Der Wetterfrosch aus Altenschwand – Seit 40 Jahren ist Albert Krieger für den Wetterdienst aktiv

Von Cornelia Lorenz · 3. Februar 2025 um 17:00

Seit 1984 pflegt Albert Krieger ein frühmorgendliches Ritual: Jeden Tag um Punkt 6.50 Uhr geht der Altenschwander in seinen Garten und kontrolliert im Auftrag des Deutschen Wetterdiensts an seiner Messstation den Niederschlag der vergangenen 24 Stunden.Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde Krieger nun geehrt.

Es war ein besonderer Tag für den 64-Jährigen, der hauptberuflich als Geschäftsführer der Caritas-Sozialstation in Neunburg und im Städtedreieck im Einsatz ist: Als Dank erhielt der treue Wetterbeobachter in München die Bundesverdienstmedaille.

Überreicht wurde sie ihm von Detlef Aßmann, dem Leiter des Regionalen Standortmanagements des DWD in München. Aßmann würdige in seiner Laudatio die „außerordentliche Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft“ Kriegers. Dieser habe 40 Jahre lang seine heimische Wetterstation betreut und täglich den Niederschlag – im Winter auch die Schneehöhe – gemessen. „Albert Krieger leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wettervorhersage und Klimaüberwachung. Davon profitieren alle Bürger in Deutschland, denn die Auswirkungen des Wetters und Klimas betreffen jeden von uns“, lautete Aßmanns Fazit.

Eine Würdigung für ein besonderes Hobby

Krieger freut sich über diese Würdigung seines Hobbys. Er erinnert sich noch gut an die Zeiten, als er zum Altenschwander Wetterfrosch wurde. Damals habe er in der Mittelbayerischen Zeitung eine Anzeige des DWD gelesen, der einen ehrenamtlichen Wetterbeobachter für Alten- und Neuenschwand suchte. „Das Wetterbeobachten und die Natur, das hat mir schon immer gefallen. Da hab ich mich einfach gemeldet“, erzählt er.

Und so nahm Krieger am 1. Dezember 1984 dann auch seinen Dienst auf. In seinem Garten hat er seitdem die nötige Ausrüstung des DWD stehen – am wichtigsten ist der Regenmesser, der aus einem Zylinder mit Trichter und Auffanggefäß besteht. Der Standort in seinem Garten ist dabei eingemessen worden, Veränderungen dürfe er nur in Absprache mit dem DWD vornehmen, sagt Krieger. Außerdem muss er dafür sorgen, dass Büsche oder Sträucher in der Nähe durch ihr Wachstum die Station nicht stören oder Schatten werfen.

Heute werden die Daten längst online übermittelt

Anfangs trug Krieger die gemessenen Werte noch per Hand in ein Tagebuch ein und schickte sie am Monatsende als Tabelle per Post ans regionale Messzentrum des DWD. Seit 2011 kann er die Daten täglich online übermitteln. Seit diesem Zeitpunkt hat er an seiner Messstation auch etwas weniger zu tun: Der DWD möchte seitdem von seinen ehrenamtlichen Beobachtern nur noch Niederschlagsmengen übermittelt bekommen. In den Jahren zuvor war noch einiges mehr gefragt gewesen, zum Beispiel Daten über den Verlauf von Phänomenen wie Nebel, Hagel oder Gewittern.

Auch wenn Krieger solche Daten mittlerweile nicht mehr protokolliert – eine alte Gewohnheit ist geblieben. „Beim ersten Donnerschlag schaue ich immer noch auf die Uhr“, sagt er schmunzelnd. Als gewissenhafter Wetterbeobachter verpasst er seit 40 Jahren keinen Messtermin und stellt sich sicherheitshalber immer den Wecker. Sollte er keine Zeit haben, springt sein Sohn ein. Spaß macht ihm sein Hobby auch nach 40 Jahren noch. Rund 1750 Ehrenamtliche wie ihn gibt es laut DWD in Deutschland.„Als Wetterbeobachter geht man nicht einfach so in Ruhestand. Ich mache weiter“, sagt er.

Detlef Aßmann (l.) vom Deutschen Wetterdienst überreichte Albert krieger (r.) die Bundesverdienstmedaille. Foto: Siemens, DWD