„Zu dicht, zu viele“: Verein kämpft gegen geplante Windräder im Regental

Zu viel, zu dicht, zu wenig Informationen und am falschen Standort: Das sind die zentralen Kritikpunkte im Kampf gegen die Windkraft-Pläne auf den Höhen zu beiden Seiten des Regentals. Vor knapp 150 Zuhörern im Ramspauer Hof (Landkreis Regensburg) stellten Robert Ostermeier und Florian Doll vom neu gegründeten Verein Erholungsregion Regental am Freitagabend ihre Argumente vor.
Erst vor knapp zwei Monaten wurde der Verein gegründet, in dem sich mittlerweile schon mehr als 200 Mitglieder zusammengefunden haben. Nach eigenen Angaben hat er sich den Schutz der Erholungs- und Urlaubsregion Regental auf die Fahnen geschrieben. So machte es auch Vorsitzender Robert Ostermeier aus Grafenwinn in Ramspau deutlich.
Erster Etappensieg im Nittenauer Stadtrat
In erster Linie geht es dem Verein im Augenblick freilich darum, die Windkraft-Pläne im Grenzgebiet von Regenstauf, Nittenau und Maxhütte-Haidhof zu Fall zu bringen. Insgesamt zwölf Windräder sollen in den Wäldern zu beiden Seiten des Regens entstehen.
Zwölf Windräder sollen gebaut werden
„Die Dichte ist zu hoch“, erklärte Florian Doll aus dem Vorstandsteam des Vereins. Er betreibt einen Biobauernhof bei Eckartsreuth auf Nittenauer Gebiet, gut 1000 Meter vom geplanten Standort zweier Windräder entfernt. Genau hier hat der Verein jetzt seinen ersten großen Etappensieg errungen, berichtete Doll. Denn wenige Tage zuvor hatte der Nittenauer Stadtrat seinen Beschluss gekippt, das zwei Hektar große Areal als Vorrangfläche für Windkraft an den Regionalen Planungsverband Oberpfalz Nord zu melden. Der Stadtrat nahm die Meldung des Gebiets zurück
Offen ist allerdings, ob das das Aus für den Standort bedeutet. Denn letztlich entscheidet der Regionale Planungsverband über die Vorrangflächen. Bis dahin gelten Windräder in Wäldern grundsätzlich als privilegierte Vorhaben und müssen im Normalfall genehmigt werden, erklärte Doll.
Insgesamt will die Max Bögl Wind AG neun Anlagen rund um das Regental errichten. Neben den zwei Anlagen bei Eckartsreuth geht es um vier Windräder zwischen Heilinghausen, Grafenwinn und Drackenstein auf Regenstaufer Gemeindegebiet und drei Anlagen westlich von Heilinghausen auf dem Gebiet von Maxhütte-Haidhof. Dazu kommen drei Windräder einer anderen Firma westlich von Marienthal auf Nittenauer Gebiet. Zudem sei ein Umspannwerk in der Nähe von Leonberg geplant, berichtete Doll.
Florian Doll: „Die Abstände sind zu gering“
Besonders betroffen sind seinen Worten zufolge Heilinghausen und Hirschling. Er machte an diesen beiden Orten fest, worum es den Aktivisten des Vereins geht. „Die Abstände sind zu gering“, betonte er. Dem Verein liegen vonseiten der Investoren für einige Standorte Untersuchungen zu den Lärmimmissionen und zum Schattenschlag vor. Schon laut diesen Studien seien einige Orte von den Auswirkungen mehrerer Windräder betroffen. Eine Gesamtbetrachtung, wie sich alle zwölf Windräder auf die einzelnen Orte im und um das Regental auswirken, gebe es aber nicht, kritisierte Doll. Genau eine solche Gesamtbetrachtung forderte Robert Ostermeier und sieht hier Kommunen, Landkreis und Planungsverbände in der Pflicht sich abzustimmen, um eine Ballung von Windkraft-Plänen wie im Regental zu verhindern.
„Wir sind hier in Gesprächen auf Augenhöhe“, versicherte Ostermeier, der nicht nachvollziehen kann, warum der Regionale Planungsverband Regensburg schon jetzt so viele Windvorrangflächen ausweisen will, wie erst im Jahr 2032 gefordert werden. 1,8 Prozent der Landesflächen sollen laut dem Wind-an-Land-Gesetz bis dahin der Windkraft vorbehalten sein. Nur 1,1 Prozent sollen es bis 2027 sein. „Das muss doch reichen“, betonte Ostermeier. Er verwies darauf, dass in Regenstauf in den nächsten Jahren rund 100 Hektar an Photovolatik-Freiflächenanlagen entstehen sollen.
Viele geschützte Bereiche
Die Gruppe um Ostermeier und Doll zweifelt darüber hinaus an der Eignung der Standorte rund ums Regental und verweist auf eine ganze Liste von geschützten Bereichen, vom Natura-2000- und FFH-Gebiet bis hin zu Naturwaldreservaten und Biotopen. „Das Regental ist ein ökologisches Juwel, dessen Schutz eine zentrale Rolle in der Erhaltung der Artenvielfalt spielt“, machte die Biologin des Vereins, Sandra Karg, deutlich. Sie hat ein Informationsblatt zur Artenvielfalt zusammengestellt mit Tieren, die in und rund ums Regental gesichtet und dokumentiert wurden, darunter unter anderem den Rotmilan und den Seeadler. Sie forderte die Bürger auf, weitere Sichtungen zu dokumentieren.