Ein Ehrenamt mit Präzision: Stefan Stummer beobachtet seit 25 Jahren das Langquaider Wetter

Von Alexandra Nurtsch · 5. Februar 2025 um 11:00

Rund 9000 Mal hat Stefan Stummer in den vergangenen 25 Jahren an der Wetterstation neben seinem Haus in Langquaid (Landkreis Kelheim) den Niederschlag gemessen. Dafür wurde er nun ausgezeichnet.

Jeden Morgen hat Stefan Stummer eine feste Routine: Um 6.50 Uhr in den Wintermonaten und um 7.50 Uhr in den Sommermonaten geht er zur Wetterstation auf der Wiese neben seinem Haus, misst den Niederschlag und leitet die Daten an den Deutschen Wetterdienst weiter. Rund 9000 Mal hat er diese Aufgabe in den vergangenen 25 Jahren erledigt. Dafür verlieh ihm Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, nun die Wetterdienstplakete.

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Nein, Langschläfer seien sie beide nicht, sagte Stummer am Montag im Langquaider Rathaus, als ihm Detlef Aßmann, Leiter Regionales Standortmanagement Süd des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Beisein von Bürgermeister Herbert Blascheck die Auszeichnung überreichte. Aßmann und Blascheck dankten Stummer und seinem Vater Richard, der seinen Sohn tatkräftig unterstützt, für ihre Zuverlässigkeit und ihr Engagement in diesem „sehr stillen“ Ehrenamt. Damit leisteten sie einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wettervorhersage und Klimaüberwachung.

Geeignete Fläche wichtig

Das Wetter fasziniert Stefan Stummer schon lange. Seit 1985 notiert er sich täglich die Höchst- und Tiefsttemperaturen. Als der Deutsche Wetterdienst im Jahr 2000 einen neuen ehrenamtlichen Wettermelder für Langquaid suchte, bewarb sich der damals 30-Jährige – und bekam den Job.

Neben Engagement ist für das Ehrenamt auch eine geeignete Fläche erforderlich, auf der die Messstation genügend Abstand zu Bäumen und Sträuchern sowie zur nächsten Bebauung hat, erklärt Birgit Werrbach, die beim DWD für die ehrenamtlichen Wetterbeobachter zuständig ist. Dafür ist die Wiese vor Stummers Haus ideal.

Bis Ende 2011 beobachtete er das Wetter in Langquaid und machte sich Notizen – vom Verlauf von Gewittern und Hagelschauern bis hin zu Schneetreiben. Seitdem misst er noch täglich den Niederschlag, beobachtet seine Form und misst die Schneehöhe, falls erforderlich.

Schaukasten mit Statistiken

Im Winter sei die Messung etwas aufwendiger, da der gefrorene Niederschlag erst aufgetaut werden müsse, erklärt Stefan Stummer, der alle Interessierten an seinen Ergebnissen teilhaben lässt. Dafür hat er am Rande der Wiese in Pfaffenlehen einen Schaukasten aufgestellt und präsentiert dort verschiedene Statistiken, darunter die Jahresniederschläge der vergangenen Jahre.

Dass es immer trockener wird, kann Stummer nicht bestätigen. 2024 sei ein nasses Jahr gewesen, wie auch 2023. Insgesamt wurden in Langquaid vergangenes Jahr 859,4 Millimeter Niederschlag gemessen. 2023 waren es 886,2. Trockener war es 2022, als nur 614,3 Millimeter Niederschlag gemessen wurden. Der nasseste Monat war vergangenes Jahr der September mit 156,7 Millimeter Niederschlag, der trockenste der März mit 31,3 Millimeter. Früher sei die Niederschlagmenge gleichmäßiger verteilt gewesen, nun gebe es mehr Starkniederschläge und mehr Trockenphasen, erklärt er.

Was die Temperaturen betrifft, registrierte Stummer vergangenes Jahr eine Tiefsttemperatur von minus 8 Grad und eine Höchsttemperatur von 36 Grad. „Wir hatten schon heißere Sommer“, sagt er. Jedoch würden die Nächte immer milder, fügt Birgit Werrbach an. Gerade auch für die Erfassung des Klimawandels in Deutschland seien die Daten der Wettermelder eine große Hilfe. Der DWD betreibt deutschlandweit mehr als 1900 Messstellen, davon werden etwa 1750 Messstellen von Ehrenamtlichen betreut.

Detlef Aßmann (l.) überreichte im Beisein von Bürgermeister Herbert Blascheck (r.) die Auszeichnung an Stefan Stummer und dankte ihm und seinem Vater Richard für ihr Engagement. Fotos: Nurtsch
In einem Schaukasten an der Wiese in Pfaffenlehen veröffentlicht Stummer Statistiken.