Wieso Donald Trump bald in die Verhandlungen um den Regensburger Kaufhof einsteigt

Von Christian Eckl · 8. Februar 2025 um 17:00

Selten, dass Medien heutzutage noch Stadtgespräch sind. Doch bei der Kaufhof-Debatte ist die Mittelbayerische mit ihren Enthüllungen eben genau das immer wieder. Wieso selbst der legendäre Neli Färber vom Orphée über den Kaufhof spricht und was Donald Trump damit zu tun hat.

Selten habe ich ein Thema erlebt, das die Menschen in Regensburg so bewegt wie die Debatte um den früheren Kaufhof. Überall werde ich darauf angesprochen. Zuletzt von einem Regensburger, dem die Stadt viel zu verdanken hat. Ich treffe Neli Färber, den legendären Macher des Orphée, am Arnulfsplatz. Er schmunzelt, als er mich sieht und spricht mich auf das Thema an. Er habe ja auch eine Art Kolumne, nämlich am Eingang seines Lokals. Da schreibt er immer wieder auf Plakaten, was er sich so denkt. „Ich glaube, bald wird Donald Trump in die Verhandlungen einsteigen“, scherzt Färber. Es sei schon kurios, was da passiert.

Kurios – oder dramatisch, je nach Sichtweise. Ein Politiker des eher linken Lagers sagt mir hinter vorgehaltener Hand, das Objekt und die Umstände des Eigentümerwechsels sei eine Nummer zu groß für die Stadtpolitik. Das stimmt schon, das ist ein echter Wirtschaftskrimi. Aber ich frage mich, wieso traut sich denn keiner was? Es kommt doch am Ende so oder so zu irgendeiner juristischen Auseinandersetzung. Entweder, das Gebäude ist wirklich im Zuge der Benko-Schiebereien vom Lastwagen gefallen und landete deshalb im Nahen Osten, weil Benko dem Emir von Abu Dhabi noch 750 Millionen Euro schuldet. Oder aber die neuen Eigentümer wollen wirklich ein Islam-Shoppingcenter dort. Egal, wie sich die Stadträte entscheiden werden – und ich wäre für das Vorkaufsrecht, den Preis würde ich nach Verkehrswert bezahlen: Man darf sich bei denen, die heute politisch entscheiden, in fünf Jahren bedanken, wie es dann dort aussieht.

Ob die Stadträte allerdings wirklich eine objektive Position einnehmen können, ist angesichts des folgenden unerhörten Vorgangs fraglich. CSB-Stadtrat Christian Janele, im bürgerlichen Beruf im Immobiliengeschäft tätig, wollte das Angebot der Oberbürgermeisterin im Stadtrat wörtlich nehmen und Einsicht bekommen in den Kaufvertrag.

„Leider verhindern vergangene Indiskretionen“, so schreibt sie nun an Janele mit Verweis auf die MZ-Berichterstattung und Zitate aus nichtöffentlichen Sitzungen, dass sie das erlauben kann. „Als Mann vom Fach sehe ich doch vielleicht ganz andere Dinge als die Verwaltung“, sagt Janele. Wer was verraten haben soll, bleibt offen. Klar ist: Hätten wir nicht berichtet, dann wäre das Thema in den Amtsschubladen versandet, bis am 10. März die Frist für das Vorkaufsrecht ausgelaufen wäre. Janele dürfe aber Fragen zum Kaufvertrag stellen.

Etwas, was die Stadt gut gemacht hat, ist die Fotowand an den Schaufenstern des Gebäudes. Mein früherer Kollege Karl Birkenseer, ein echter Kenner Regensburgs mit Kindheit in der Ludwigstraße, weist mich auf ein für mich besonderes Bild hin. Es hängt an der nördlichen Pfauengasse und zeigt Regensburger Passanten am Aufgang zur Steinernen Brücke. Dort gibt es noch heute viele kleine Läden. Die Aufschrift dieses Fensters aber ist für mich aufregend: Metzgerei M. Eckl heißt es dort. Mein Urgroßvater hieß Michael, fiel allerdings im Krieg. Seine Frau Barbara führte das Geschäft als eine Art Tante-Emma-Laden fort. Mein Vater, Jahrgang 1958, kannte das Bild aus dem Jahr 1957 nicht, er kannte bisher gar keine Bilder. Gemacht hat es der legendäre erste Regensburger Stadtfotograf Christoph Lang. Zufällig treffe ich den heutigen Stadtfotografen Stefan Effenhauser auf der Straße, erzähle ihm das – und er hat mir versprochen, nachzusehen, ob es weitere Aufnahmen aus der Serie gibt.

Apropos: Etwas, was die Stadt gut gemacht hat zusammen mit dem Verein „Erlebnis Altstadt“ ist die Fotowand an den Schaufenstern des Gebäudes. Mein früherer Kollege Karl Birkenseer, ein echter Kenner Regensburgs mit Kindheit in der Ludwigstraße, weist mich auf ein für mich besonderes Bild hin. Es hängt an der nördlichen Pfauengasse und zeigt Regensburger Passanten am Aufgang zur Steinernen Brücke. Dort gibt es noch heute viele kleine Läden. Die Aufschrift dieses Fensters aber ist für mich aufregend: Metzgerei M. Eckl heißt es dort. Mein Urgroßvater hieß Michael, fiel allerdings im Krieg. Seine Frau Barbara führte das Geschäft als eine Art Tante-Emma-Laden fort. Mein Vater, Jahrgang 1958, kannte das Bild aus dem Jahr 1957 nicht, er kannte bisher gar keine Bilder. Gemacht hat es der legendäre erste Regensburger Stadtfotograf Christoph Lang. Zufällig treffe ich den heutigen Stadtfotografen Stefan Effenhauser auf der Straße, erzähle ihm das – und er hat mir versprochen, nachzusehen, ob es weitere Aufnahmen aus der Serie gibt.

Der Wahlkampf bewegt auch längst Regensburg und ich bin ehrlicherweise froh, dass er diesmal so kurz ist. Vergangene Woche kam Olaf Scholz zum Bürgerdialog, diese Woche war Markus Söder im Presseclub in der Ludwigstraße. Ich habe nachgefragt. Wenn er doch schon alle möglichen Koalitionen ausschließt, wer soll denn dann Friedrich Merz zum Kanzler wählen, wenn die Wahlumfragen wirklich so eintreten?

Erst nach einigem Hin und Her gibt er ein Bekenntnis zu einer Großen Koalition ab. Ich glaube, in der Union denkt man, nach der Wahl könnte man mit Boris Pistorius koalieren. Ich glaube aber, die haben die Rechnung ohne Saskia Esken und Lars Klingbeil gemacht.