Gemeinderat Bodenwöhr billigt Bebauungsplan für neues Baugebiet in Altenschwand

Von Mittelbayerische Zeitung · 3. Februar 2025 um 11:00

Verschiedene bauliche Themen, darunter auch der Bebauungsplan für ein neues Wohngebiet, dominierten die Januarsitzung des Gemeinderats Bodenwöhr. Nicht in allen Fällen waren sich die Mandatsträger einig. Auch ein Vertrag sorgte für eine interessante Kontroverse.

Zunächst aber gab es Differenzen sowohl zur Tagesordnung als auch zum Protokoll der letzten Sitzung. Zwar wurde die Tagesordnung mit Mehrheit beschlossen, das Protokoll wurde aber bei Stimmengleichheit abgelehnt.

Aus der nichtöffentlichen Sitzung gab Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) bekannt, dass für das Bauvorhaben „Altes Rathaus“ die bauphysikalischen Leistungen sowie die Energieberatung an das Büro Sahner Architekten aus Stuttgart vergeben wurden, und zwar zum Preis von rund 27 400 Euro.

Weitere Leistungen vergeben

Für die Freianlagen der neuen Grundschule wurden ferner die Planungsleistungen an das Büro Architekt und beratende Ingenieure Weber PartGmbB & planschmiede gmbh aus Ruhmannsfelden vergeben. Dem Bauantrag für ein Einfamilienhaus im Baugebiet „Wirtskellerweg/Wegäcker“, der aus der Sicht der Verwaltung gegen die Regelung des Bebauungsplans verstoßen würde, wurde gegen eine Stimme das gemeindliche Einvernehmen verweigert.

Ein Streitpunkt wurde die Voranfrage für ein Mobilheim im Bebauungsplangebiet „Blechhammer West“. Aus Sicht der Verwaltung ist auch dieses Vorhaben mit dem bestehenden Bebauungsplan nicht vereinbar. Nach Meinung von Walter Spirk bestünde die Gefahr einer baulichen Nachverdichtung in diesem Gebiet, wenn man dem Antrag zustimmen würde.

Die Abstimmung ergab Stimmengleichheit, und damit wurde die Ablehnung abgelehnt, sprich: Die Gemeinde erteilt das Einvernehmen, was allerdings für die Genehmigungsbehörde, also das Landratsamt, nicht bindend ist.

CPG Germany plant neue Werkhalle

Einvernehmlich konnte dann das gemeindliche Einvernehmen für die Änderung einer Dachform, die Überdachung einer Salzlakehalle und den Neubau einer Werkshalle der Firma CPG Germany beschlossen werden.

Auf der Tagesordnung standen des Weiteren das zukünftige Baugebiet „Wohnen an der Schwandner Höhe“ und, damit verbunden, die Änderung des Flächennutzungsplans sowie die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Nachdem die Anmerkungen des Wasserwirtschaftsamts, der Bauaufsicht des Landratsamts und der Regierung der Oberpfalz behandelt worden waren, konnte die Änderung des Flächennutzungsplans einstimmig beschlossen werden.

Der Entwurf des Bebauungsplans, der neun Parzellen für Einfamilienhäuser und eine Parzelle für ein Mehrparteienhaus vorsieht, wurde gegen vier Stimmen gebilligt und die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung eingeleitet.

Der Gemeinderat hatte im vergangenen Oktober beschlossen, eine Einbeziehungssatzung „Neuenschwand – Waldstraße“ für das geplante Hackschnitzelkraftwerk des „Energiedorfs Neuenschwand“ aufzustellen. Dazu wurden nach dem gleichen Verfahren die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchgeführt. Anschließend wurde die Satzung einstimmig beschlossen.

Die Gemeinde hatte 2023 ein zentrales Hackschnitzelheizkraftwerk zur Versorgung der Schule, der Hammerseehalle und der Kinderkrippe gebaut. Bereits damals wurde das naheliegende Vereinsheim des Turnvereins „Glück auf“ berücksichtigt. Seit Mai 2024 wird das Heim nun mit Wärmeenergie beliefert. Darüber musste nun ein Vertrag abgeschlossen werden.

„Glück auf“: Zwei Jahre Preisgarantie für Wärme

Es entspann sich eine kontroverse Diskussion über Einzelheiten, insbesondere über die Frage, ob die Energiemenge an der Heizzentrale oder im TV-Heim abgelesen werden sollte. So wurde dann gegen vier Stimmen ein Vertrag beschlossen, der dem Verein zum Preis von 18 Cent pro kw/h Wärme für die nächsten zwei Jahre sichert.

Einstimmig zur Kenntnis genommen wurde die notarielle Urkunde mit der das letzte verfügbare Grundstück im Baugebiet „Wirtskellerweg-Wegäcker“ verkauft wurde.