Kleines Zelt, großer Biergarten: Sebastian Jakob setzt in Nittenau auf neues Konzept

Von Cornelia Lorenz · 6. Februar 2025 um 15:00

Fast wäre das Volksfest in Nittenau (Landkreis Schwandorf) heuer ins Wasser gefallen – mangels Festwirt. Doch dass so etwas ausgerechnet in seiner Heimatstadt passieren sollte, wollte Brauereichef Sebastian Jakob verhindern. Er sprang kurzerhand ein. Zusammen mit seinem Kollegen Fabian Haberzeth steckt er schon mitten in den Vorbereitungen. Heuer soll einiges anders werden als gewohnt.

Eigentlich, so sagt Jakob freimütig, sei sein Einsatz als Festwirt aus der Not heraus geboren: Nach dem Rückzug seines Vorgängers Daniel Feuerer war die Stadt mangels weiterer Bewerber ohne passenden Kandidaten dagestanden. Zwar habe er dann durchaus mit dem Job geliebäugelt – doch er habe auch Zweifel gehabt, wie er das Nittenauer Volksfest zusätzlich zum normalen Betrieb im Brauhaus stemmen sollte.

600 überdachte Plätze

Am Ende beschlossen er und Haberzeth, der sich um die Festküche kümmert, das Experiment zu wagen – allerdings mit einem etwas „kleineren Konzept“, wie es Jakob formuliert. Um Kosten zu senken, wird es deshalb heuer ein deutlich kleineres Festzelt mit rund 600 Sitzplätzen geben. Dafür wird der Biergarten umso größer und Platz für rund 1200 Gäste bieten. Hier könne man die Garnituren auf die Wiese stellen und brauche keinen Holzboden verlegen – was am Ende deutlich günstiger sei, sagt Jakob.

Auch die Bühne für die Bands wird draußen platziert, was bei den Auftritten der Musiker wie etwa dem Froschhaxn-Express für Open-Air-Feeling sorgen wird. Darüber hinaus wird es eine große Auswahl in Sachen Kulinarik geben – ebenfalls im Outdoorbereich des Biergartens platziert. Angst vor schlechtem Wetter hat Jakob trotz der vielen Freiluftplätze nicht, denn egal ob Zelt oder nicht – bei Regen kämen grundsätzlich viel weniger Besucher, sagt er.

Eigentlich wäre der Brauhauschef aus betriebswirtschaftlicher Sicht mit einem kürzeren Volksfest glücklicher gewesen. Seiner Erfahrung nach ist es am Nittenauer Volksfest traditionell nach dem Festzug am Freitagabend sehr voll. Sonntag und Montag seien dagegen nicht sonderlich gut besucht. Doch für die Schausteller mit ihren Fahrgeschäften wäre ein zweitägiges Volksfest nicht lohnend und im Verhältnis zum Verdienst zu aufwendig.

Deshalb bleibt es auch heuer beim viertägigen Fest am Jahnweg, und zwar vom 16. bis zum 19. Mai. Um Besucher anzulocken, haben sich Jakob und Haberzeth eine Menge Gedanken gemacht – und organisieren beispielsweise für den Volksfestsonntag erstmals eine Gewerbeschau an der kleinen Regenbrücke.

Einige Nittenauer Betriebe hätten sich schon angemeldet, freut sich Jakob, zum Beispiel das Autohaus Lacher oder Landmaschinen Seebauer. Weitere Teilnehmer sind willkommen und können sich noch beim Festwirt melden. Dieser erinnert sich noch gut daran, was ihm selbst als kleiner Bub am Nittenauer Volksfest am besten gefallen hat – das waren der Autoscooter und die gebrannten Mandeln. Kulinarisch wollen er und Haberzeth die Besucher deshalb auch richtig verwöhnen. Egal ob Gockerl, Ripperl, Käsespätzle, Currywurst oder Fischsemmel – hungrig muss wohl niemand nach Hause gehen.

Kein Oktoberfest

Wie viel die Maß Festbier heuer kosten wird, das könne er im Moment noch nicht sagen. Familienfreundlich sollen die Preise aber sein, verspricht Jakob. Die gemütliche Atmosphäre sei das besondere am Nittenauer Volksfest, findet er. „Man kann hier nicht alles so erwarten wie am Oktoberfest – es ist ein kleines, regionales Fest.“

Er selbst wird während der vier Tage viel Zeit vor Ort verbringen, denn im Festbüro gebe es immer eine Menge zu tun. „Ich bin dann Mädchen für alles und nicht nur zum Repräsentieren da“, sagt Jakob schmunzelnd.