei umfassende interne Abstimmungen durch. Die zukünftige Eigenverwaltung des ZRF, die auch die von den Kreisverwaltungsbehörden übernommenen Aufgaben, wie die taktisch-technische Betriebsstelle der Kommunikations- und Warnsysteme, die Stammdatenpflege für Feuerwehren und Katastrophenschutz oder die Sirenenwarnung einschließt, wurde berücksichtigt.

Erkenntnisse aus der Besichtigung vergleichbarer Neubauprojekte in Fürstenfeldbruck, Essenbach/Landshut, Ansbach sowie in den schleswig-holsteinischen Orten Bad Oldesloe und Elmshorn flossen in die Varianten ein. In die Planung wurden auch Faktoren wie etwa die Umsetzung des genehmigten Bauprogramms, Sicherheitsaspekte, funktionale Bezüge und kurze Wege sowie Arbeiten im 24-Stunden-Betrieb und Erweiterungsmöglichkeiten mit einbezogen.

Die Entscheidung fiel für ein dreistöckiges Bauwerk ohne Keller, also Erdgeschoss und zwei Obergeschosse.

Ab Inbetriebnahme wird die neue ILS Oberpfalz-Nord für rund 510 000 Einwohner in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Neustadt an der Waldnaab, Schwandorf und Tirschenreuth sowie in den kreisfreien Städten Amberg und Weiden zuständig sein. Das Einsatzgebiet umfasst eine Fläche von 5349 Quadratkilometer und ist damit Bayerns größter Leitstellenbereich.

In einer Mitteilung des ZRF heißt es, die aktuelle geopolitische Lage verdeutliche, dass integrierte Leitstellen als Kritische Infrastruktur eine zentrale Rolle in der Gefahrenabwehr spielen würden. Angesichts globaler Krisen, Naturkatastrophen und hybrider Bedrohungsszenarien müssten sowohl die personelle Ausstattung als auch die räumliche und technische Infrastruktur diesen Herausforderungen gerecht werden.

Kredit von vier Millionen Euro

Die neue Leitstelle genüge den hohen Anforderungen an ein modernes Krisenmanagement und sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheitsarchitektur in der Region.

Im Rahmen der Sitzung wurde auch der Verbandshaushalt 2025 verabschiedet. Wie Kämmerer Christoph Neukam erläuterte, schließt der Haushaltsplan im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit rund 10,7 Millionen Euro ab. Im Vermögenshaushalt beträgt die Summe rund 6,4 Millionen Euro, so dass sich ein Gesamthaushaltsvolumen von rund 17,1 Millionen Euro errechnet. Kreditaufnahmen für Investitionen sind im Vermögenshaushalt in Höhe von vier Millionen Euro eingeplant, Verpflichtungsermächtigungen sind in Höhe von 30 Millionen Euro für die folgenden Jahre festgesetzt. Die Verbandsumlage beträgt insgesamt rund 5,7 Millionen Euro.

Einsätze in 2024

Insgesamt: Der Leiter der Zentralen Dienste des ZRF, Michael Werner, informierte , dass es zu 112.964 Einsatzereignissen gekommen war. Dies bedeutet einen Rückgang von 1350 Einsätzen bzw. 1,2 Prozent.

Aufteilung: 80.459 Rettungsdiensteinsätze, davon 33.409 Krankentransporte, 10.327 Herz/Kreislauf-Ereignisse, 7777 Trauma-Einsätze, 4495 Einsätze unter dem Schlagwort Schmerzen und 1799 Einsätze für Kinder; der Rettungshubschrauber Christof 80 wurde 1054 Mal alarmiert