Bierkasten aus den 70ern zurückgegeben: Neumarkter Lammsbräu erfreut über „Scheunenfund“

Ein Tragerl mit leeren Bierflaschen kann schnell mal in Vergessenheit geraten. So erging es auch einer unbekannten Frau: Pflichtschuldig brachte sie der Neumarkter Lammsbräu mit 47 Jahren Verspätung das Leergut zurück. Ob der Bierkasten eine gute Wertanlage war, verrät der Brauereichef Johannes Ehrnsperger.
Die Brauerei hat ein Foto des angestaubten Kastens aus dem Jahr 1978 auf Instagram gepostet. „Der Mehrweg-Kreislauf funktioniert – auch wenn’s manchmal mit der Rückgabe ein wenig dauert“, schreibt die Lammsbräu dazu. „Wir sagen danke fürs Zurückbringen!“
Mit den Worten „Ich hab da einen Scheunenfund“ habe sich eine Frau (Anm. d. Red.: In einer früheren Version des Textes hatte die Brauerei von einem Mann gesprochen) an den Getränkemarkt der Brauerei gewandt, um die Kiste zurückzugegeben, berichtet Brauereichef Johannes Ehrnsperger. Der Leergutautomat hätte diese vermutlich auch nicht erkannt. Darin: unversehrte, aber ausgetrunkene Flaschen der 350-Jahr-Jubiläumsedition, erzählt Ehrnsperger.
Zuvor wurden Bierkästen aus Holz hergestellt
Durch die Etiketten des Jubiläumsbiers habe sich das Alter der Flaschen genau datieren lassen: 47 Jahre. „Aber die Kiste an sich dürfte noch ein paar Jahre älter sein, hat mein Vater gesagt“, ergänzt der Brauereichef. Denn sie sei eine der ersten, die in dem neuen Format und aus Kunststoff gefertigt worden war, und nicht mehr aus Holz.
„Am sichersten ist es, die Flaschen bei der Brauerei selbst zurückzugeben.“ Johannes Ehrnsperger, Neumarkter Lammsbräu
Die Brauerei sei begeistert gewesen, auch darüber, dass sich die Frau die Mühe gemacht habe, die Kiste nach so langer Zeit persönlich zurückzugeben. Und dass der Kreislaufgedanke auch über lange Zeiträume und im Kleinen funktioniere. Daher habe sich die Brauerei entschieden, das über Instagram zu veröffentlichen.
Rund 25 mal werde jede Flasche wiederbefüllt, nur rund fünf Prozent Flaschen gingen pro Jahr verloren. Ehrnsperger appelliert daher an die Verbraucher: „Am sichersten ist es, die Flaschen dort zurückzugeben, wo man sie gekauft hat. Dann bleibt der Kreislauf geschlossen.“
Kein Fall für Recycling: Kasten soll bei Jubiläen ausgestellt werden
Auch die Flaschen von 1978 können theoretisch wieder befüllt werden, sagt der Brauereichef. Das aber sei schade. „Der Staub der Geschichte gehört zur Geschichte dazu.“ Stattdessen solle der Kasten bei künftigen Jubiläen gezeigt werden „und nicht einfach in einem staubigen Keller verschwinden“.
Und hat die Frau ihr Pfand bekommen? „Wir hatten es ihr natürlich angeboten, die Dame wollte die Kiste aber nur zurückgeben“, sagt Ehrnsperger (Anm. d. Red. In einer früheren Version des Textes hatte die Brauerei erklärt, die Person habe das Pfand zurückerhalten). Allerdings habe sich das Pfand – damals noch in DM – ohnehin seitdem nicht erhöht. „Das wäre keine gute Wertanlage gewesen“, stellt er fest.